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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Furlaner; Furlo; Furlong; Furn; Furneauxinseln; Furnes; Furneß; Furniere; Furnieren; Furnivall

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Furlaner - Furnivall.

Furlaner, die Bewohner von Friaul.

Furlo, Paß in der ital. Provinz Pesaro e Urbino, im Apennin, durch welchen die vor Erbauung der Eisenbahn Ancona-Rom wichtigste Straße (Via Flaminia) vom Adriatischen Meer aus (von Fano) den Apennin überstieg. Der eigentliche Furlopaß ist der Teil der Straße, der, vom Metaurothal in das seines Nebenflusses Borano einbiegend, teilweise in den Felsen gehauen ist, daher auch Pietra Pertusa genannt. Den Kamm des Apennin überschreitet die Straße im Scalettapaß.

Furlong (engl., spr. for-, eigentlich a furrolong, "eine Furchenlänge"), engl. Feldlängenmaß, = 40 Ruten = 220 Yards = 201,166 m, bis 1825 in Schottland = 226,769, in Irland = 256,030 m.

Furn, s. Rohrkarpfen.

Furneauxinseln (spr. furnoh-), Inselgruppe, welche sich von der Nordostspitze der Insel Tasmania, von dieser durch die Banksstraße getrennt, nach N. zu hinzieht. Am größten sind die Flindersinsel (auch Große oder Patriarcheninsel) und südlich davon, durch den Franklinsund von jener getrennt, die Barren- und die Clarkeinsel. Andre Inseln sind die Chappellinseln, die Hummockinsel und die felsige Kentsgruppe. Die Bevölkerung der fast völlig unfruchtbaren, felsigen und sandigen Inseln besteht zum großen Teil aus Mischlingen von weißen Männern und tasmanischen Weibern, beschäftigt sich ausschließlich mit Robbenschlag und Möwenfang zur Thrangewinnung und zählt (1881) 279 Seelen. Die Inseln wurden 1773 von Cooks Begleiter Fourneaux entdeckt, später von Flinders näher untersucht und waren nach 1836 zeitweilig Aufenthaltsort der tasmanischen Eingebornen.

Furnes (Veurne), Hauptstadt eines Arrondissements in der belg. Provinz Westflandern, an der Bahn Lichtervelde-Dünkirchen, durch Kanäle mit Nieuport, Dünkirchen, Bergues und Ypern verbunden, hat Gerberei und Leinwandfabrikation, Handel mit Getreide und Vieh, eine höhere Knabenschule, Industrieschule, bischöfliches Seminar, ein Tribunal und (1885) 5322 Einw. Hier 13. Aug. 1297 Sieg der Franzosen unter Philipp, Grafen von Artois, über die Deutschen und Flandrer unter dem Grafen Wilhelm von Jülich. F., früher befestigt, wurde 1583 von Alexander Farnese für Spanien erobert.

Furneß, der nördliche Teil von Lancashire (England), vom Reste der Grafschaft durch die Morecambebai getrennt. Der Küstenstrich ist eben, das Innere gebirgig (Old Man in den Coniston Fells 802 m), und die Gebirgsseen Coniston Water und Windermere bilden Anziehungspunkte für Touristen. Kupfer und Schiefer, in jüngster Zeit aber namentlich Eisenerze, werden ausgebeutet (s. Barrow in Furneß).

Furniere (Furnüre), dünne Holzblätter, welche in der Tischlerei zum überziehen (Furnieren) der aus geringerm Holz (Blindholz) gefertigten Möbel dienen, um ihnen das Ansehen der edlern Holzart zu geben. Man schneidet F. besonders aus Mahagoni, Jakaranda, Nußbaum, Kirschbaum, Ahorn, Esche etc., seltener aus Eichenholz, und bestrebt sich, sie so dünn wie möglich herzustellen, teils um an Material zu sparen, teils um eine mehrmalige Wiederholung der Zeichnungen oder Figuren des Holzes, welche sich oft schon in geringen Abständen innerhalb der Dicke einer Bohle bedeutend ändern, zu ermöglichen. Gewöhnliche, etwas starke F. schneidet man 8-10 aus 25 mm, wobei die Dicke eines einzelnen Blattes etwa zu 1,25-1,5 mm ausfällt, da man die Hälfte auf Abfall durch Späne rechnen kann. Es kommen aber auch 0,5 mm starke F. vor. Die krummfaserige, gemaserte Beschaffenheit des Holzes, welche ein leichtes Zerbröckeln desselben bedingt, erfordert eine unwandelbar in gleicher Ebene stattfindende Bewegung des schwachen Sägeblatts, welches feine und nur sehr wenig geschränkte Zähne besitzen darf. Für den kleinen Bedarf sägt man mit der Hand, für den größern mit Schneidemaschinen, die nur ein einziges Sägeblatt enthalten. Dies liegt ganz allgemein horizontal mit der Zahnseite nach unten und macht bis 300 Schnitte in einer Minute. Nach jedem Schnitt wird die Bohle durch einen Mechanismus um einen sehr kleinen Teil gegen das Sägeblatt vorgeschoben. Bei den Furnierschneidemaschinen mit Kreissäge hat die letztere einen Durchmesser von 1,5-5,5 m und wird aus einer runden gußeisernen Scheibe gebildet, an deren Umfang 10-30 gezahnte, bis 180 mm und mehr in der Breite messende Segmente von Stahlblech aufgenietet oder aufgeschraubt sind. Bei der Furnierhobelmaschine wird die zu verarbeitende Bohle unter einem großen Hobel durchgezogen, oder es bewegt sich der Hobel in horizontaler oder vertikaler Richtung, während das Holz festliegt. Der Hobel macht vorteilhaft einen Winkel von 80° gegen die Bewegungsrichtung und ist unter 15° gegen die Holzoberfläche geneigt, er hat eine Geschwindigkeit von 250 mm in einer Sekunde. Die Wirkung wird erleichtert, wenn das Holz vorläufig durch Dämpfen erweicht ist. Die Spiralfurnierschneidemaschine schält mit einem geraden Messer von einem cylindrischen Holzblock, der auf einer eisernen Achse befestigt ist und sich mit derselben langsam dreht, ununterbrochen ein Blatt ab, dessen Breite gleich der Länge des zerschnittenen Blockes ist, und dessen Länge sehr beträchtlich sein kann. Die F. werden auf die Möbel aufgeleimt und dienen denselben nicht nur zum Schmuck, sondern verhindern auch das Verwerfen derselben. Bisweilen verwendet man auch Unterfurniere von minderwertigem Holz, dessen Fasern sich dann mit denen des äußern Blattes kreuzen müssen. Beklebt man das Furnierblatt mit Papier und erweicht es, so kann man es auch um Ecken und Rundungen biegen. Stärkere F. schneidet man für Parkettfußböden, zu musikalischen Instrumenten etc. Auch aus Perlmutter, Elfenbein, Schildpatt werden F. geschnitten und zu allerlei feinern Artikeln benutzt.

Furnieren (franz. plaquer), s. Furniere.

Furnivall, Frederick James, engl. Litterarhistoriker, geb. 4. Febr. 1825 zu Egham in Surrey, wurde Rechtsanwalt, schloß sich dann aber dem Kreis der "christlichen Sozialisten" an, welche in freisinniger Richtung die Lösung der Arbeiterfrage in die Hand nahmen und zur höhern Bildung der Arbeiter das Working Men's College ins Leben riefen. An letzterer Anstalt wirkte F. über zehn Jahre, wandte sich dann dem Studium altenglischer Litteratur zu und erwarb sich durch Gründung litterarischer Gesellschaften (1864 der Early English Text Society, 1868 der Chaucer Society und Ballad Society, 1873 der New Shakespeare Society, 1881 der Browning Society, letztere zur Erklärung der Werke des noch lebenden Dichters Rob. Browning und daher manchem satirischen Angriff ausgesetzt) und durch Herausgabe alter Manuskripte und seltener Bücher große Verdienste. Wir nennen von seinen Publikationen: "Saint-Graal, the history of the Holy Graal in English verse, by Henry Lonetich" (1861-63, 2 Bde.); "Wright's Chaste wife" (1865); "Bishop Perry's Folio Manuscript of ballads and romances" (1867-68, 2 Bde.); "Ballads from manuscripts on the condition of Tudor England 1520-50" (1868-^[BINDESTRICH!]