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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fulton City; Fulup; Fulvia; Fulvius; Fumagalli; Fumago

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Fulton City - Fumago.

und Albany. F. erhielt nach vielen Mühen vom Kongreß ein Patent zu alleiniger Dampfschiffahrt auf den bedeutendsten Flüssen Amerikas; doch zwang ihn Geldverlegenheit, sein Privilegium für die meisten Flüsse um geringen Preis zu verkaufen. In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte er sich mit Anwendung der Dampfmaschinen bei Kriegsschiffen, und der Kongreß ließ eine Dampffregatte nach seiner Angabe bauen; allein F. erlebte deren Vollendung nicht, er starb 24. Febr. 1815 mit Hinterlassung einer Schuldenlast von mehr als 100,000 Dollar. Vgl. Montgery, Notice sur la vie et les travaux de Rob. F. (Par. 1825).

Fulton City (spr. ssitti), Hauptstadt der Grafschaft Callaway im nordamerikan. Staat Missouri, nördlich von Jefferson City, mit Irrenhaus, Taubstummenanstalt und (1880) 2409 Einw.

Fulup, Negervolk, s. Felup.

Fulvia, 1) vornehme Römerin und Geliebte des Quintus Curius, sonst unbekannt und nur deswegen erwähnt, weil sie den Plan der Catilinarischen Verschwörung (63 v. Chr.), den sie von ihrem Geliebten erfahren hatte, Cicero verriet und dadurch zu deren Unterdrückung wesentlich beitrug.

2) Tochter des M. Fulvius Bambalio, war dreimal verheiratet, zuerst an P. Clodius, sodann an Gajus Curio und, als dieser im afrikanischen Krieg umgekommen war, an den Triumvir M. Antonius, eine der herrschsüchtigsten und sittenlosesten Frauen ihrer Zeit. Als unversöhnliche Feindin des Cicero mißhandelte sie noch dessen abgeschlagenes Haupt. Sie war es vornehmlich, die im J. 41 v. Chr., als ihr Gemahl in Alexandria abwesend war, durch ihre Ränke den perusinischen Krieg entzündete. Als der Krieg mit der Einnahme von Perusia durch Oktavian beendigt worden war (40), flüchtete sie und traf mit ihrem Gemahl in Athen zusammen, wurde aber von demselben zurückgewiesen und starb bald darauf in Sikyon.

Fulvius, Name eines berühmten plebejischen Geschlechts zu Rom, das wahrscheinlich aus Tusculum stammte. Die bekanntesten Vertreter desselben sind:

1) Quintus F. Flaccus, that sich vorzüglich während des zweiten Punischen Kriegs hervor. Seine beiden ersten Konsulate fallen in die Jahre 237 und 224 v. Chr.; beide Male hatte er die Gallier zu bekämpfen. Für das Jahr 212 wurde er zum drittenmal zum Konsul erwählt. Als solcher kämpfte er glücklich in Kampanien gegen Hanno und begann mit seinem Kollegen Appius Claudius Pulcher die Belagerung der Stadt Capua, welche von beiden auch im folgenden Jahr fortgesetzt wurde. Bei Hannibals Zuge gegen Rom mit der Absicht, Capua dadurch zu befreien, eilte F. auf Befehl des Senats zum Schutz von Rom herbei, kehrte aber nach Hannibals Abzug wieder zur Belagerung Capuas zurück und ließ nach der bald darauf erfolgten Übergabe der Stadt diejenigen Senatoren, welche für besonders schuldig galten (55 an der Zahl), mit dem Beil hinrichten, ohne die Entscheidung des römischen Senats abzuwarten. Auch im nächsten Jahr behielt F. das Kommando in Kampanien und wurde dann zum Diktator ernannt, um die Konsulwahl abzuhalten. In dieser wurde er selbst für 209 zum viertenmal zum Konsul erwählt und erhielt den Oberbefehl in Lukanien und Bruttium. Auch für die beiden folgenden Jahre wurde ihm das Kommando verlängert. Hiermit schließen die Nachrichten über ihn.

2) Quintus, ältester Sohn des vorigen, machte sich vorzüglich durch die Siege berühmt, welche er 182 und 181 v. Chr. in Spanien als Prätor und Proprätor gegen die Keltiberer erfocht, denen er die Stadt Urbiaca entriß und zwei Niederlagen beibrachte, so daß sich ihm der größte Teil ihres Landes unterwarf. In Rom wählte man ihn, nachdem er im Triumph eingezogen war, zugleich mit seinem Bruder L. Manlius Acidinus zum Konsul des Jahrs 179. Als solcher besiegte er die Ligurer, wofür er einen zweiten Triumph erhielt. Im J. 174 Zensor, ließ er, um den von ihm in Spanien gelobten Tempel der Fortuna equestris ausschmücken zu können, die Marmorziegel vom Tempel der Juno auf dem Lacinischen Vorgebirge wegnehmen und nach Rom bringen, von wo sie aber auf Befehl des Senats wieder zurückgebracht wurden. Dem Zorn der Juno wurde eine Geisteskrankheit zugeschrieben, in welcher er sich auf die Nachricht, daß von seinen beiden Söhnen, die in Illyrien dienten, der eine tot, der andre todkrank sei, selbst erhängte.

3) Marcus F. Flaccus, Anhänger der Gracchen, mit welchen er auch seinen Untergang fand. Nachdem Tiberius Gracchus 133 v. Chr. durch die Partei der Optimaten gefallen war, wurde F. an seine Stelle zum Triumvir agris dividundis (Ackerverteilungskommissar) ernannt, ohne daß jedoch bei dem Widerstand der Optimaten die Verteilung der Ländereien erhebliche Fortschritte machte. Als F. 125 zum Konsulat gelangt war, trat er mit dem Gesetzvorschlag auf, das römische Bürgerrecht allen italischen Bundesgenossen zu verleihen, wurde jedoch, ehe er das Gesetz durchbringen konnte, vom Senat den Massiliern gegen die Salluvier zu Hilfe geschickt. F. besiegte die Gallier und Ligurer und kehrte zum Triumph nach Rom zurück. Als es 121 zum Kampf zwischen den Optimaten und der Partei des Gajus Gracchus kam, besetzte er mit seinen Anhängern den Aventinischen Hügel; die Optimaten erstürmten aber den Berg mit einer überlegenen Macht, F. floh und wurde auf der Flucht getötet. Mit ihm teilten Gajus Gracchus und 3000 von seiner Partei das gleiche Schicksal.

Fumagalli, Adolfo, Klavierspieler, geb. 19. Okt. 1828 zu Inzago bei Mailand, erhielt seine musikalische Bildung im Konservatorium letzterer Stadt unter der Leitung Angeleris. Sein erstes öffentliches Auftreten in Mailand (1848) war vom größten Erfolg begleitet, und eine nicht weniger günstige Aufnahme fand er später in Turin sowie in Paris, wo er von der Kaiserin Eugenie an den Hof gezogen und von Napoleon III. mit Gunstbezeigungen überhäuft wurde. Seine Künstlerlaufbahn schien eine glänzende zu werden, aber schon 3. Mai 1856 starb F. in Florenz. Unter seinen Kompositionen verdienen besonders die "Tarantellen", Op. 29, die "Sérénade napolitaine", Op. 50, und das Klavierkonzert "Les clochettes", Op. 21, Hervorhebung.

Fumago Tul. (Rußtaupilz), Pilzgattung aus der Ordnung der Pyrenomyceten, mit schwarzbraunem, auf der Oberfläche lebender Pflanzenteile wachsendem Mycelium und höchst mannigfachen Sporenbildungen. F. salicina Tul. bildet auf den Blättern von Weiden, Pappeln, Birken, Ulmen, Eichen, Linden, Apfelbäumen, auf dem Hopfen (als schwarzer Brand) dünne, schwarze Überzüge (Rußtau), welche denselben ein berußtes Aussehen geben und durch Lichtentziehung die Assimilation der befallenen Pflanze schwächen. Als Fruktifikationsformen erscheinen im Herbst Perithecien mit mehrzelligen Sporen, außerdem kommen Gemmen am Mycelium, verschiedene Formen von Konidien, ferner Konidienfrüchte und Pykniden vor (s. Pilze). Die Konidien-^[folgende Seite]