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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fungieren; Fungös; Fungus; Funiculus; Funikular; Funk; Funke; Funkeln; Funken; Funkenfänger

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Fungieren - Funkenfänger.

est idem. Zu beachten ist aber, daß an und für sich s. S., also Geld, Getreide, Ziegel u. dgl., unter Umständen auch als Spezies erscheinen können und rechtlich als solche zu behandeln sind, z. B. wenn ich jemand ein Geldstück übergebe unter der ausdrücklichen Bedingung, daß er mir ebendieses Geldstück, nicht etwa ein andres von gleichem Wert, zurückgeben solle. Umgekehrt können auch Sachen, welche ihrer natürlichen Beschaffenheit nach nicht vertretbar sind, durch besondere Bestimmung diesen Charakter erhalten, z. B. wenn ich jemand drei Stück Vieh aus meiner Herde verspreche und zwar ohne Bezeichnung der einzelnen Stücke. Nicht zu verwechseln mit den Fungibilien sind die sogen. Konsumtibilien, verbrauchbare Sachen, res consumtibiles, d. h. Sachen, deren Gebrauchen im Aufbrauchen besteht. Letztere sind allerdings regelmäßig auch zugleich vertretbar, während nicht alle vertretbaren Sachen auch verbrauchbar sind. Die verschiedenen Rohexemplare eines Buches z. B. sind vertretbar, ohne verbrauchbar zu sein.

Fungieren, amtlich thätig sein, s. Funktion.

Fungös (lat.), schwammig; Fungosität, Schwammigkeit, schwammiger Auswuchs.

Fungus, Schwamm; F. (Boletus) igniarius praeparatus oder chirurgorum, Feuerschwamm; F. (Boletus) laricis, Agaricus albus, Lärchenschwamm. In der pathologischen Anatomie früherer Zeit Bezeichnung für meist bösartige, weiche und blutreiche Geschwülste, welche sich über der Haut wie der Hut eines Pilzes ausbreiten; F. durae matris, Gehirnschwamm, Hirnkrebs; F. medullaris, Markschwamm, eine weiche, zellenreiche Geschwulst von bösartigem Verlauf; F. haemadotes, Blutschwamm, eine ebensolche, an Blutgefäßen sehr reiche und leicht blutende Geschwulst (s. Krebs); F. umbilicalis, Nabelschwamm.

Funiculus (lat.), in der Botanik s. v. w. Nabelstrang; F. spermaticus, in der Anatomie der Samenstrang.

Funikular (lat.), auf Seile bezüglich.

Funk, Heinrich, Maler, geb. 12. Dez. 1807 zu Herford, erhielt seine künstlerische Bildung seit 1829 auf der Akademie zu Düsseldorf in Schirmers Schule, lebte seit 1836 in Frankfurt und folgte 1854 einem Ruf als Professor der Landschaftsmalerei an die Kunstschule zu Stuttgart, wo er 22. Nov. 1877 starb. Seine Landschaften, von welchen das untere Innthal und die Ruine am See im Städelschen Museum zu Frankfurt, das Kaisergebirge im Innthal im Museum zu Stuttgart hervorzuheben sind, zeigen ein oft zu weit getriebenes Streben nach brillanten und namentlich zu rosigen Beleuchtungseffekten.

Funke, Otto, Mediziner, geb. 27. Okt. 1828 zu Chemnitz, studierte von 1846 bis 1851 in Leipzig und Heidelberg, habilitierte sich 1852 als Privatdozent für Physiologie in Leipzig, wo er 1853 die außerordentliche, 1856 die ordentliche Professur der physiologischen Chemie erhielt. 1860 ging er als Professor der Physiologie und Zoologie nach Freiburg i. Br., wo er 17. Aug. 1879 starb. Unter den wissenschaftlichen Leistungen Funkes sind besonders zu nennen seine Untersuchungen über das Milzvenenblut, über die Blutkristalle, über die Chyluskapillaren, über die Resorption der Eiweißkörper und Fette, über den Schweiß, über Curarewirkung, über Muskelermüdung, über die Wirkung des Ammoniaks etc. Auch wies er nach, daß die Nervensubstanz im lebendigen Zustand während der Ruhe neutral, nach dem Absterben und nach angestrengter Thätigkeit aber sauer reagiert. Er schrieb: "Lehrbuch der Physiologie" (7. Aufl. von Grünhagen, Hamb. 1884) und gab als Supplement zu Lehmanns "Lehrbuch der physiologischen Chemie" einen ausgezeichneten "Atlas der physiologischen Chemie" (Leipz. 1853, 2. Aufl. 1858) heraus. Für "Hermanns Handbuch der Physiologie" (Bd. 3, Leipz. 1880) bearbeitete er das Kapitel über den Tastsinn und die Gemeingefühle.

Funkeln, anhaltendes, aber intermittierend aufblitzendes, kräftiges, hin und her zitterndes Licht, welches häufig auch seine Farbe ändert. Das F. tritt ein bei einer gewissen Unruhe der Lichtquelle selbst oder derjenigen Körper, welche das Licht reflektieren oder brechen, wobei auch Farbenzerstreuung eintritt, wie z. B. bei Diamanten. Das F. der Fixsterne (Scintillation) erklärt sich nach Arago aus dem an verschiedenen Stellen ungleichen Lichtbrechungsvermögen der Atmosphäre. Von den Lichtstrahlen, die, in einem gewissen Augenblick von einem Fixstern, der als Lichtpunkt angenommen wird, ausgehend, unser Auge treffen, hat jeder in der Atmosphäre eine andre Bahn durchlaufen und je nach der Beschaffenheit der Luft entlang seinem Weg eine andre Verzögerung erlitten. Sind diese Verzögerungen z. B. derart, daß die roten Strahlen sich durch Interferenz vernichten, so wird der Stern in diesem Augenblick grün erscheinen. Aber im nächsten Augenblick schon haben sich auf dem Weg der Lichtstrahlen die Temperatur, die Feuchtigkeit und die Dichte der Luft ein wenig geändert; andre Strahlen tilgen sich aus, und der Stern funkelt nun mit andrer Farbe. Die Planeten, gewissermaßen aus vielen Lichtpunkten bestehend, funkeln nicht, weil das F. des einen Lichtpunktes dasjenige des andern aufhebt. Besonders stark ist das F. der Sterne, wenn die Luft feuchter wird, und deshalb erblicken die Seeleute in dem lebhaften F. ein Zeichen baldigen Regens. Vgl. Exner, über das F. der Sterne und die Scintillation überhaupt (Wien 1882).

Funken, kleine glühende oder in Verbrennung begriffene Partikelchen verschiedener Substanzen. Bei gewissen Verbrennungsprozessen werden durch eigentümliche Verhältnisse zahlreiche Partikelchen der verbrennenden Substanz mit einer gewissen Heftigkeit abgelöst und verursachen ein Funkensprühen. Über den elektrischen F. s. Elektrizität, S. 532.

Funkenfänger, Vorrichtungen an den Schornsteinen, besonders von Lokomotiven und Lokomobilen, welche zur Vermeidung von Feuersgefahr die bei dem starken Zug mitgerissenen Funken zurückhalten sollen. Die einfachsten F. sind über der Schornsteinöffnung angebrachte Siebe oder Drahthauben, die sich aber leicht verstopfen und, wenn sie engmaschig sind, störend auf die Luftzuführung der Feuerung wirken, bei weiten Maschen jedoch viele kleine Funken hindurchgehen lassen. F. ohne Siebe sind 1853 zuerst von James in Anwendung gebracht und jetzt in Amerika ganz allgemein in Gebrauch, auch in Europa viel verbreitet. Die Konstruktionen dieser F. sind sehr mannigfaltige, doch beruhen sie meist darauf, daß der Rauch vor dem Austritt gezwungen wird, sich in gekrümmten Bahnen zu bewegen, wobei die verhältnismäßig schweren Funken samt Flugasche u. Ruß, durch die auftretende Zentrifugalkraft nach außen geschleudert, außerhalb des Bereichs des Rauchstroms niedersinken. Abweichend von den Funkenfängern sind die Funkenlöscher konstruiert, welche die in den Schornstein gelangenden brennenden Teile mittels eines Dampfstroms auslöschen, der aus dem Kessel in den bezüglichen Apparat eingeleitet wird. Zu berücksichtigen ist, daß dieser Apparat demnach nur funktioniert, solange Dampf im Kessel vorhanden ist, dagegen während des An-^[folgende Seite]