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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Fröschl - Frost.

Europa, lebt im Sommer in Gräben, Brüchern, Sümpfen, im Herbst zeitweilig auf dem Land, schwimmt recht gut und hüpft mit ihren langen Hinterbeinen ziemlich schnell; sie schreit abends und die Nacht hindurch eintönig und nicht laut. Sie ist äußerst furchtsam und sondert in der Angst einen schaumigen, etwas scharfen Schleim ab. Ihre Nahrung besteht aus Insekten, Schnecken und Würmern. Sie laicht im Mai und Juni, der Laich fällt im Wasser zu Boden, am neunten Tag schlüpfen die Larven aus, und zu Anfang Oktober ist die junge Brut entwickelt. Vgl. Günther, Catalogue of the Batrachia salientia in the British Museum (Lond. 1858); Ecker, Anatomie des Frosches (Braunschw. 1864-82, 3 Hefte); Götte, Entwickelungsgeschichte der Unke (Leipz. 1874); Knauer, Naturgeschichte der Lurche (Wien 1878); Leydig, Die anuren Batrachier der deutschen Fauna (Bonn 1877).

Fröschl, Karl, Maler, geb. 1848 zu Wien, bildete sich auf der dortigen Kunstakademie und ging dann nach München, wo er sich W. Diez zum Lehrer erwählte und bald einer seiner tüchtigsten Schüler ward. Er kultivierte vornehmlich den Studienkopf, das Porträt und das heitere Familiengenre in geist- und gemütvoller Auffassung und mit einer zarten, flüssigen Technik. Nachdem er sich einige Jahre in Italien aufgehalten, von wo er glücklich erfaßte Motive aus dem römischen Volksleben mitbrachte, kehrte er nach München zurück, siedelte aber 1883 nach Wien über. F. führt auch die Radiernadel mit großem Geschick.

Froschlaichpflaster, s. Bleipflaster.

Fröschleingeschwulst (Ranula), eine annähernd kugelförmige Cystengeschwulst unter der Zunge, welche aus einem dünnen häutigen Sack und einem wässerigen oder schleimigen, gewöhnlich etwas trüben, manchmal zähflüssigen Inhalt besteht und je nach ihrer Größe das Schlingen, Kauen, Sprechen etc. mehr oder weniger erschwert. Die F. entsteht durch krankhafte Erweiterung des Ausführungsganges einer kleinen Schleimdrüse an der Zungenspitze, nicht, wie man früher glaubte, der Speicheldrüsen; sie behindert die Bewegung der Zunge und ist dauernd nur durch Herausschälen mit dem Messer heilbar. Das bloße Anstechen der Geschwulst und die Entleerung ihres Inhalts erleichtert nur vorübergehend die Beschwerden.

Froschlöffel, Pflanzengattung, s. Alisma.

Froschlöffelpflanzen, s. Alismaceen.

Froschlurche, s. v. w. Frösche.

Froschmäuler, in der Baukunst, s. Dachfenster.

Froschmäusekrieg, Epos, s. Batrachomyomachia.

Froschmäusler, Lehrgedicht, s. Rollenhagen.

Froschperspektive, die Ansicht eines Gegenstandes von einem sehr tiefen Standpunkt, im Gegensatz zur Vogelperspektive (s. d.).

Froschpfeffer, s. Ranunculus.

Fröschweiler, Dorf im Elsaß, an der Straße von Wörth nach Reichshofen, bildete in der Schlacht bei Wörth das Zentrum der Mac Mahonschen Armee, und hier tobte der verzweifeltste Kampf am Nachmittag des 6. Aug. 1870, als die Franzosen den schon auf den Flügeln siegreichen Deutschen den letzten zähen Widerstand entgegensetzten. Die Franzosen nennen das Dorf Fröschwiller und benennen hiernach die Schlacht bei Wörth; häufiger freilich ist noch der Name bataille de Reichsoffen, nach Reichshofen (s. Wörth).

Frose, Flecken im Herzogtum Anhalt, Kreis Ballenstedt, an den Linien Halle-Vienenburg und F.-Quedlinburg der Preußischen Staatsbahn, hat eine evang. Pfarrkirche, Torfstich, Braunkohlengrube und (1880) 2293 Einw.

Frosinone, Kreishauptstadt in der ital. Provinz Rom, am Cosa und an der Eisenbahn Rom-Neapel, hat 8 Kirchen, Weinbau und (1881) 7018 Einw. Im Altertum war F. eine Rom feindlich gesinnte Volskerstadt. Noch sind Spuren eines großen Amphitheaters vorhanden.

Frossard (spr. -ar), Charles Auguste, franz. General, geb. 26. April 1807, trat 1827 als Unterleutnant vom Genie in die Armee ein, machte 1831 und 1832 den Feldzug in Belgien mit, ging 1833 als Kapitän nach Algerien, ward 1846 beim Befestigungsdepot von Paris angestellt, dann Ordonnanzoffizier Ludwig Philipps. Er wohnte der Belagerung Roms unter General Oudinot 1849 bei und blieb, nach der Einnahme der Stadt zum Oberstleutnant befördert, bis Ende 1850 in Rom als Kommandant des Geniekorps der Okkupationsarmee. Darauf war er zwei Jahre lang zweiter Kommandant der polytechnischen Schule, wurde 1852 zum Obersten befördert und übernahm 1853 in Algerien die Leitung des Befestigungswesens der Provinz Oran. 1855 im Krimkrieg mit dem Kommando des 2. Geniekorps und mit der Leitung eines Teils der Belagerungsarbeiten vor Sebastopol betraut, blieb er, im Mai 1855 zum Brigadegeneral befördert, bis 1856 in der Krim als interimistischer Kommandant des gesamten Geniewesens der dortigen Armee. Im Dezember 1858 ward er Divisionsgeneral und leitete in Algerien das gesamte Geniewesen. 1859 beim Beginn des italienischen Feldzugs wurde er zum Chef des Geniewesens der Armee von Italien, 1867 zum Gouverneur des kaiserlichen Prinzen, 1869 zum Präsidenten des Komitees des Befestigungswesens ernannt. 1870 erhielt er den Oberbefehl über das 2. Armeekorps, mit dem er 2. Aug. nach einem kleinen Gefecht, welches lächerlicherweise zu einem großen Sieg aufgebauscht wurde, Saarbrücken besetzte und dann auf den Höhen von Spichern eine feste Stellung einnahm, die 6. Aug. von den Preußen erstürmt wurde. In der Schlacht von Vionville 16. Aug. ließ sich F. wieder überfallen, leistete aber dann ebenso wie 18. Aug. bei Gravelotte tapfern Widerstand. Sein Korps mußte sich 27. Okt. mit der Festung Metz ergeben. Als Kriegsgefangener war er bis zum Friedensschluß in Deutschland interniert. Zurückgekehrt, starb er 25. Aug. 1875 in Château-Villain (Haute-Marne). Zu seiner Rechtfertigung schrieb er einen "Rapport sur les opérations du 2. corps de l'armée du Rhin dans la campagne de 1870" (2. Aufl., Par. 1872).

Frost (Schauer, Horripilatio, Horror), in den geringern Graden Frösteln, ein mehr oder weniger unbehagliches Gefühl, welches bei stärkerer Abkühlung der Haut entsteht. Diese Abkühlung kann entweder durch direkte Entziehung der Wärme, z. B. in kalter Luft, im kalten Bad, hervorgebracht, oder sie kann durch innere Ursachen bedingt werden. Da das Blut der Träger und Verteiler der tierischen Wärme ist, so empfängt die Haut mit der geringern Blutmenge innerhalb einer gewissen Zeiteinheit auch eine geringere Wärmemenge, und die Temperaturdifferenz empfinden wir als subjektives Frostgefühl. Auch objektiv gibt sich die Blutleere der Haut durch ein Gefühl von Kälte zu erkennen, welches man beim Betasten eines Fröstelnden, wenigstens seiner Hände und Füße, empfängt. Bei stärkerm F. ist die Haut des Gesichts, der Hände etc. bläulich gefärbt, weil ein Krampf der kleinsten Arterien stattfindet und eine Stockung des Bluts in den feinen Hautvenen zur Folge hat. Abgesehen von dem subjektiven Frostgefühl, kommen während eines Frostes noch leichte