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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Froben; Froberg; Froberger; Frobisher; Frobisherbai; Frock; Frogmore; Frohburg

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Froben - Frohburg.

schaft des Menschengeschlechts auf dem Standpunkt idealer und realer Interessen" (Leipz. 1870-76, 3 Bde.); "Die Gesichtspunkte und Aufgaben der Politik" (das. 1878) und das Schriftchen "Die realistische Weltansicht u. die utilitarische Zivilisation" (das. 1881).

Froben, 1) Johannes, Buchdrucker, geb. 1460 zu Hammelburg in Franken, studierte zu Basel vorzüglich die alten Sprachen, trat als Korrektor in Amerbachs Buchdruckerei und gründete 1491 in Basel eine eigne Buchdruckerei. Sein erster Druck war eine lateinische Bibel (1491), worauf die Herausgabe der lateinischen Kirchenväter Hieronymus, Cyprian und Rufinus, Tertullian, Hilarius und Ambrosius sowie der Werke seines Freundes Erasmus von Rotterdam folgte. 1496 gab er mit letzterm zusammen das Neue Testament in griechischer Sprache heraus. Er starb im Oktober 1527. F. war einer der ersten, welche in Deutschland die lateinische Schrift in ihren Druckwerken anwendeten; die seinigen erregten überdies durch ihr schönes weißes Papier und korrekten Druck allgemeine Bewunderung, und zu ihrer künstlerischen Ausstattung hat selbst Hans Holbein wesentlich beigetragen durch Titeleinfassungen und Randverzierungen. - Seine Söhne Hieronymus (gest. 1563) und Johann, im Verein mit seinem Schwiegersohn Nikolaus Episcopius (gest. 1564), und seine Enkel Ambrosius und Aurelius F. setzten das Geschäft fort und fügten zu den genannten Ausgaben der Kirchenväter noch einige neue: Augustinus, Chrysostomus, Basilius, hinzu. Das Druckerzeichen der F. ist eine Taube auf einem mit zwei gekrönten Schlangen umwundenen Stab. Sein Großneffe Georg Ludwig (geb. 1566 zu Iphofen) machte sich als gelehrter Buchhändler in Hamburg einen Namen (vgl. die Monographie von F. L. Hoffmann, Hamb. 1867).

2) Emanuel von, Abkömmling des vorigen, geb. 4. März 1640 auf Schloß Bencken bei Basel, trat 1663 als Stallmeister in die Dienste des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und rettete, wie die Überlieferung berichtet, diesem in der Schlacht bei Fehrbellin (28. Juni 1675) durch seine treue Aufopferung das Leben, indem er, bemerkend, daß die Schweden das weiße Pferd des Kurfürsten zum Zielpunkt ihres Geschützes ausersahen, denselben durch eine List zum Tauschen der Pferde vermochte, worauf er alsbald von einer Kugel tödlich getroffen wurde. Doch ist dies nicht historisch beglaubigt, sondern nur so viel, daß F. im dichtesten Schlachtgetümmel erschossen wurde in unmittelbarer Nähe des Kurfürsten, der sein Andenken hoch ehrte.

Froberg, Grafschaft im frühern Deutschen Reich, zwischen dem ehemaligen Stift Basel und Hochburgund, am Doubs, stand im Mittelalter unter mächtigen Grafen, kam im 16. Jahrh. an das Hochstift Basel und 1780 an die Franzosen, welche den Namen F. in Montjoie verwandelten.

Froberger, Johann Jakob, Organist und Klavierspieler, geboren in den ersten Jahren nach 1600 zu Halle als Sohn des dortigen Kantors, erhielt seine Ausbildung in Rom durch Frescobaldi auf Veranlassung Kaiser Ferdinands III. und wirkte von 1637 bis 1657 als Organist der kaiserlichen Hofmusikkapelle zu Wien. Seine im letztgenannten Jahr erfolgte Dienstentlassung erhielt er, wie es scheint, auf Grund der Pflichtversäumnisse während seiner ausgedehnten Kunstreisen, von deren zum Teil unglaubwürdigen Abenteuern Mattheson ausführlich berichtet. In der Folge fand er eine Beschützerin an der Herzogin Sibylla von Württemberg, in deren Dienst er 1667 zu Héricourt bei Belfort starb. F. ist ein Vorläufer der für die deutsche Orgelkunst wichtigen, unmittelbar auf J. S. Bach hinweisenden Epoche Pachelbels, Buxtehudes u. a. Sein Stil zeigt eine Verschmelzung des Ernstes und der kontrapunktischen Strenge der römischen Schule mit deutscher Innigkeit und französischer Grazie. Von seinen Werken gelangte erst 28 Jahre nach seinem Tod ein Teil in die Öffentlichkeit unter dem Titel: "Diverse curiose rarissime partite di Toccate, Ricercate, Capricci e Fantasie per gli amatori di cembali, organi ed istromenti" (Mainz 1695). Einzelne seiner Orgelkompositionen erschienen neuerdings in den Sammlungen von Commer, von K. H. Becker und Ritter ("Orgelarchiv") und Körner ("Der Orgelvirtuose"). Vgl. Beier, Über Jakob Frobergers Leben u. Bedeutung (Leipz. 1884).

Frobisher (spr. fróbischer, Forbisher), Sir Martin, berühmter engl. Seefahrer, geboren (Geburtsjahr unbekannt) zu Doncaster in Yorkshire, fuhr nach 15jährigen vergeblichen Versuchen, die Mittel dazu zu erhalten, 1576 mit zwei kleinen Schiffen aus, um eine nordwestliche Durchfahrt nach China zu suchen, und gelangte, gen Norden steuernd, nach Grönland, Labrador und 11. Aug. 1576 unter 63° 8' in eine Meerenge, die er Frobisherstraße nannte. Als die einzigen Früchte seiner Expedition brachte er einen Eskimo und einen schwarzen, glänzenden Stein mit, den man für goldhaltig hielt, daher im nächsten Jahr eine zweite Expedition von drei Schiffen unter seinem Befehl mit großen Anstrengungen eine ganze Ladung jener Steine holte. Im J. 1578 sandte ihn Königin Elisabeth abermals, jetzt mit 15 Schiffen, aus, in dem neuentdeckten Land (Insel Hall und Meta incognita) ein Fort zu erbauen und eine Besatzung nebst Arbeitern dort zurückzulassen. Eisberge und heftige Stürme vereitelten die Gründung der Kolonie, und die wiederum mitgebrachten Lasten des vermeintlichen Goldsteins erwiesen sich als wertlos. Doch hatte F. einen Teil der Westküste Grönlands, das er irrtümlich für die Insel Friesland des Venezianers Zeno hielt, unter dem Namen Westengland für die Königin in Besitz genommen. Er erhielt zur Belohnung ein Kommando in der Flotte, befehligte 1586 als Vizeadmiral unter Drake in Westindien, führte 1588 ein großes Kriegsschiff gegen die spanische Armada und, inzwischen zum Ritter geschlagen, 1594 zehn Kriegsschiffe, die dem König Heinrich IV. zu Hilfe geschickt wurden. Bei einem Angriff auf die von den Spaniern besetzte Küste der Bretagne 7. Nov. 1594 verwundet, starb er wenige Tage darauf in Portsmouth. Die Beschreibung seiner drei Reisen erschien gesammelt in Band 3 der Hakluytschen "Collection of voyages". Sein Leben beschrieb Jones (Lond. 1878).

Frobisherbai, Meerbusen im südlichen Teil von Baffinsland, zwischen den Halbinseln Meta incognita und Pennysland, 1576 von Frobisher entdeckt und nach ihm benannt. Erst Hall wies 1862 nach, daß der früher für eine Meerenge gehaltene Einschnitt wirklich ein Golf ist.

Frock (engl.), ursprünglich die Mönchskutte, dann der vorn schräg geschnittene englische Reifrock, welcher um die Mitte des 18. Jahrh. auf die Form der Röcke der Männer in Frankreich Einfluß gewann und zur Bezeichnung derselben (frac, fraque) wohl auch den Anlaß gab. Vgl. Frack.

Frogmore (spr. fróggmor), königlicher Landsitz im kleinen Park von Windsor (s. d.).

Frohburg (sonst Vroburg), Stadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig, Amtshauptmannschaft Borna, an der Wyhra und der Linie Leipzig-Chemnitz der Sächsischen Staatsbahn, hat ein Amtsgericht,