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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Frameries - Franceschini.

Frameries (spr. fram'rih), Gemeinde in der belg. Provinz Hennegau, Arrondissement Mons, Knotenpunkt der Eisenbahn nach Mons und St.-Ghislain, mit (1885) 10,331 Einw., welche bedeutenden Kohlenbergbau und Seilerei betreiben.

Framingham (spr. frähming-häm), Gemeinde im nordamerikan. Staat Massachusetts, Grafschaft Middlesex, 30 km westlich von Boston, mit Fabriken, landwirtschaftlichen Ausstellungen und (1880) 6235 Einw.

Franc, Geldmünze, s. Frank.

Français (franz., weibl. Form: française, spr. frangssäh, -ssähs'), französisch; Franzose, Französin; à la française, nach französischer Weise.

Français (spr. frangssäh), Louis, franz. Maler, geb. 17. Nov. 1814 zu Plombières, trat bei einem Buchhändler in Paris in die Lehre, gewann dann seinen Unterhalt durch Zeichnen von Vignetten für den Holzschnitt und erwarb sich einen Namen als Lithograph. Sodann machte er Kunststudien unter Gigoux und Corot und stellte im Salon von 1847 seine erste, in Gemeinschaft mit H. Baron gemalte Landschaft aus. Andre Bilder von ihm sind: Park von St.-Cloud, mit Figuren von Meissonier, Sonnenuntergang in Italien (Galerie des Luxembourg), Umgebung von Rom (1853), ein Fußpfad im Feld (1855). Im Salon von 1861 erschien: Ansicht bei Bas-Meudon; 1863: Orpheus am Grab der Eurydike (im Luxembourg); 1864: der heilige Hain, italienische Villa; 1865: neue Ausgrabungen von Pompeji; 1866: Umgebung von Rom, Umgebung von Paris; 1868: die Grumternte, das Münsterthal; 1869: der Montblanc; 1872: Motiv aus dem Thal von Sennheim, Daphnis und Chloe (Luxembourg), Erinnerung an Nizza. F. versteht es sehr wohl, auch einfache Motive mit tüchtiger Zeichnung und wahrem Kolorit durchzuführen, liebt aber dabei doch einen gewissen idealen Zug, der bei den modernen Franzosen nicht häufig ist; seine italienischen Landschaften pflegen sich durch angemessene Stilisierung, der aber die Naturwahrheit nicht fehlt, hervorzuthun. Sein Streben geht dahin, die romantische mit der stilisierenden Naturauffassung zu verbinden, wobei er jedoch bisweilen in akademische Kälte verfällt.

Française (franz., spr. frangssäh'), französischer Tanz im 6/8-Takt, wird nach Art der Quadrille gewöhnlich von acht Paaren getanzt und besteht aus verschiedenen Touren, die etwas schleifend ausgeführt werden sollen, später aber von der guten Gesellschaft nur im Gehen gemacht wurden. Vgl. Casorti, Theorie der F. (6. Aufl., Brem. 1883).

Francavilla, 1) F. al Mare, Stadt in der ital. Provinz Chieti, an der Küste des Adriatischen Meers und an der Eisenbahn Ancona-Brindisi, mit einem Hafen und (1881) 2033 Einw. - 2) F. di. Sicilia, Stadt in der ital. Provinz Messina (Sizilien), Kreis Castroreale, links am Alcantara, mit (1881) 4316 Einw., welche Seiden- und Baumwollspinnerei betreiben. - 3) F. fontana, Stadt in der ital. Provinz Lecce, Kreis Brindisi, hat eine schöne Kirche, ein Kastell und (1881) 17,559 Einw., welche Gerberei, Weberei und Handel mit Wein, Öl etc. betreiben; F. wurde 1734 durch ein Erdbeben zerstört.

Francavilla, Bildhauer, s. Francheville.

France, la (franz., spr. frangs), Frankreich.

France (spr. frangs), Jacques Anatole, franz. Dichter und Schriftsteller, geb. 16. April 1844 zu Paris, erhielt seine Bildung im Collège Stanislas und widmete sich dann litterarischen Arbeiten. Nachdem er mit der biographischen Studie "Alfred de Vigny" (1868) begonnen, veröffentlichte er 1873 seine ersten Gedichte: "Poèmes dorés", und diese sowohl als das an Goethes "Braut von Korinth" sich anlehnende Buchdrama "Les noces corinthiennes" (1876) fanden besonders wegen ihrer Formvollendung Beachtung. In "Iocaste et le chat maigre" (1879) betrat F., der inzwischen Bibliothekar des Senats und Mitarbeiter des "Temps" geworden war, mit noch zweifelhaftem Glück den Boden der humoristischen Erzählung; aber bald ward ihm mit "Le crime de Sylvestre Bonnard" und "La bûche de Noël" (1881), auf welche "Les désirs de Jean Servien" folgte, ein durchschlagender Erfolg zu teil. Der Grundzug von F. ist eine milde Resignation, die jedoch den echtesten Humor in der Auffassung und Beleuchtung des Lebens nicht ausschließt. Noch ist eine andre Studie: "Lucile de Chateaubriand, sa vie, ses contes, etc." (1876), zu erwähnen.

Francesca da Rimini, Italienerin des 13. Jahrh., deren Schicksale Stoff zu mehreren Dichtungen geliefert haben, war die Tochter des Guido da Polenta, Herrn von Ravenna, und wurde von demselben zur Besiegelung der Beilegung der Feindseligkeiten zwischen den Geschlechtern Polenta und Rimini wider ihren Willen an den häßlichen Gianciotto Malatesta da Rimini verheiratet, von diesem aber wegen ihrer Hingabe an dessen Stiefbruder, den schönen und liebenswürdigen Paolo, samt letzterm zu Rimini ermordet (1278). Schon Dante besang in einer berühmten (von Rossini musikalisch behandelten) Stelle seiner "Hölle" das tragische Ende der unglücklichen Frau; in neuerer Zeit wurde der Stoff von Silvio Pellico und P. Heyse dramatisch behandelt. Vgl. Tonini, Memorie storiche intorno a F. (2. Aufl., Rimini 1870); Yriarte, Françoise de Rimini dans la légende et dans l'histoire (Par. 1882).

Franceschi (spr. -tschéski), Piero degli, ital. Maler, geboren um 1420 zu Borgo San Sepolcro, arbeitete von 1439 an unter Dom. Veneziano an den Fresken in Santa Maria Nuova in Florenz und machte sich dadurch mit dem Stil der florentinischen Realisten vertraut. Auch erwarb er sich eine gründliche Kenntnis der Perspektive und der Lichtwirkungen; zugleich verbesserte er die Technik der Malerei, indem er Öl mit Tempera verband. Nach Vasari ward er von Nikolaus V. nach Rom berufen, um im Vatikan zu malen; 1451 befand sich F. im Dienste des S. P. Malatesta zu Rimini, dessen Porträtfigur er in San Francesco daselbst malte; um diese Zeit mögen auch seine Fresken, die Legende des heiligen Kreuzes behandelnd, in San Francesco zu Arezzo entstanden sein. Für seine Vaterstadt malte er die Auferstehung Christi im Kommunalpalast. Im J. 1469 trat er in den Dienst Federigos von Urbino, für den er eine Geißelung Christi (in der Domsakristei) sowie die Apotheose des Herzogs und seiner Gemahlin (jetzt in den Uffizien zu Florenz) ausführte. Auch war er in Ferrara, Perugia und Sinigaglia thätig und begann die Ausmalung der Wölbung der Sakristei von Santa Maria zu Loreto. F. starb in seiner Heimat 1492. Sein Traktat "De prospectiva pingendi" befindet sich in der Ambrosiana zu Mailand.

Franceschini (spr. -tscheskini), 1) Baldassare, ital. Maler, geb. 1611 zu Volterra, bildete sich in Florenz unter Rosselli, malte dann in Volterra, ging aber bald wieder nach Florenz, um sich bei Giovanni da San Giovanni in der Freskomalerei weiter auszubilden. Für den Großherzog malte er die Thaten der Mediceer in vier großen Fresken, andres für Kirchen und Paläste. Später begab er sich nach Rom, um die Alten zu studieren, deren guten Einfluß man