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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Galantīna; Galantūomo; Galapágos; Galashiels; Galasso; Gálata; Galata Buruni; Galatēa; Galăter

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Galantina - Galater.

Galantīna (ital.), kaltes Fleischgericht aus Scheiben feinen Fleisches (Geflügel), welche schichtweise durch eine Fleischfarce miteinander verbunden sind. Angerichtet, wird G. in Scheiben geschnitten und mit Aspik garniert.

Galantūomo (ital.), Ehrenmann; Re-g., König-Ehrenmann, Beiname des Königs Viktor Emanuel von Italien wegen seines konstitutionellen Verhaltens. In Neapel heißt der Mittelstand Galantuomini im Gegensatz zu den Lazzaroni.

Galapágos, Inselgruppe im Stillen Ozean, zur südamerikan. Republik Ecuador gehörig, etwa 9 Breitengrade oder 1000 km von der Küste entfernt. Sie wird vom Äquator durchschnitten und besteht aus fünf größern und vielen kleinern Inseln, die zusammen 7643 qkm (138,8 QM.) Flächeninhalt haben, wovon nur 700 qkm kulturfähig sein sollen. Einige der Inseln, wie Albemarle und Narborough, sind fast ganz mit Laven und Asche bedeckt; nahe am Strand ist die Vegetation verkümmert, aber über 100 m hinaus wird sie um so reizender; über 200 m verschwinden die Bäume fast vollständig, um ausgedehnten Weiden Platz zu machen. Wo die Bewässerung eine reichliche ist, zeigt der zersetzte vulkanische Boden große Fruchtbarkeit. Die Berge, bis über 1500 m hoch und durchaus vulkanischen Ursprunges, tragen gewöhnlich einen oder mehrere Hauptkrater auf ihren Zentralgipfeln, während ihre Flanken mit zahllosen kleinen parasitischen Auswurfskegeln übersäet sind. Das Klima ist trocken, schön und gesund, lange nicht so heiß, wie man bei der Lage unter dem Äquator glauben sollte, weil der kalte peruanische Küstenstrom die Inseln berührt. Die Regenzeit reicht vom April bis November, aber der Regen ist nicht so heftig und anhaltend wie an der Küste von Quito, und das poröse Gestein verschluckt schnell die befruchtende Feuchtigkeit, so daß manche der niedern Gegenden durch Dürre zu leiden haben; die vorherrschende Windrichtung ist von O. und SO. Die Flora der Gruppe ist sehr eigentümlich, die Familien der Farne, Synanthereen und Leguminosen herrschen darin vor; doch treten die Pflanzen in einiger Üppigkeit nur an den fruchtbaren Höhen auf, an dem dürren Strand findet man nur riesengroße Kaktusse (Opuntia galapagensis) sowie Wolfsmilcharten und Akazien. Auch die Fauna ist auffallend, besonders durch die großen, jetzt zum Teil schon vertilgten Landschildkröten (Testudo indica vel elephantopus), nach deren spanischem Namen galapágos die Inseln benannt wurden, und häßliche, 5-8 kg schwere Eidechsen (Amblyrhynchus cristatus und Demartii), deren Fleisch gegessen wird. Das Auffallendste aber an den Pflanzen wie an den Tieren ist die große Zahl der endemischen Arten, die sogar, selbst bei den Vögeln, auf den einzelnen Inseln verschieden sind. Von eingebornen Säugetieren gibt es auf den G. nur eine große Maus. Durch einen Ansiedler von Ecuador wurden im J. 1832 Rinder, Pferde, Esel und Schweine eingeführt, die sich schnell vermehrten und jetzt große verwilderte Herden bilden. Die größern Inseln heißen, von O. nach W. aufgezählt: Chatham (430 qkm), mit Bergen von 500 m Höhe, am reichsten an Hilfsquellen und im Südteil ziemlich feucht; Indefatigable (1020 qkm), von 45 km Länge; James (570 qkm), angenehm und fruchtbar, bis 534 m hoch; Albemarle (4275 qkm), die größte von allen, 150 km lang, aber fast die ödeste, durch die Ausbrüche von sechs großen, noch nicht erloschenen Vulkanen gebildet, deren höchster bis 1530 m sich erhebt, und Narborough (650 qkm), eigentlich ein einziger großer und noch thätiger Vulkan. Kleinere Inseln sind: Charles (Floreana), Hood, Barrington, mit geschütztem Hafen (Post-Office-Bai) und Duncan südlich, Bindloe, Tower und Abingdon nördlich vom Äquator; auf Abingdon stellte Kapitän Hall 1822 seine Pendelexperimente an. Die G. wurden schon früh von den Spaniern entdeckt, aber erst 1684 lieferte Dampier eine Beschreibung derselben; die Expeditionen des Beagle (1836) und der Venus (1836) stellten ihre Position endgültig fest; Darwin erforschte die Inseln 1858. Ursprünglich unbewohnt, boten sie den Flibustiern (Freibeutern) einen günstigen Schlupfwinkel, ebenso wie gegen Ende des vorigen Jahrhunderts den Walfischfängern einen beliebten Ankerplatz; 1832 ließ die Regierung von Ecuador auf der Charles-Insel die Niederlassung Floreana (so genannt zu Ehren des damaligen Präsidenten Flores) gründen, die sich in kurzem günstig entwickelte, allein schon gegen Ende der 30er Jahre infolge einer Empörung der dorthin verwiesenen Verbrecher wieder eingegangen ist. Im J. 1865 begann ein Unternehmer eine damals reichlich vorkommende Rochelia, welche einen guten Farbstoff liefert, einzusammeln, und 1879 gründete derselbe eine jetzt sehr gut gedeihende Niederlassung auf Chatham, um Zuckerrohr zu bauen. Ausgeführt werden: Melasse, Branntwein, Häute, Leder, Kalk, Bataten. Vgl. Wolf, Ein Besuch der Galapagosinseln (Heidelb. 1879).

Galashiels (spr. -schíls), Stadt in Selkirkshire (Schottland), an der Mündung der Gala in den Tweed, hat eine Kornbörse, eine Freibibliothek, ein Armenhaus, wichtige Wollmanufakturen (namentlich für Tartans und Tweeds) und (1881) 9140 Einw. In der Nähe Abbotsford (s. d.).

Galasso, Antonio, ital. Philosoph, geb. 1833 zu Avellino, studierte in Neapel Rechtswissenschaft und Philosophie, habilitierte sich 1856 daselbst für Litteratur und Philosophie und erhielt später die Bibliothekarstelle an der Nationalbibliothek zu Neapel. Er veröffentlichte: "Del sistema Egheliano e sue pratiche conseguenze" (Preisschrift, Neap. 1867); "Le cinque orazioni inedite di G. B. Vico" (1869); "Storia intima della scienza nuova" (1869); "Del criterio e della verità nella scienza e nella storia secondo G. B. Vico" (1877) u. a.

Gálata, Stadtteil von Konstantinopel (s. d.).

Galata Buruni (Kap Galata), Vorgebirge an der Küste des Schwarzen Meers in Bulgarien, 6 km südöstlich von Warna, mit einem Leuchtturm, ein militärisch wichtiger Punkt, weil er die Bucht von Warna beherrscht.

Galatēa, in der griech. Mythologie Tochter des Nereus und der Doris, eine Meernymphe, Personifikation des stillen, glänzenden Meers. Spätern Dichtern ist ihr Liebesverhältnis zu dem ungeschlachten Kyklopen Polyphem ein Gegenstand anmutiger Darstellung geworden. Polyphem verfolgt die G. mit rasender Liebe, sie will aber nichts von ihm wissen und liebt den schönen Akis (s. d.). In eifersüchtiger Wut zerschmettert Polyphem diesen Nebenbuhler mit einem Felsblock, worauf letzterer in eine Quelle verwandelt wird. Doch ließen manche Dichter sie auch die Liebe des Polyphem begünstigen. Auf pompejanischen Wandgemälden kommt G. vereinzelt vor; beliebt wurde sie in der neuern Kunst, seitdem sie Raffael in dem berühmten Freskobild der Villa Farnesina in Rom dargestellt hatte. Vgl. Förster, Farnesina-Studien (Rostock 1880).

Galăter, griech. Form des Namens der Kelten oder Gallier, besonders aber der keltische Volksstamm, wel-^[folgende Seite]