Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Foyaīt; Foyatier; Foyer; Foyers; Foyle; Fr.; Fra; Fraas

475

Foyait - Fraas.

Kammer, wo er sich fortwährend als einer der besten und entschiedensten konstitutionell-liberalen Redner zeigte und an der Spitze einer an Zahl schwachen Opposition die ultraroyalistische und klerikale Majorität, besonders unter dem Ministerium Villèle, energisch und nicht ohne Erfolg bekämpfte. Er starb 28. Nov. 1825. Bei seinem Begräbnis veranstalteten die Liberalen eine große Demonstration. Seinem Sarg folgten gegen 100,000 Menschen, und durch Nationalsubskription wurde 1 Mill. für seine Familie gesammelt. 1879 ward sein Standbild in Ham enthüllt. Die "Discours du général F.", denen eine Biographie Foys von Tissot beigegeben ist, erschienen 1826 in Paris (2 Bde.). Aus seinem Nachlaß wurde die "Histoire de la guerre de la péninsule sous Napoléon" (Par. 1827, 4 Bde.; deutsch, Leipz. 1827) herausgegeben.

Foyaīt, s. Syenit.

Foyatier (spr. fŏajatjeh), Denis, franz. Bildhauer, geb. 1793 zu Bussière (Loire), war Schüler Marins zu Lyon, arbeitete dann unter Lemot und besuchte seit 1817 die Schule der schönen Künste zu Paris. Im J. 1819 erhielt er für seine Statue eines Fauns die goldene Medaille und wurde hierauf mit der Anfertigung der 4 m hohen Statue des heil. Markus für die Kathedrale zu Arras beauftragt. Von seinen zahlreichen Werken sind hervorzuheben: die Statuen der Amaryllis und des Spartacus (1827); die Büste der Louise Labey (la belle Cordière) im Museum zu Lyon; die 2,5 m hohe steinerne Statue des Glaubens, in Notre Dame de Lorette; die Statue der Klugheit, für den Saal der Deputierten (1831); der Athlet Astydamas, der Lucilia während des Brandes von Herculaneum folgend (1833); Basreliefs am Fries des Triumphbogens de l'Etoile; das Modell zur Erzstatue Jacquards, für Lyon; ein Teil der Ausschmückung der Madeleinekirche zu Paris und die Reiterstatue der Jeanne d'Arc für Orléans. Er starb 18. Nov. 1863.

Foyer (franz., spr. fŏajeh), der Feuerherd; auch s. v. w. Minenherd (s. Mine); besonders ein Saal oder Gang neben einem Theater- oder Konzertsaal etc., der zum Promenieren und zur Unterhaltung des Publikums bestimmt ist und gewöhnlich mit einem Büffett in Verbindung steht. In Frankreich hat man außer dem gewöhnlichen F. (f. public) noch Foyers des artistes, in welchen sich bloß die Schauspieler, Dichter, Journalisten etc. zur Konversation vereinigen.

Foyers (spr. fēī-ers), Bach in Inverneßshire (Schottland), fließt dem Loch Neß zu und bildet einen berühmten, 28 m hohen Wasserfall.

Foyle (spr. feul), Fluß in der irischen Provinz Ulster, entsteht aus dem Zusammenfluß des Finn und Mourne bei Lifford und mündet nach einem Laufe von 117 km unterhalb Londonderry in die gleichnamige Meeresbucht (Lough F.).

Fr., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung: 1) für E. M. Fries (s. d.); 2) für Joh. Leonh. Frisch, geb. 1666 zu Sulzbach in der Oberpfalz, gest. 1743 als Rektor am Gymnasium in Berlin (Vögel, Insekten).

Fra (ital., Abkürzung von frate), Bruder, besonders den Namen von Ordensbrüdern vorgesetzt.

Fraas, 1) Karl Nikolaus, landwirtschaftl. Schriftsteller, geb. 3. Sept. 1810 zu Rattelsdorf in Oberfranken, studierte 1830-34 in München Medizin und Botanik, ging 1835 mit dem griechischen Hofmarschall Grafen Saporta nach Athen, wo er Direktor der königlichen Hofgärten und der Staatsbaumschule sowie Professor der Botanik an der neuerrichteten Universität wurde. 1842 ward er Lehrer der Landwirtschaft und Naturgeschichte an der Gewerbeschule zu Freising, 1845 Inspektor und Lehrer der Chemie und Technologie an der Zentral-Landwirtschaftsschule in Schleißheim, 1847 Professor der Landwirtschaft an der Universität zu München, 1853 Direktor der Zentral-Tierarzneischule. In Gemeinschaft mit Liebig leitete er die Versuchsstation des Generalkomitees des Bayrischen Landwirtschaftlichen Vereins, dessen Generalsekretär er war, veröffentlichte die daselbst angestellten Versuche (Münch. 1857-61) und gab die Zeitschrift jenes Vereins heraus. Seit 1864 lebte er auf seinem Gut Neufreimann bei München, wo er 9. Nov. 1875 starb. F. hat einen wesentlichen Einfluß auf die landwirtschaftlichen Verhältnisse Bayerns ausgeübt, namentlich ist er auch für Organisation des landwirtschaftlichen Kredits thätig gewesen; er wirkte für die Verbreitung der künstlichen Fischzucht in Deutschland, gründete die erste große Kunstdüngerfabrik in Bayern und bemühte sich eifrig, in der Tierheilkunde neue Wege anzubahnen. Er schrieb: "Synopsis florae classicae" (Münch. 1845); "Klima und Pflanzenwelt in der Zeit" (Landsh. 1847); "Geschichtliche Übersicht der Fortschritte der landwirtschaftlichen Erkenntnisse in den letzten 100 Jahren" (Prag 1851 bis 1852, 2 Bde.); "Schule des Landbaues" (5. Aufl., Münch. 1871); "Die Natur der Landwirtschaft" (das. 1857, 2 Bde.); "Buch der Natur für Landwirte" (das. 1860); "Die künstliche Fischerzeugung" (2. Aufl., das. 1854); "Die Ackerbaukrisen und ihre Heilmittel" (Leipz. 1866); "Geschichte der Landbau- und Forstwissenschaft" (Münch. 1866); "Das Wurzelleben der Kulturpflanzen" (2. Aufl., Berl. 1872); "Dorfgeschichten" (Münch. 1870, 2 Tle.).

2) Oskar, Geolog, geb. 17. Jan. 1824 zu Lorch im Remsthal, studierte in Tübingen Theologie, widmete sich (unter Quenstedts Leitung) dabei naturhistorischen, besonders geognostischen, Studien, machte mehrfache Reisen und löste 1845 die philosophische Preisaufgabe der Universität über die geognostische Aufnahme der Umgegend Tübingens. Als Vikar seines Vaters in Balingen setzte er seine geognostischen Studien fort. 1848 ward er Vikar in Leutkirch, dann Pfarrer in Laufen, und 1853 wurde er zum Konservator am königlichen Naturalienkabinett zu Stuttgart ernannt. Als solcher führte er mehrere Kartenaufnahmen und andre geologische Arbeiten, zum Teil gemeinsam mit Deffner, aus. Im J. 1864 machte er eine Reise in den Orient, und 1866 entdeckte er die Schussenrieder Menschenreste, 1871 machte er neue Höhlenausgrabungen, nebenbei leitete er schwierige artesische Brunnengrabungen, studierte die Kanalisations- und Abfuhrfrage und beteiligte sich auch an Gewerbvereinen und Weinbaugesellschaften. 1875 unternahm er im Auftrag des Generalgouverneurs vom Libanon, Rustem Pascha, eine geologische Untersuchung dieses seither der Wissenschaft unaufgeschlossenen Gebirges. Eine Zeitlang war er auch Präsident der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft. Er schrieb: "Die nutzbaren Mineralien Württembergs" (Stuttg. 1860); "Fauna von Steinheim, mit Rücksicht auf die miocänen Säugetier- und Vögelreste" (das. 1870); "Vor der Sündflut", eine Geschichte der Urwelt (3. Aufl., das. 1870); "Aus dem Orient" (das. 1867); "Drei Monate am Libanon" (2. Aufl., das. 1876); "Geologische Beobachtungen am Libanon" (das. 1878); "Aëtosaurus ferratus. Die gepanzerte Vogelechse aus dem Stubensandstein bei Stuttgart" (das. 1877); "Württembergs Eisenbahnen mit Land und Leuten an der Bahn" (das. 1880); "Geognostische Beschreibung von Württemberg, Baden und Hohenzollern" (das. 1882).