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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Friederichs; Friederichsen; Friedericia; Friedewald; Friedheim; Friedhof; Friedland

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Friederichs - Friedland.

liche, den Großherzog Leopold krönende Figur für Achern, die Statue des Dichters Pfeffel für Kolmar, die Statuen des Erbauers der Turmpyramide von Straßburg, Joh. Hülz, und des Gründers des Straßburger Gymnasiums, Jak. Sturm von Sturmeck. Er starb 9. März 1877 in Straßburg.

Friederichs, Karl, Archäolog, geb. 7. April 1831 zu Delmenhorst in Oldenburg, studierte in Göttingen unter K. Fr. Hermann und in Erlangen unter Hofmann und Nägelsbach Philologie, widmete sich später noch ein Jahr unter Gerhards Leitung in Berlin archäologischen Studien und wollte sich in Erlangen als Dozent habilitieren, kehrte aber auf Gerhards Wunsch zur Herstellung des Museumskatalogs nach Berlin zurück und ward daselbst zum außerordentlichen Professor ernannt. Im J. 1868 erhielt er die Direktion des Antiquariums. 1860 und 1867 bereiste er Italien, ging dann, obwohl schon seit 1864 lungenkrank, im Auftrag des Museums nach Cypern, um wichtige Ankäufe abzuschließen, und besuchte auch Ägypten, Athen und Sizilien. Er starb 18. Okt. 1871. Außer einer großen Zahl von archäologischen in den Fachzeitschriften wie als Winckelmanns-Programme erschienenen Aufsätzen sind als größere Arbeiten zu nennen: "Praxiteles und die Niobegruppe" (Leipz. 1855) und "Berlins antike Bildwerke" (Düsseld. 1868-1872, 2 Bde.; der erste Teil auch unter dem Titel: "Bausteine zur Geschichte der griechischen Plastik", 2. Aufl. von P. Wolters, Berl. 1885). Seine Reisebriefe aus Griechenland, dem Orient und Italien erschienen gesammelt unter dem Titel: "Kunst und Leben" (Düsseld. 1872).

Friederichsen, Ludwig, Kartograph, geb. 1. Mai 1841 in Rendsburg, erhielt seine Ausbildung in Gotha unter v. Sydow und Petermann, studierte später in Kiel und Berlin und errichtete 1868 eine Landkartenhandlung in Hamburg. 1873 gründete er die Hamburger Geographische Gesellschaft, deren erster Sekretär er seit dieser Zeit ist. F. redigiert die Mitteilungen derselben, gab 1873-79 das "Journal des Museum Godeffroy" heraus und veröffentlichte mehrere wertvolle Karten von Zentral- und Westafrika, der Südsee etc.

Friedericia, s. Fredericia.

Friedewald, Flecken im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld, am Seulingswald, 381 m ü. M., mit Amtsgericht und (1885) 1131 evang. Einwohnern. Dabei die Ruinen des 1472 erbauten und 1762 zerstörten befestigten Schlosses F. In F. schlossen 5. Okt. 1551 der Kurfürst Moritz von Sachsen und der Landgraf Philipp von Hessen mit König Heinrich II. von Frankreich ein Bündnis gegen Kaiser Karl V.

Friedheim (ehemals Miasteczko), Stadt im preuß. Regierungsbezirk Bromberg, Kreis Wirsitz, am Netzebruch und an der Linie Schneidemühl-Bromberg-Thorn der Preußischen Staatsbahn, hat eine evangelische und eine kath. Kirche und (1885) 915 meist evang. Einwohner.

Friedhof, s. v. w. Kirchhof, Gottesacker (s. Begräbnisplatz). Das Wort ist mit Anlehnung an Friede ("Stätte des Friedens") eine Umdeutung des alten, noch jetzt in Süddeutschland gebräuchlichen Freithof (mittelhochd. vrîthof), das ursprünglich nur einen eingefriedigten Raum um die Kirche als Freiplatz und Asyl für Verfolgte bezeichnet.

Friedland, 1) Stadt im nördlichen Böhmen, am Wittigfluß und an der Eisenbahn von Reichenberg nach Görlitz, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat eine Dekanalkirche mit schönem Grabdenkmal des Feldmarschalls v. Rädern von 1610, ein Spital, eine Sparkasse und (1880) 4817 Einw., welche Tuch- und Wollwarenfabrikation, Baumwollspinnerei und -Weberei, Druckerei u. Appretur, Bierbrauerei u. a. treiben. Das dortige Schloß, auf einem die Stadt überragenden, 60 m hohen Basaltfelsen, im 13. Jahrh. erbaut, 1869 durch den gegenwärtigen Besitzer Grafen Clam-Gallas teilweise renoviert, enthält eine Kapelle und Originalporträte von Wallenstein und dessen Tochter. Im Wittigthal aufwärts die industriellen Dörfer Mildenau, Raspenau, Haindorf und Weisbach. In der Nähe wird auch Braunkohlenbergbau betrieben. -

Die Stadt F. gab dem Herzogtum F. den Namen, welches einst Albrecht von Waldstein (Wallenstein) besaß. Nachdem dieser nämlich teils durch das Vermächtnis eines Oheims, der ihm 14 Güter und Herrschaften in Böhmen und Mähren hinterließ, teils durch den aus dem Vermögen seiner ersten Gemahlin 1621-23 für mehr als 7 Mill. Gulden gemachten Ankauf von konfiszierten Gütern böhmischer Rebellen einen bedeutenden Komplex von Ländereien erworben hatte, erhob ihn Kaiser Ferdinand 1623 zum Reichsfürsten und Herzog von F. Laut des darüber ausgestellten Majestätsbriefs umfaßte das Herzogtum F. neun Städte, (F., Reichenberg, Arnau, Weißwasser, Münchengrätz, Böhmisch-Leipa, Turnau, Gitschin und Aicha) und 57 Schlösser und Dörfer. Als Reichsfürst und Herzog hatte Wallenstein vom Kaiser zugleich die Lehnshoheit über die innerhalb des Herzogtums F. gelegenen Lehnsgüter erhalten. Nachdem Wallenstein ermordet und die Konfiskation seiner Güter ausgesprochen worden war, wurden die einzelnen Besitzungen des ganzen Herzogtums F. an die von ihm abgefallenen Offiziere verteilt; Graf Gallas z. B. erhielt die friedländischen Herrschaften F. und Reichenberg, Leslie die Herrschaft Neustadt. -

2) Marktflecken in der mähr. Bezirkshauptmannschaft Mistek, an der Ostrawitza und der Ostrau-Friedländer Eisenbahn, mit (1880) 2695 Einw. und bedeutendem Eisenwerk. -

3) Mecklenburgisch-F., Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz, Kreis Stargard, an der Eisenbahn Neubrandenburg-F., ist regelmäßig gebaut, hat ein Amtsgericht, 2 Kirchen, Gymnasium und (1885) 5502 evangelische Einwohner, die meist Landwirtschaft betreiben. Die Stadt, seit 1244 erbaut, erhielt 1247 von den Markgrafen von Brandenburg das Stendalsche Recht. -

4) Stadt im preuß. Regierungsbezirk Breslau, Kreis Waldenburg, 446 m ü. M., an der Steine und der Linie Breslau-Sorgau-Halbstadt der Preußischen Staatsbahn, nahe der böhmischen Grenze, hat ein Amtsgericht, eine evangelische und eine kath. Pfarrkirche, Lein- und Baumwollweberei und (1885) 2191 meist evang. Einwohner. Dabei das Dorf Alt-F. mit (1880) 1386 Einw. und großer Papierfabrik. -

5) Stadt im preuß. Regierungsbezirk Frankfurt a. O., Kreis Lübben, in der Nähe des Schwielochsees, hat eine evang. Pfarrkirche und (1885) 1126 Einw. Nahebei der Flecken Schloß-F. mit 140 Einw. -

6) Märkisch-F., Stadt im preuß. Regierungsbezirk Marienwerder, Kreis Deutschkrone, hat ein Amtsgericht, ein altes Schloß, eine evang. Kirche und (1885) 2439 meist evang. Einwohner (303 Juden). -

7) F. in Oberschlesien, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Oppeln, Kreis Falkenberg, an der Steinau (zur Neiße), hat ein Amtsgericht, eine evangelische und eine kath. Pfarrkirche, mehrere milde Stiftungen, einen Artillerieschießplatz und (1885) 2140 meist kath. Einwohner; dabei das gleichnamige Schloß des Grafen von Burghauß. -

8) F. in Ostpreußen,