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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Fundation - Fünfeck.

Fundation (lat.), Gründung, Stiftung, namentlich eine fromme; Fundator, Gründer, Stifter.

Fundbericht, s. Fundschein.

Funddiebstahl, s. Unterschlagung.

Fundi, antike Stadt, s. Fondi.

Fundieren (lat.), gründen, stiften; die Fonds zu etwas anweisen und sie feststellen; fundiertes Einkommen, das Einkommen aus Besitz, im Gegensatz zum Einkommen aus Arbeit; fundierte Schuld, s. Staatsschulden.

Funditores (Fundibularii, lat.), die Schleuderer in den Heeren des Altertums.

Fundj, Negervolk, s. Fundsch.

Fundlohn, s. Fund.

Fundrecht, Rechtsgrundsätze, welche bei dem Finden verlorner Sachen maßgebend sind (s. Fund); über F. im Bergwesen s. Finderrecht.

Fundsch (Sing. Fungi), ein zur Nubarasse gehöriges Volk, das im südlich vom 13.° nördl. Br. gelegenen Teil von Senaar, am Blauen Nil sowie zwischen diesem und dem Weißen Nil, bis zum 10.° wohnt. Die F. erscheinen bereits auf altägyptischen Denkmälern dargestellt, waren als Ptoemphanoi Bion und Plinius bekannt und spielten nach Annahme des Islam im 16. Jahrh. eine geschichtliche Rolle, als sie, aus ihren Wohnsitzen in Südsenaar hervorbrechend, alles Land zwischen Westabessinien und Dar Fur unterjochten und auf den Trümmern von Meroe und Aloah das Reich Senaar errichteten, das erst nach 300jähriger Dauer 1822 dem kriegerischen Arm des ägyptischen Prinzen Ismael Pascha erlag. Die Sultane wurden entthront und im Innern Senaars ein Vasallenfürstentum geschaffen, dessen Häuptling (Melik, Mak oder Mek) bis vor kurzem einen Tribut von 20,000 Mariatheresienthalern zahlte und Heeresfolge leisten mußte. Der Melik umgab sich alsdann mit Reitern in Panzerhemd, Helm, Armschienen und baumwollenem, dick wattiertem Schlafrock, das Roß mit metallenen Kopfschienen versehen und in weite Steppdecken eingemummt. Die F. sind mittelgroß, schlank und wohlgebildet, von schwärzlichbrauner Hautfarbe, die aber auch ins Gelbliche und Schwarze übergeht. Die Stirn weicht nach oben zurück, die Nase ist gerade oder leicht gebogen, die Lippen sind fleischig, die Augen groß, die Haare stark gekräuselt, doch nicht wollig, der Bart ist schwach. Gleich andern Nuba tragen die F. als Stammesnarben drei schräge Schnitte auf Schläfen und Wangen. Sie sind offenherzig, gutmütig, gastfrei und tapfer. Die Bekleidung besteht aus Hemd und langer Hose, das 200-250 mm lange Haar frisieren Männer und Weiber auf unendlich mannigfaltige Weise. Ihre Waffen sind Schild, Speer, eiserne zackige Streitäxte, Dolch und Schwert. Sie wohnen in kreisförmigen Hütten mit spitzem Kegeldach, bebauen ihren Acker mit Spaten und Hacke, ziehen Mais, Zwiebeln, Bohnen, Sorghum u. a., züchten Esel, Kamele, Zebus, fettschwänzige Schafe, Ziegen, Hunde, Hühner und Tauben. Sie sind sehr geschickte Schmiede in Eisen, Gold und Silber, fertigen Baumwollzeuge und Leder, die sie schön färben, und sind tüchtige Jäger. Sie singen improvisierte Lieder zur Rohrschalmei und Trommel. Zu den F. gehören auch die südlicher wohnenden Berun oder Burum, die Ingassana und die Hammedsch, sämtlich Heiden, Ackerbau und Eisenindustrie treibend, dabei wild und kriegerisch. Vgl. Hartmann, Die Nigritier (Berl. 1876).

Fundschein (Fundbericht, Obduktionsbericht, Visum repertum), das Gutachten eines Arztes über die Ergebnisse einer gerichtlichen Leichenobduktion und Sektion, namentlich über die Todesursache und andre im einzelnen Fall sich ergebende Fragen. S. Totenschau.

Fundus (lat.), Grund und Boden; Fond; f. dotalis, ein zur Mitgift gehöriges Grundstück; f. instructus, ein Landgut mit Schiff und Geschirr.

Fundybai (spr. fönndi-), große Bai des Atlantischen Ozeans, die sich zwischen Neuschottland und Neubraunschweig 280 km weit in nordwestlicher Richtung erstreckt, 50 km breit ist und sich im obern Ende in die Arme Chignectobai und Mines Basin spaltet. Ihre Südküste wird durch 90-180 m hohe Basaltfelsen gebildet; die Nordküste ist reich gegliedert, und es münden dort die Flüsse St. Croix und St. John ein. Bemerkenswert ist die gewaltige Flut, die bis 21 m steigt.

Funebral (lat.), auf Leichenbegängnisse bezüglich; traurig, trübe, düster.

Fünen (Fühnen, dän. Fyen, lat. Fionia), nach Seeland die größte der dänischen Inseln, liegt zwischen Seeland, von dem es durch den Großen Belt, und Jütland und Schleswig, von denen es durch den Kleinen Belt getrennt wird, ist 81 km lang, bis 67 km breit und umfaßt 2942 qkm (53,4 QM.) mit (1880) 206,528 Einw. Auf der Nordküste befindet sich östlich der tiefe Odensefjord, ein bedeutender Meerbusen. Die Ufer sind im allgemeinen flach und sandig. Das Innere der Insel ist bald hügelig, bald eben. Durch den südlichen und südwestlichen Teil ziehen sich Hügelreihen hin, die im Bavnehöi (131 m) und im Trebjerg (127 m) ihre höchste Höhe erreichen. Nach N. und O. senkt sich das Land und bildet eine große Niederung. Von Flüssen ist die 60 km lange Odense-Aa, von Seen der fischreiche Arreskovsee zu nennen. Die Insel hat große landschaftliche Schönheiten und ist außerordentlich fruchtbar und gut angebaut. F. hat mehrere Eisenbahnlinien (s. Dänemark, S. 506), von denen die wichtigsten Nyborg-Middelfart und Odense-Svendborg sind, und eine Handelsflotte von 976 Schiffen (961 Segelschiffe) von 66,442 Ton. In administrativer Hinsicht bildet F. mit den Inseln Langeland, Äroe, Taasinge u. a. die Ämter Odense und Svendborg. S. Karte "Dänemark".

Funeralien (lat.), Beerdigungsanstalten, -Kosten; Leichenbegängnis; funerieren, beerdigen, bestatten; Funeration, Beerdigung.

Funést (lat.), unheilbringend, unheilvoll, traurig.

Fünf, eine Zahl, welche im Altertum und Mittelalter eine etwas mysteriöse Rolle spielte, ward bei den Griechen durch έ ^[epsilon], bei den Römern durch V, bei den Arabern durch ^ dargestellt. In der Geometrie des Boethius erscheint die F. als quinas und wird durch das Symbol ^ bezeichnet. Jede Zahl, welche 5 zum Faktor hat, hat im dekadischen System eine 5 oder 0 als letzte Ziffer.

Fünfeck (Pentagon, Pentangulum), im allgemeinen jede von fünf geraden oder krummen Linien begrenzte ebene oder windschiefe Figur, im engern Sinn eine von fünf Geraden begrenzte ebene Figur.

^[Abb.]

Schneiden die Seiten sich außer in den Ecken A, B, C, D, E noch in fünf Punkten, wie in der Figur, so hat man ein sogen. Sternfünfeck, von welchem bereits die Pythagoreer wußten, daß seine Diagonalen an ihren Durchschnittspunkten die Proportion des goldenen Schnitts in den Teilen der durchschnittenen Linien zeigen. Es galt ihnen auch als Erkennungszeichen. Unter dem Namen Pentagramm oder Drudenfuß (s. d.)