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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fußblatt; Fußboden; Fußeisen; Füssen

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Fußblatt - Füssen.

Harrow u. a.) sehr beliebt ist und auch in Deutschland Aufnahme gefunden hat. Man spielt dasselbe auf einem freien, ebenen Platz, auf welchem in einer gewissen Entfernung voneinander und einander gegenüber je zwei Stangen errichtet sind, welche in bestimmter Höhe durch ein Seil verbunden werden. Die Spieler bilden in beliebiger Zahl zwei Parteien und kämpfen darum, einen großen Ball (eine mit weichem Leder überzogene Ochsenblase) über jenes Seil (the gaol) hinwegzuschleudern, wobei sie sich aber nur der Füße bedienen dürfen. Daß es dabei an Verletzungen der Beine und, da man den Gegner nicht mit den Händen, sondern nur durch Stoßen und Drängen mit dem ganzen Körper vom Ball entfernen darf, auch an Kontusionen nicht fehlt, ist erklärlich. Vgl. Rösing, Die Regeln des Spiels Rugby Union (Leipz. 1884); Koch, F. (2. Aufl., Braunschw. 1884).

Fußblatt, s. Podophyllum.

Fußboden, jede größere, künstlich befestigte, zum Betreten bestimmte Fläche. Die Fußböden werden je nach der Unterlage, welche entweder aus Füllmaterial, wie Schutt und Sand, oder aus Holzwerk, wie Balken und Fußbodenlager, besteht, sowie nach dem Zweck des betreffenden Raums aus Stein, Estrich oder Holz hergestellt. Steinerne Fußböden und Estriche (s. d.) eignen sich nur in südlichen Klimaten zu Wohnräumen. Die steinernen Fußböden werden entweder aus natürlichen Steinen oder aus guten Backsteinen verfertigt. Die besten natürlichen Steine sind die Sollinger Sandstein- und die Kelheimer und Solnhofener Kalksteinplatten sowie die Chiastolithschieferplatten von Leipzig, welche durch das Schleifen eine glatte Oberfläche annehmen und das Wasser schwer eindringen lassen, weshalb sie leicht gereinigt werden können, Marmor-, Granit- und Porphyrplatten. Zu gemusterten Fußböden (Mosaikfußböden) eignen sich farbige Marmor- und Sandsteinplatten von verschiedener, z. B. weißer, roter, gelblicher und grünlicher, Farbe. Von Backsteinen sind die hart gebrannten Thonsteine, namentlich die holländischen Klinker, sowie die künstlichen Steinplatten aus der Fabrik von Villeroy u. Boch in Mettlach, die sich durch große Dauerhaftigkeit auszeichnen, zum Belegen der Fußböden geeignet. Außerdem formt man auch quadratische oder polygone Thonplatten, sogen. Fliesen (s. d.), die oft mit Verzierungen versehen und verschieden gefärbt sind. Hölzerne Fußböden stehen zwar den steinernen an Haltbarkeit weit nach, eignen sich aber für geschlossene, trockne Räumlichkeiten. Befindet sich, wie es in untern, unterwölbten Etagen der Fall ist, unter dem F. kein Gebälk, so werden besondere Lager von Eichen-, harzigem Kiefern- oder Lärchenholz gelegt. Die Zwischenräume zwischen den Lagern füllt man mit trocknem Sand aus. In den obern Etagen, wo der F. auf den Balkenlagen ruht, verbindet man gewöhnlich die einzelnen Balken durch Stück- oder Stakhölzer und überträgt diese mit Lehm und einer Schicht trocknen Sandes. Die Fußböden sind entweder gewöhnliche, Fries-, Parkett-, gedöbelte oder Blockfußböden. Zu gewöhnlichen Fußböden benutzt man entweder einzelne Bretter (Dielen) oder aus 2-3 Brettern zusammengeleimte Tafeln von Tannen-, Fichten-, Eichen-, auch wohl Pappelholz. Nach der Art ihrer Zusammensetzung unterscheidet man gefugte, gespündete und gefederte Fußböden. Die gefugten Fußböden bestehen aus dicht nebeneinander auf die Balken oder die Lager genagelten Brettern, zeigen aber bald Risse, welche nicht gut aussehen und den Staub des unter dem F. befindlichen Füllmaterials durchlassen. Die gespündeten Fußböden, bei denen vermittelst des Spundhobels Zapfen und Nuten so an die Bretter gestoßen sind, daß letztere ineinander greifen, lassen zwar keine Ritze entstehen, erfordern aber, weil an jeder Seite die Zapfenreihe verloren geht, mehr Material. Bei den gefederten Fußböden sind zwischen den Nuten Federn von demselben, besser von härterm Holz oder auch von Walzeisen eingeschaltet. In bessern Räumen teilt man den F. in Felder (Quadrate, auch Dreiecke) und faßt denselben mit Friesen, d. h. schmälern Streifen von anderm Holz, gewöhnlich Eichenholz, ein (Friesböden). Die Parkettböden bestehen aus kleinern, mosaikartig zusammengesetzten Brettstücken und werden meistens nur in Prachträumen, Salons u. dgl. angewandt. Die Parketttafeln werden aus Eichen-, Nußbaum-, Ahorn-, Ulmen-, Mahagoniholz etc. von schöner Färbung, fester Textur und möglichst gleicher Härte in Fabriken gefertigt, sind entweder massiv oder furniert (s. Furniere) und werden auf einem besondern, sogen. Blindboden befestigt. Die Parkettfußböden werden gebohnt (s. Bohnen) oder gefirnißt. Die gedübelten (gedöbelten) Fußböden bestehen aus dicht nebeneinander gelegten, zugleich die Balkenlagen bildenden Hölzern und werden nur in Werkstätten oder Maschinenräumen, wo schwere Arbeit verrichtet wird, in Blockhäusern u. dgl. ausgeführt. Die Blockfußböden (Holz- oder Klotzpflaster) bestehen aus aneinander gesetzten prismatischen, quadratischen oder sechseckigen, 10-12 cm hohen Klötzen von hartem Holz, deren Hirnenden die Oberfläche des Pflasters bilden, welche entweder, wie die Pflastersteine, in Sand gesetzt und festgestoßen, oder besser auf eine Unterlage von starken Bohlen gestellt und hierdurch gleichmäßig unterstützt werden. Solche Blockfußböden kommen besonders in bedeckten Durchfahrten vor (vgl. Pflaster). Schließlich sind noch die Eisen- und Glasfußböden zu erwähnen. Erstere bestehen entweder aus gerippten, selten durchbrochenen gußeisernen Platten, oder schmiedeeisernen, mit Zement oder Asphalt ausgeglichenen Buckelplatten, oder Wellenblechen, letztere aus 2-3 cm starken, gesandelten Glasplatten, und sind in Speichern, Verkaufsläden, Passagen, Vorsälen, namentlich in dunkeln Häusern, zu empfehlen, da mittels derselben zugleich Licht verbreitet wird.

Fußeisen, s. Fußangeln.

Füssen, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Schwaben, am Fuß der Alpen, 797 m ü. M., links am Lech, unweit des Austritts desselben aus Tirol, Sitz eines Bezirksamtes und eines Amtsgerichts, hat 6 kath. Kirchen, ein Franziskanerkloster, ein Schloß, eine große Seilerwarenfabrik (mit 750 Arbeitern, jährlicher Produktion im Wert von 2,600,000 Mk. und bedeutender, durch Herstellung eines Felsentunnels gewonnener Wasserkraft) und (1885) 2767 kath. Einwohner. Das im südlichen Teil der Stadt auf einem Felsen gelegene umfangreiche Schloß, von dessen Turme man eine reizende Aussicht genießt, ist durch den am 22. April 1745 zwischen dem Kurfürsten Maximilian III. Joseph von Bayern und Maria Theresia daselbst abgeschlossenen Frieden merkwürdig geworden und wurde neuerdings durch König Maximilian II. teilweise restauriert. Neben der Burg stehen die Gebäude der ehemaligen Benediktinerabtei St. Mang und die Stiftskirche, im gefälligen Rokokostil, mit interessanten Grabdenkmälern und Gemälden. In der Nähe der Stadt ein Gesundbad, der Kalvarienberg mit herrlicher Aussicht und gegen SO. Schloß Hohenschwangau. - F. steht an der Stelle einer römischen