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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Ford - Forelle.

schloß sich 1884 den Deutschfreisinnigen an. Seit 21. Nov. 1878 ist F. Oberbürgermeister von Berlin und als dessen Vertreter Mitglied des Herrenhauses.

Ford, John, engl. Dramatiker, geboren im April 1586 in Devonshire, wurde 1602 Mitglied des Middle Temple und studierte daselbst fleißig Jurisprudenz. Nachher scheint er ein sehr geachteter Rechtsgelehrter geworden zu sein. 1606 trat er zuerst als dramatischer Dichter auf, und zwar schrieb er die ersten Stücke in Gemeinschaft mit Webster, Decker u. a. Er liebt es, große Szenen auf die Bühne zu bringen, und entfaltet dabei oft eine sehr kraftvolle, poetische Sprache; allerdings verfällt er auch nicht selten in bombastische Rede. Jonson, Massinger und Fletcher steht er entschieden nach. 1639 erschien sein letztes Stück: "The lady's trial". Bald darauf starb er. Eine ziemliche Anzahl seiner Dramen ist verloren; die vorhandenen wurden wiederholt (zuletzt von Gifford, neue Ausg., Lond. 1869) herausgegeben.

Förde, s. v. w. Meerbusen.

Förde, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Olpe, mit Amtsgericht (Grevenbrück) und 660 Einw.; dazu Bahnhof Grevenbrück an der Lenne und der Linie Hagen-Betzdorf der Preußischen Staatsbahn.

Fördermaschine, s. Aufzüge.

Förderstedt, Pfarrdorf im Regierungsbezirk Magdeburg, Kreis Kalbe, an der Linie Staßfurt-Schönebeck der Preußischen Staatsbahn, mit evang. Kirche, Kandiszuckerfabrik, Braunkohlengrube u. (1885) 2666 Einw.

Forderung, s. v. w. Herausforderung zum Zweikampf (s. d.); dann Anspruch, den man auf Erfüllung einer Rechtsverbindlichkeit an einen andern macht; daher Recht der Forderungen s. v. w. Obligationenrecht (s. Obligation).

Förderung, im Bergbau diejenige Arbeit, durch welche die gewonnenen Produkte von einem Ort zum andern geschafft werden; s. Bergbau, S. 728.

Forderungssatz, s. Postulat.

Fordicidia (auch Hordicidia), im alten Rom ein Fest der Göttin Tellus, welches jährlich am 15. April begangen wurde, wobei die Pontifices 30 trächtige Kühe (das Bild des reifenden Erntesegens), für jede Kurie eine, opferten.

Fordingbridge (spr. -briddsch), altertümlicher Marktflecken in Hampshire (England), am Avon, 15 km südlich von Salisbury, soll schon vor Wilhelm dem Eroberer bestanden haben, hat aber nur (1881) 2962 Einw.

Fordon, Stadt im preuß. Regierungsbezirk und Landkreis Bromberg, an der Weichsel und an der Eisenbahn Bromberg-F., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, eine Synagoge, eine Strafanstalt für weibliche Zuchthäusler und (1885) 2008 Einw. (darunter 667 Katholiken und 350 Juden), welche Schiffahrt und Handel treiben.

Foreign office (engl., spr. forrin offis), in England Bezeichnung für das Ministerium des Äußern.

Foreland (spr. fohrländ), zwei Vorgebirge an der Südostküste Englands, an der Straße von Calais: North Foreland (das Cantium des Ptolemäos), an der Nordspitze der Grafschaft Kent, mit Leuchtturm; South Foreland, gegen O. gerichtet, nordöstlich von Dover, ebenfalls mit Leuchtturm. Hier vom 11. Juni 1666 an viertägige Seeschlacht zwischen den Niederländern unter Ruyter und den Engländern unter Monk, worin erstere einen glänzenden Sieg davontrugen.

Forelle, Name einiger Fischarten aus der Gattung Lachs (Salmo Art.). Die Seeforelle (Rheinanke, Rheinlanke, Lachsforelle, Grundforelle, Grundföhre, S. lacustris L.), bis 1 m lang und 25-30 kg schwer, mit mehr oder weniger gestrecktem, verhältnismäßig plumpem Körper, großem Kopf, kurzer, abgestumpfter Schnauze, 3-4 Zähnen am queren Hinterrand der vordern kurzen Pflugscharbeinplatte und einer kräftig bezahnten Längsleiste auf dem langen, derben Stiel des Pflugscharbeins, ist auf dem Rücken grün oder blaugrau und wie an den silberigen Seiten mit runden oder eckigen, schwarzen Flecken, auf der Unterseite mit silberweißem Glanz versehen. Die Flossen sind grau, die Rückenflosse schwarz gefleckt. Dieser Fisch variiert sehr stark nach Aufenthaltsort und Jahreszeit, und namentlich weicht die sterile Form (Schwebforelle, Schwebföhre, Silberlachs, Maiforelle) sehr erheblich ab. Sie bleibt schlanker und zeigt viel weniger die schwarzen Flecke der fruchtbaren Form. Letztere wird 78 cm lang und 15 kg schwer. Sie bewohnt die Seen der Alpen und Voralpen, lebt in bedeutenden Tiefen, nährt sich von andern Fischen und geht im September gesellschaftlich in die Flüsse, um zu laichen. Hier wird sie erst nach einiger Zeit geschlechtsreif, und die Männchen färben sich dabei unter Schwartenbildung sehr dunkel. Zum Ablegen der erbsengroßen, gelben Eier wühlen sie in kiesigem Grund reißender Flüsse muldenförmige Gruben und kehren dann in die Seen zurück, wohin die Jungen im zweiten Winter ihres Lebens folgen. Die Seeforelle ist nicht sehr empfindlich und gedeiht auch in tiefen, quellenreichen, kiesgrundigen Teichen. Das Fleisch ist sehr geschätzt. Die Meerforelle (Weißforelle, in Norddeutschland Lachsforelle genannt, S. trutta L.), bis 1 m lang und bis 15 kg schwer, ist der vorigen sehr ähnlich, nur ist ihr Kopf kleiner, die Schuppen sind größer, die Zähne schwächer, und die des Pflugscharbeins gehen früher verloren; auf dem Rücken ist sie blaugrau, an den Seiten silberig, sparsam schwarz gefleckt oder ungefleckt, unterseits weiß, die paarigen Flossen und die Afterflosse sind farblos, die übrigen grau; in der Jugend ist sie an den Körperseiten orangegelb gefleckt. Sie lebt in der Ost- und Nordsee, dem nördlichen Atlantischen Meer und dem Eismeer, tritt an den Küsten oft in großer Menge auf, steigt im Mai, Juni, Juli in die Flüsse, aber nicht so weit wie der Lachs, laicht im November und Dezember und geht im Frühjahr ins Meer zurück. Sie läßt sich auch in Seen und Teichen ansiedeln, und ihr Fleisch wird namentlich in Skandinavien sehr hoch geschätzt. Der Strandlachs oder unechte Lachs der Ostsee ist wahrscheinlich eine sterile Form dieser Art. Die in den Buchten von Neubraunschweig, Neufundland und Neuschottland häufige F., welche im Frühjahr an der Küste von Long Island und in der untern New Yorker Bai erscheint, wird dort massenhaft gefangen und, in Öl eingelegt, als amerikanische Sardine (Menhaden) in den Handel gebracht. Die Bachforelle (Teich-, Wald-, Stein-, Alp-, Gold-, Weiß-, Schwarzforelle, S. Fario L.), bis 90 cm lang und 6 kg schwer, mit sehr gedrungenem, seitlich zusammengedrücktem Körper, kurzer, sehr abgestumpfter Schnauze, 3-4 Zähnen am queren Hinterrand der vordern kurzen Pflugscharbeinplatte und doppelreihigen, sehr starken Zähnen auf dem langen Stiel des Pflugscharbeins, auf dem olivengrünen Rücken und den gelbgrünen Seiten mit schwarzen und orangeroten, zuweilen bläulich umrandeten Flecken, unterseits messinggelb; die Rückenflosse ist meist olivengrün, die paarigen Flossen und die Afterflossen sind weingelb, häufig schwarz pigmentiert, auch erscheinen die Flossen gefleckt. Die Färbung des ganzen Fisches variiert ungemein und