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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Geburtsmakel; Geburtsstatistik; Geburtstag; Geburtszange; Gebweiler; Gecarcinus; Gechter; Geckonen

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Geburtsmakel - Geckonen.

der Geburtszange hervorgebracht, in Parallele stellen können.

Vgl. Busch, Lehrbuch der Geburtskunde (5. Aufl., Berl. 1849); A. Martin, Leitfaden der operativen G. (das. 1877); Nägele, G. für Hebammen (13. Aufl., Heidelb. 1868); die Lehrbücher der G. von v. Scanzoni (4. Aufl., Wien 1867), v. Siebold (2. Aufl., Braunschw. 1854), Schröder (9. Aufl., Bonn 1886), Spiegelberg (2. Aufl., Lahr 1878).

[Geburtshilfe bei den Haustieren.] Je mehr die Haustiere sich durch die Einflüsse der Züchtung und Haltung von den naturgemäßen Lebensbedingungen entfernen, um so häufiger ereignen sich die Regelwidrigkeiten bei der Geburt. Das wichtigste Hindernis beim Gebären liegt in der Gestalt des knöchernen Beckens. Bei den kleinen Haustieren hat dasselbe eine längliche Form, welche durch die Dehnbahrkeit ^[richtig: Dehnbarkeit] der Weichteile eine relativ starke Erweiterung des Raums zuläßt. Das Becken der Pferde ist von Natur sehr weit. Dagegen hat das Becken des Rindes im Verhältnis zur Größe des Fötus nur eine geringe Weite. Schon aus diesem Grund kommen die Schwergeburten bei Kühen am meisten vor. Eine andre Ursache liegt in der Dicke und Kürze des Kopfes beim Kalbsfötus. Für die G. ist an dem jungen Tier zu unterscheiden zwischen der Lage (Kopfendlage, Steißendlage, Geradlage und Querlage), der Stellung (Rückenstellung, Bauchstellung und Seitenstellung) und der Haltung (dem Verhältnis der einzelnen Körperteile zu einander). Am meisten macht die abnorme Haltung einzelner Teile des Fötus die G. notwendig. Bei der Kopfendlage verschiebt sich im Beginn des Gebäraktes der Kopf nach einer Seite oder nach unten; oft liegt das Hindernis darin, daß die Streckung einer oder beider Vordergliedmaßen nicht vollständig zu stande kommt. Die Steißendlage erfordert in der Regel nur dann eine Hilfsleistung, wenn eine oder beide Hintergliedmaßen nicht mit den untern Fußenden in die Geburtswege eintreten. Die Berichtigung leichter Haltungsabnormitäten am Fötus kann oft von kundigen Laien ausgeführt werden. Gestaltet sich aber die Behandlung des Falles schwierig, so ist die rechtzeitige Zuziehung eines Tierarztes geboten. Die Gefahr für das Muttertier steigert sich mit der Zeit, welche nach dem Abfluß des Fruchtwassers (Blasensprung) vergeht. Namentlich entwickelt sich bei Stuten mit der Verzögerung einer Schwergeburt sehr leicht eine septische Entzündung der Gebärmutter, die gewöhnlich einen tödlichen Ausgang nimmt. Jede rohe Behandlung der Muttertiere ist bei der G. zu vermeiden. Aus Irrtum wird vielfach auf die künstliche Zerstückelung des Fötus in der Gebärmutter ein besonderes Gewicht gelegt. Die erfahrensten Praktiker machen von diesem letzten Hilfsmittel nur sehr selten Gebrauch, weil mit der Anwendung desselben die Gefahr für das Muttertier größer wird. Vgl. Zürn, Handbuch der tierärztlichen G. (2. Aufl., Leipz. 1863); Harms, Lehrbuch der tierärztlichen G. (2. Aufl., Hannov. 1884); Baumeister-Rueff, Tierärztliche G. (6. Aufl., Berl. 1878); Franck, Handbuch der tierärztlichen G. (das. 1876).

^[Abb.: Geburtszange nach Busch.]

Geburtsmakel, s. Uneheliche Kinder.

Geburtsstatistik, s. Bevölkerung, S. 854, und Moralstatistik.

Geburtstag, s. Geburtsfest.

Geburtszange (Kopfzange, Zange), geburtshilfliches Instrument, welches bestimmt ist, beim Geburtsakt den Kopf des Kindes zu fassen, so daß die Entbindung schneller von statten gehen kann als bei der Wehenthätigkeit allein. Die Zangen sind sehr verschieden konstruiert; bei allen aber unterscheidet man (s. Figur): 1) die beiden Löffel, die gekrümmt sind, um den Kopf zu umfassen, und eine zweite Krümmung, die Beckenkrümmung, und wohl noch eine Dammkrümmung besitzen, welche sie zur Einführung geeignet macht; 2) die Griffe, welche kurz oder lang, von Holz oder Metall, mit oder ohne besondere Handhaben und Quergriffe sein können, und 3) das Schloß, d. h. die Vorrichtung, mittels deren beide Löffel, welche einzeln eingeführt und angelegt werden, im Augenblick des Gebrauches kreuzweise zu einer Zange vereinigt werden. Die Indikationen für das Anlegen der Zange s. unter Geburtshilfe.

Gebweiler (franz. Guebwiller), Kreisstadt im deutschen Bezirk Oberelsaß, am Fuß der Vogesen, an der Lauch und dem Eingang in das reizende Blumenthal, an der Eisenbahn Bollweiler-G.-Lautenbach, hat ein Amtsgericht, eine evangelische und schöne kath. Kirchen (unter diesen die St. Leodgarkirche aus dem 12. Jahrh.), eine Synagoge, ein Gymnasium, eine ehemalige Dominikanerkirche (jetzt Markthalle und Konzertsaal), ein Stadthaus, besondere Arbeiterviertel (seit 1852), 6 Baumwollspinnereien, bedeutende Baumwollweberei, Färberei, Stoffdruckerei, Bleicherei, Wollspinnerei, Maschinen-, Tuch-, Seidenbandfabrikation, Bierbrauerei, Steinbrüche, vorzüglichen Anbau von Weißweinen und (1885) 12,395 meist kath. Einwohner. - G. wird zuerst 774 genannt und gehörte dann zum Stift Murbach (s. d.), dessen Äbte seit 1759 in G. residierten. Infolge der französischen Revolution aber wurden 1789 die Kapitelshäuser verwüstet und die kostbare Bibliothek vernichtet, die Archive aber nach Kolmar gerettet.

Gecarcinus, s. Krabben.

Gechter, Théodore, franz. Bildhauer und Bronzegießer, geb. 1795 zu Paris, Schüler Bofios, machte sich besonders um die Technik des Bronzegusses verdient und starb 10. Dez. 1845 in Paris. Von seinen selbständigen Werken sind hervorzuheben: ein Hirsch und ein Löwe, in der königlichen Sammlung zu Dresden; Gruppe von zwei Gladiatoren; ein Faun; Karl Martell im Kampf mit Abd ur Rahmân, Bronzegruppe; Jeanne d'Arc zu Pferd, einen niedergestürzten Ritter mit der Lanze durchbohrend; eine sterbende Amazone; die Schlacht bei Austerlitz, Basrelief am Triumphbogen de l'Etoile.

Geckonen (Haftzeher, Geckotidae Gray), Familie aus der Ordnung der Eidechsen, kleine, plump gebaute, platt gedrückte Tiere mit dickem Kopf, sehr großen Augen, sehr kurzem, dickem Hals, mittellangem, dickem, zerbrechlichem Schwanz, kurzen Beinen und fünf kurzen Zehen mit Haftapparat, welcher aus Platten besteht, die an Stelle der sonst vorhandenen Schuppen oder Körner die untere Zehenfläche bedecken