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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Frikandeau; Frikassee; Frikativlaute; Frikoteur; Friktion; Friktionskur; Friktionsräder

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Frikandeau - Friktionsräder.

Ziel ohne Schwanken. Bei den großen Reformarbeiten der darauf folgenden Jahre beteiligte F. sich mit dem ihm eignen Eifer und der einsichtsvollsten Beharrlichkeit. 1870 nahmen er und sein Ministerium ihre Entlassung. F. bedurfte der Ruhe nach fünf anstrengenden Jahren des Kampfes und rastloser Arbeit. Seitdem lebt F. auf seinen Gütern in Jütland und übernahm nur zuweilen im Auftrag des Königs eine diplomatische Sendung.

Frikandeau (franz., spr. -kangdoh), gespicktes und gedämpftes Fleisch; Frikandelle (spr. -kangdäl), gebackenes Fleischklößchen.

Frikassee (franz. fricassée), Gericht aus klein geschnittenem Fleisch mit verschiedenen Zuthaten; scherzhafte, im 16. Jahrh. übliche Benennung von mehrstimmigen Kompositionen (Chansons etc.) mit verschiedenerlei Text für die einzelnen Stimmen; frikassieren, als F. zurichten.

Frikativlaute (lat. fricativae), Reibelaute, s. Lautlehre.

Frikoteur (franz., spr. -töhr), Leckermaul; auch einer, der im Amt unerlaubte Vorteile sucht.

Friktion (lat.), Reibung, "Reiberei", unerquickliche Meinungsverschiedenheit; auch s. v. w. Einreibung (von Salben etc.).

Friktionskur, s. Schmierkur.

Friktionsräder (Reibungsräder), Scheiben oder Räder mit abgedrehten Umfängen, welche zur Bewegungsübertragung mittels Reibung benutzt werden. Geschieht die Übertragung direkt von einer Radperipherie auf die andre, so hat man die direkt wirkenden F. (kurzweg F. genannt); ist dagegen ein biegsames Organ (Riemen, Seil, Schnur) dazwischengeschaltet, so hat man die indirekt wirkenden F., deren verschiedene Arten die Riemenräderwerke (s. d.) und der Seiltrieb (s. d.) bilden. - Die direkten F. richten sich in ihrer Anordnung nach der gegenseitigen Lage der Wellen, zwischen welchen sie eine Bewegungsübertragung herstellen sollen. Für parallele Wellen verwendet man zwei genau cylindrisch bearbeitete Scheiben (entweder beide aus Gußeisen oder nur eine aus diesem Material, die andre mit Leder, Papier oder Holz bekleidet), die man mit ihren Umfängen gegeneinander preßt. Da nun der Reibungswiderstand bedeutend geringer ist als der Druck (Normaldruck), durch welchen die Reibung erzeugt wird, so muß für solche cylindrische F. die Anpressung mit einer zur übertragenen verhältnismäßig großen Kraft geschehen, und da man die F. nicht direkt, sondern mittels ihrer Wellen, diese aber wieder mit Hilfe der Lager andrückt, so wird hierbei zwischen Wellenzapfen und Lager eine sehr große, schädliche Reibung hervorgebracht, die sowohl Kraftverluste als auch starke Abnutzungen zur Folge hat. Um den wirksamen Reibungswiderstand ohne Vermehrung des Lagerdrucks zu vergrößern, läßt man die Räder mit am Umfang keilförmig eingedrehten Rillen ineinander greifen (Keilräder). Noch bedeutender wird die auf Mitnehmen wirkende Reibung am Umfang von Brauers Lamellenrädern (Fig. 1). Diese bestehen aus den cylindrisch abgedrehten Grundkörpern A und R, auf denen eine Anzahl stählerner, schwach keilförmig profilierter Ringe ab (Lamellen) sitzen, welche mit den keilförmigen Teilen ihres Profils ineinander greifen, gegen Drehung auf den Grundkörpern durch die Federn c und d gesichert sind, sich aber seitwärts, d. h. in der Richtung der Achse, verschieben können. Durch das Anziehen einer Mutter mittels eines Gummiringes wird ein seitlicher elastischer Druck auf die Lamellen ausgeübt, welcher sich an allen Berührungsstellen derselben gleich bemerkbar macht, so daß dadurch eine zur gegenseitigen Bewegung benutzbare Reibung entsteht, welche der zwischen je zwei Scheiben stattfindenden Reibung mal der Anzahl der Berührungsflächen gleich ist. Um das Herabfallen der Lamellen des großen Rades A zu verhüten, sind an mehreren Stellen seines Umfangs beiderseits kleine vorstehende Plättchen l angebracht. - Bei gekreuzten Wellen werden entweder zwei konische Scheiben, oder eine ebene Scheibe und ein Konus, oder endlich zwei oder drei ebene Scheiben verwendet. Bei der letztern Anordnung (Fig. 2) ist das kleine Rad A der einen Welle zwischen den beiden Antriebrädern B B eingeklemmt. Letztere müssen jede für sich einen besondern Antrieb erhalten, so daß sie sich in entgegengesetztem Sinn drehen. Übrigens wendet man in beschränktem Maß auch konische F. mit Keilnuten an. Direkte F. werden hauptsächlich da mit Vorteil angewendet, wo man eine sanfte, geräuschlose und bei zu starken Widerständen nachgiebige Bewegungsübertragung haben will. Sie sind deshalb bei sehr schnell gehenden Transmissionen, die keiner allzu großen Übertragungskraft bedürfen, den Zahnrädern vorzuziehen, weil diese großes Geräusch verursachen, und den Riemenscheiben deshalb, weil die Riemen, durch die Zentrifugalkraft von den Scheiben abgehoben, gleiten und große Achsenabstände verlangen. Hierher gehören die Anwendungen bei Zentrifugalpumpen, Zentrifugen, Trockenmaschinen, Ventilatoren. Aber auch zur Übertragung großer Kräfte werden die F. gebraucht, so bei Reibungshämmern, Winden, vor allem bei den Lokomotiven, deren Triebräder nur mittels der Reibung auf den Schienen die Fortbewegung des Eisenbahnzugs bewirken. Sehr gute Dienste leisten die F. ferner da, wo es sich um eine innerhalb gewisser Grenzen beliebige Veränderung des Übersetzungsverhältnisses handelt (z. B. bei den Mechanismen zur Vorbewegung der Baumstämme gegen die Sägen der Sägemühlen etc., s. Wechselgetriebe).

F. oder Friktionsrollen, korrekter jedoch Antifriktionsräder, heißen auch Räder, welche zwischen übereinander fortbewegten Körpern angebracht wer-^[folgende Seite]

^[Abb.: Fig. 1. Brauers Lamellenräder.]

^[Abb.: Fig. 2. Friktionsräder für gekreuzte Wellen.]