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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fuß; Fußangeln; Fußarbeit; Fußbad; Fußball

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Fuß - Fußball.

Fußrand an. Die vordere Fläche des Kahnbeins wiederum verbindet sich mit den 3 Keilbeinen (ossa cuneiformia). Die 5 Knochen des Mittelfußes stehen unter sich wie mit den vorhergehenden Knochen durch Bänder (s. Tafel "Bänder") in fester Verbindung; doch ist demjenigen der großen Zehe eine größere Beweglichkeit gestattet, so daß die Zehe selbst bis zu einem gewissen Grad von den übrigen Zehen entfernt oder ihnen genähert werden kann. Die hierzu erforderlichen Muskeln entsprechen denen des Daumens und sind beim Affen stärker ausgebildet (s. Daumen). Über die Bewegung des Fußes und der einzelnen Knochen sowie über die Muskulatur etc. s. Bein und die Tafeln "Muskeln"; "Nerven I", Fig. 7; "Blutgefäße", Fig. 5. Der F. bildet ein flaches Gewölbe, welches nur in drei Punkten (Fersenbein und den Enden des ersten und fünften Mittelfußknochens) aufruht und so die Last des ganzen Körpers zu tragen hat. Über Mißbildungen des Fußes s. Klumpfuß und Plattfuß.

Fuß (Schuh), ein von der Länge eines Mannesfußes entlehntes Längenmaß, beim Schreiben gewöhnlich durch ' bezeichnet und entweder in 10 Zoll à 10 Linien (geometrischer oder Dezimalfuß), oder in 12 Zoll à 12 Linien (Werk- oder Duodezimalfuß) geteilt, so daß 10 geometrische F. = 12 Werkfuß sind. Die drei am häufigsten vorkommenden Fußmaße sind: Der alte Pariser F., sonst auch pied de roi genannt, = 0,32481 m, in 12 Zoll (pouces) à 12 Linien (lignes) à 12 Punkte (points), bei geometrischen Vermessungen aber in 12 Zoll à 10 Linien à 10 Punkte eingeteilt. Der englische F. (foot), ein Drittel des englischen Yard, ist = 0,30479 m, wird in 12 Zoll (inches) à 10 Linien (lines) oder 12 Linien à 12 Sekunden (seconds) à 12 Terzen (thirds) eingeteilt. Mit dem englischen F. stimmen der russische und der der Vereinigten Staaten von Nordamerika genau überein. Der rheinländische oder preußische F., mit welchem der dänische F. übereinstimmt, ist = 0,31385 m und wurde in 12 Zoll à 12 Linien eingeteilt. Der schweizerische F. (pied), à 10 Zoll à 10 Linien à 10 Striche (traits), stimmt mit dem badischen überein.

Baden Bayern England, Verein. Staaten, Rußland Frankreich alte Par. Fuß Meter Österreich Preußen, Dänemark Schweiz Württemberg

1 1,028 0,984 0,924 0,300 0,949 0,956 1,059 1,047

0,973 1 0,958 0,898 0,292 0,923 0,930 1,031 1,019

1,016 1,044 1 0,938 0,305 0,964 0,971 1,076 1,064

1,083 1,113 1,066 1 0,325 1,028 1,035 1,147 1,134

3,333 3,426 3,281 3,078 1 3,163 3,186 3,531 3,491

1,054 1,083 1,037 0,973 0,316 1 1,007 1,116 1,103

1,046 1,075 1,030 0,966 0,314 0,993 1 1,108 1,096

0,944 0,970 0,929 0,872 0,283 0,896 0,902 1 0,988

0,955 0,982 0,940 0,882 0,286 0,906 0,913 1,012 1

Der Flächenfuß (Quadratfuß) ist ein Flächenraum von 1 F. Länge und 1 F. Breite; er hat 100 oder 144 QZoll, je nachdem der Längenfuß in 10 oder 12 Zoll geteilt ist. Der körperliche F. (Kubikfuß) ist ein körperlicher Raum, der 1 F. lang, 1 F. breit und 1 F. hoch ist und 1000, resp. 1728 Kubikzoll hat; der Riemenfuß ist 1 F. lang und 1 Zoll breit; der Schachtfuß 1 F. lang und breit und 1 Zoll hoch; der Balkenfuß 1 F. lang und 1 Zoll breit und hoch.

Fuß (Sockel), in der Architektur der untere Teil von Gebäuden oder einzelnen Teilen derselben, vorzüglich der unterste Teil von Säulen und Pilastern. Er besteht meist aus einer mehr oder minder hohen Plinthe mit einem darüber befindlichen Fußgesims, welches den Übergang zu den darauf ruhenden Wänden oder Schäften vermittelt. S. unter anderm die Tafel "Säulenordnungen", Fig. 4-9 und 4b-7b.

Fuß (Versfuß, besser Takt), in der Metrik ein Glied eines Verses, das aus 2, 3 oder 4 langen oder kurzen Silben besteht (s. Rhythmus). Die Verbindung zweier zwei- oder dreisilbiger Versfüße heißt Dipodie (s. d.). - Über die Bedeutung von F. und -füßig in der Musik zur Bezeichnung der Tonhöhe s. Fußton.

Fußangeln (Fußeisen), eiserne Körper mit vier etwa 8 cm langen, so gestellten Spitzen, daß immer drei auf dem Boden ruhen, während die vierte in die Höhe steht. Sie dienen zum Ungangbarmachen von Furten, seichten Überschwemmungen etc. Mehr als die leicht aufzuhebenden und schwer herzustellenden F. verwendet man Eggen, mit Nägeln beschlagene Bretter (Sturmbretter) oder Verpfählungen mit sogen. Cäsarpfählchen. F. werden auch in Gärten und auf Feldern zum Schutz gegen Diebe gelegt, doch darf dies in der Regel nicht ohne obrigkeitliche Erlaubnis, resp. nicht ohne Anbringung von Warnungstafeln etc. geschehen.

Fußarbeit, diejenige Form der Weberei, bei welcher die Schäfte des Webstuhls durch Treten bewegt werden.

Fußbad als Heilmittel wird teils zur Ableitung des Bluts von entfernten Körperteilen, teils bei örtlichen Leiden, Verhärtungen der Haut (Schwielen und Hühneraugen), Frostbeulen, Entzündungs- und Eiterungsprozessen etc. angewandt. Beim F. sollen nicht nur die Füße, sondern auch die Waden in das Wasser eingetaucht werden; letzteres muß gleichmäßig temperiert sein, und nach dem Bad ist durch scharfes Abtrocknen und Frottieren Vorsorge vor Erkältung zu treffen. Wenn möglich, geht man unmittelbar nach dem F. ins Bett. Kalte Fußbäder nimmt man nur einige Minuten, warme oft eine Viertelstunde und länger. Zum Zweck der Ableitung gebraucht man Fußbäder von hoher Temperatur (38-45° C.) und erhöht deren örtlich reizende Einwirkung auf die Haut noch durch Zusatz von Asche (4-6 Hände voll), Soda, Salz (2 Hände voll), Senfmehl (3-4 Eßlöffel) oder geriebenem Meerrettich, wodurch man die sogen. geschärften Fußbäder erhält. Bezweckt man durch das F. Zusammenziehung und Heilung, z. B. bei Frostbeulen, Fußgeschwüren etc., so fügt man Alaun (2-4 Eßlöffel), Kleie, auch Eichen- oder Buchenrindenabkochungen hinzu. Soll das F. nur lösend und erweichend wirken, so wendet man reines Wasser oder Seifenwasser an, beides von höchstens 35° C. Da alle warmen Fußbäder, namentlich solche von hoher Temperatur und mit den genannten Zuthaten geschärfte, den Blutzufluß nach den Beinen vermehren und gleichzeitig eine Blutüberfüllung in den Beckenorganen (dem Mastdarm und den innern Geschlechtsteilen, Uterus etc.) hervorrufen, so ist bei allen Reizungszuständen in diesen Organen, wie Menstruation, Schwangerschaft etc., ihr Gebrauch zu unterlassen. Eine entgegengesetzte Wirkung hat das kalte F. (22-30° C.), indem es das Blut von den Füßen weg nach Kopf und Brust hinleitet, weshalb solche Individuen, die an Kongestionen nach diesen Teilen oder entzündlichen Zustanden derselben leiden, die Füße nicht kalt baden dürfen.

Fußball (engl. Foot Ball), ein altes, ehemals in England ganz allgemein geübtes Ballspiel, das heute noch in einigen Gegenden Schottlands und auf den großen öffentlichen Schulen (Eton, Rugby, Westminster,