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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Foglie d'Espagne; Foglietta; Fóglietto; Fohi; Fohlen; Fohlenzähne; Föhn; Fohr; Föhr; Föhre; Föhrenschwärmer; Foinitza; Foix

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Foglie d'Espagne - Foix.

mündet nach einem Laufe von 85 km bei Pesaro in das Adriatische Meer.

Foglie d'Espagne (spr. follje däspannj), span. Tanz von ernsthaftem Charakter, für eine einzelne Person bestimmt, ehedem auf der Bühne sehr gebräuchlich, jetzt außer Gebrauch gekommen. Die sehr einfache Melodie ist im ¾ Takt gesetzt und besteht meist aus zwei Teilen von je acht Takten.

Foglietta (spr. folj-), Flüssigkeitsmaß im frühern Kirchenstaat, in Rom für Branntwein und Wein = 0,46, für Öl = 0,45, in Ancona = 0,36 Lit.

Fóglietto (ital., spr. folj-), Teil der ersten Violinstimme, welche am Ende längerer Pausen in die Stimmen der übrigen Instrumente gleichsam als Stichwort eingeschrieben wird.

Fohi (Foschi, Fokih), mythischer Herrscher und Weiser in China in der frühsten Zeit, der nebst andern mythischen Herrschern, wie Yao, Schun u. a., als Begründer von Staat, Religion, Sitte, Recht, Sprache, kurz der ganzen chinesischen Kultur gilt (vgl. China). Seine und seiner Nachfolger Lehren (Fohismus) wurden durch Laotse oder Laokiun in der ersten Hälfte des 6. Jahrh. v. Chr. zu der sogen. Tao- oder Vernunftreligion umgebildet und durch Konfutse etwa 50 Jahre später, namentlich in ihrem sittlich-politischen Teil, weiter entwickelt. Letzterer machte sich auch um die Erklärung und Sammlung der alten fohistischen Bücher (Iking, Schuking, Schiking, Yoking und Liking oder Liki, vgl. Chinesische Litteratur, S. 30) verdient.

Fohlen (Füllen), ein junges Pferd bis zum fünften Lebensjahr; fohlen oder abfohlen, bei Stuten s. v. w. gebären.

Fohlenzähne, s. Pferd.

Föhn (Fön), warmer, trockner Wind, welcher in den mittlern Gebirgsgegenden der Schweiz von Zeit zu Zeit weht und ungewöhnliche Erscheinungen im Gefolge hat. Als eigentliches Föhngebiet läßt sich bezeichnen: der untere Teil des Vorderrheinthals, der Prätigau, das Rheinthal von Chur bis Altstätten, die Kantone Appenzell, Glarus, Uri, Schwyz, die östliche Hälfte von Unterwalden und teilweise das Berner Oberland und obere Rhônethal. Charakteristische Eigenschaften des Föhns sind Abnahme des Luftdrucks, Zunahme der Temperatur und Trockenheit der Luft. Seine Richtung ist eine südöstliche bis südliche, seine Dauer beträgt zuweilen nur wenige Stunden, zu andern Zeiten acht und mehr Tage; am häufigsten weht er im Frühjahr und Herbst, selten im Winter und noch seltener im Sommer. Wenn der F. sich naht, werden die Pflanzen welk, die Tiere unruhig, und die Menschen fühlen Erschlaffung. Der F. frißt im Frühjahr den Schnee weg, bringt die warmen Frühlingstage, trocknet das Heu auf den Alpen und reift die Trauben in den Thälern. Über den Ursprung des Föhns sind die Meteorologen lange uneinig gewesen. Die hohe Temperatur und Trockenheit des Föhns rief die Ansicht hervor, daß er ein Ausläufer des Scirocco sei, der die Alpen überschritten, und deshalb suchte man seinen Ursprung in der Sahara. Dieser Ansicht trat zuerst Dove entgegen, welcher schon 1842 in seiner Arbeit über die Witterungsverhältnisse von Berlin die Behauptung aussprach, daß die Wiege der Sciroccostürme nicht in Afrika, sondern in Westindien zu suchen, und daß der F. auf einen vom Atlantischen Ozean her über Europa dahinbrausenden Äquatorialstrom zurückzuführen sei. Die Luft, welche als feuchte Luft den Südabhang der Alpen trifft, wird sich beim Übersteigen dieses Gebirgswalles stark abkühlen und dabei ihre Feuchtigkeit als Regen oder Schnee absetzen. Treten dann Verhältnisse ein, wie sie bei einem vom Ozean kommenden und in östlicher Richtung durch das nördliche oder mittlere Deutschland fortschreitenden barometrischen Minimum beobachtet werden, so werden die dadurch verursachten südöstlichen und später südlichen Winde sich rückwärts bis zu den Alpen ausdehnen, und nach Entfernung der Luft aus den nordwärts mündenden Querthälern stürzt sich die Luft von den Gebirgskämmen in die Thäler, wird dabei verdichtet und tritt dann als warme, trockne Luft im F. auf. Dieselbe Ansicht ist später auch von Helmholtz, Tyndall, Wild, Hann und Billwiller ausgesprochen und liefert in der That eine vollständige und einfache Erklärung der Erscheinungen, wie sie beim F. beobachtet werden. Föhnartige Winde, welche in den Pyrenäen und im Elbrusgebirge beobachtet worden sind, entstehen dort aus denselben Ursachen wie der F. in der Schweiz. Vgl. Dove, Über Eiszeit, F. und Scirocco (Berl. 1867), dazu als Nachtrag: "Der Schweizer F." (1868), und die Arbeiten von Billwiller (1878) und Hann (Wien 1882).

Fohr, Karl Philipp, Maler, geb. 26. Nov. 1795 zu Heidelberg, bildete sich hauptsächlich durch das Studium der Natur, sodann auf der Akademie zu München und in Rom, wo er sich dem Kreis der dort lebenden deutschen Künstler, wie Cornelius, Veit, Overbeck u. a., anschloß. Sein vielseitiges Talent entwickelte sich am bedeutendsten in der Landschaft, kam jedoch nicht zur Reife, da er 29. Juni 1818 beim Baden im Tiber ertrank. Seine Gemälde und Zeichnungen befinden sich größtenteils in den Museen zu Darmstadt und Karlsruhe. Seine Biographie schrieb Ph. Dieffenbach (Darmst. 1823). - Fohrs jüngerer Bruder, Daniel, geb. 1801 zu Heidelberg, der von 1829 an lange in München lebte und später badischer Hofmaler ward, zeichnete sich ebenfalls als Landschafter aus. Er malte mehrere treffliche Ansichten aus dem bayrischen Oberland, eine Waldpartie mit dem aufs Roß gebundenen Mazeppa und historische, enkaustisch ausgeführte Landschaften im Museum zu Karlsruhe. Er starb 25. Juni 1862 in Baden-Baden.

Föhr, eine der größten nordfries. Inseln in der Nordsee, an der Westküste Schleswigs, zum Kreis Tondern gehörig, 13 km lang, 8 km breit, mit einem Areal von 72 qkm, zur Hälfte Marsch-, zur Hälfte Geestland. Jenes findet sich mehr in der nordöstlichen Hälfte und wird durch einen Deich geschützt; das Geestland tritt zweimal, bei Toftum im W. und bei Midlum im O., in die Marsch hinein und ist, wie diese, von großer Fruchtbarkeit. Nach W. hin geschützt durch die Inseln Sylt und Amrum, hat sich die Küste von F. in den letzten vier Jahrhunderten wenig verändert. Die Bewohner (Nordfriesen), 4150 an der Zahl, sind tüchtige Seeleute und beschäftigen sich mit Schiffahrt, Fischerei, Austern- und Vogelfang. Die Ortschaften liegen meist an der Grenze der Geest und gruppieren sich in drei Kirchspiele. Hauptort ist Wyk. Vgl. Schiödte, Die Nordseeinsel F. und ihr Seebad (Hamb. 1866); Weigelt, Die nordfriesischen Inseln (2. Aufl., das. 1873).

Föhre, s. v. w. Pinus sylvestris L., s. Kiefer.

Föhrenschwärmer, s. v. w. Kiefernschwärmer.

Foinitza (Fojnica), Bezirksstadt in Bosnien, Kreis Sarajewo, mit zwei Moscheen, Franziskanerkloster, einem Bezirksgericht und (1885) 1562 katholischen und mohammedan. Einwohnern, hat Bergbau, Hüttenbetrieb, zahlreiche Schmieden und Handel mit Eisen.

Foix (spr. foa, lat. Fuxum), ehemalige Grafschaft und alte Provinz in Frankreich, an der spanischen