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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Geilnau; Geilung; Gein.; Geinitz; Geira; Geis; Geisa; Geisbart etc.; Geisel; Geiselbauern; Geiselhöring; Geisenfeld; Geisenheim

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Geilnau - Geisenheim.

(4. Aufl., Zürich 1879), die populärste aller Schweizergeschichten; "Joachim v. Watt, genannt Vadianus, als geographischer Schriftsteller" (Winterth. 1865); "Lose Blätter aus der Geschichte Winterthurs im 16. Jahrhundert" (das. 1867-71); "Kulturgeschichtliches von Winterthur aus dem 18. Jahrhundert" (das. 1882); "Leben des Geographen J. M. ^[Jakob Melchior] Ziegler" (das. 1884) und gab eine Reihe älterer Schriften heraus, darunter "H. Bullingers Erzählung des Sempacherkriegs" (das. 1865), "Briefe von W. D. Sulzer an Wieland, Salomon Geßner, den Maler Anton Graf und den Ästhetiker Sulzer" (das. 1866) u. a. Auch übersetzte er Lemierres "Wilhelm Tell" (2. Aufl., Aarau 1881).

Geilnau, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Unterlahn, an der Lahn, unweit Fachingen, mit (1885) 297 Einw., berühmt durch seine Mineralquelle, die eine Temperatur von 10,5° C. hat und zur Klasse der eisenhaltigen Säuerlinge gehört. Sie hat bei außerordentlichem Reichtum an freier Kohlensäure (in 1 Lit. 2,6751) einen mittlern Gehalt an doppeltkohlensaurem Natron (1,0178) und doppeltkohlensaurem Eisenoxydul (0,0011) sowie relativ wenig Kochsalz (0,0347) und leistet vorzugsweise bei allen chronisch-katarrhalischen Schleimhautaffektionen mit abnorm starker Sekretion und Atonie der Schleimhaut ausgezeichnete Dienste.

Geilung (Gailung, Geile, Gaile), der durch zu stickstoffreiche Düngung (Mist, Jauche, Guano, Ammoniaksalze etc.) bewirkte Fruchtbarkeitszustand eines Bodens, bei welchem, besonders wenn es an Mineralstoffen fehlt, ein zu üppiges Blattwachstum erfolgt und die Feldfrüchte sich leicht lagern. Geilstellen, Geilhorste, Mastflecke sind Stellen, wo stärkere Düngerhaufen zu lange gelegen haben oder zu viel Jauche (Kloakenstoffe etc.) ausgegossen wurde.

Gein., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für H. B. Geinitz (s. d.).

Geinitz, Hanns Bruno, Geognost, geb. 16. Okt. 1814 zu Altenburg, erlernte daselbst die Pharmazie, studierte 1834-37 in Berlin und 1838 in Jena Naturwissenschaften, wurde 1838 Lehrer in Dresden und 1846 Inspektor des dortigen königlichen Mineralienkabinetts. 1850 wurde er zum Professor der Mineralogie und Geognosie an der polytechnischen Schule und 1857 zum Direktor des mineralogischen Museums ernannt, in welcher Stellung er sich um die dortigen Sammlungen große Verdienste erwarb. Er schrieb: "Charakteristik der Schichten und Petrefakten des sächsisch-böhmischen Kreidegebirges" (Dresd. 1839-42, 2. Ausg. 1850); "Über die Braunkohlen Sachsens" (das. 1840); "Gäa von Sachsen" (das. 1843); "Über die in der Natur möglichen und wirklich vorkommenden Kristallsysteme" (das. 1843); "Die Versteinerungen von Kieslingswalda" (das. 1844); "Grundriß der Versteinerungskunde" (Dresd. u. Leipz. 1846); "Über die Auffindung von Überresten des Basilosaurus oder Zygodon" (das. 1847); "Die Versteinerungen des deutschen Zechsteingebirges" (Leipz. 1848); "Das Quadersandsteingebirge oder die Kreideformation in Deutschland" (Freiberg 1850); "Das Quadergebirge oder die Kreideformation in Sachsen" (das. 1850); "Die Versteinerungen der Grauwackenformation" (Leipz. 1852-53, 2 Hefte); "Darstellung der Flora des Hainichen-Ebersdorfer und des Flöhaer Kohlenbassins" (das. 1854); "Die Versteinerungen der Steinkohlenformation in Sachsen" (das. 1855); "Geognostische Darstellung der Steinkohlenformation in Sachsen, mit besonderer Berücksichtigung des Rotliegenden" (das. 1856); "Dyas oder die Zechsteinformation und das Rotliegende" (mit Reuß, Richter etc., das. 1861-62, 2 Hefte); "Die Steinkohlen Deutschlands und andrer Staaten Europas" (mit Fleck u. Hartig, Münch. 1865, 2 Bde.); "Karbonformation und Dyas in Nebraska" (Dresd. 1866) und "Über ein Äquivalent der takonischen Schiefer Nordamerikas in Deutschland und dessen geologische Stellung" (mit Liebe, das. 1866); "Die fossilen Fischschuppen aus dem Plänerkalk von Strehlen" (das. 1868); "Das Elbthalgebirge in Sachsen" (mit mehreren Paläontologen, Kassel 1871-75, 2 Bde.); "Über fossile Pflanzen- und Tierarten in den argentinischen Provinzen San Juan und Mendoza" (das. 1876); "Zur Geologie von Sumatra" (mit Marck, das. 1876); "Die Urnenfelder von Strehlen und Großenhain" (das. 1875, mit 10 Tafeln); "Nachträge zur Dyas" (das. 1880-82, 2 Hefte). 1863-79 redigierte G. mit G. Leonhard das "Neue Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie".

Geira, früheres portug. Feldmaß, = 58,564 Ar.

Geis (Geiß), s. v. w. Hausziege, s. Ziege.

Geisa, Stadt im sachsen-weimar. Kreis Eisenach, 273 m ü. M., an der Ulster, hat ein Amtsgericht, 2 Schlösser, eine kath. Pfarrkirche, Korkschneiderei und (1885) 1600 meist kath. Einwohner. G. brannte 1858 und 1883 fast vollständig nieder.

Geisbart etc., s. Geißbart etc.

Geisel (lat. Obses), der mit seiner Person für die Erfüllung eines Vertrags Bürgschaft Leistende. Betrifft die Bürgschaft einen Privatvertrag, so heißt der mit seiner Person dafür Einstehende Leibbürge (vgl. Bürgschaft). Geiseln wurden besonders diejenigen genannt, welche in den Kriegen der frühern Zeit, um für die Erfüllung eines Vertrags oder Friedensschlusses mit ihrer Person zu haften, von dem besiegten Teil dem siegenden entweder freiwillig überliefert, oder von dem letztern auch gewaltsam ergriffen und festgehalten zu werden pflegten. Gewöhnlich wurden dazu vornehme und angesehene Personen ausersehen. Wurde der Friede oder Vertrag von dem die Geiseln stellenden Teil gebrochen, so war gewöhnlich der Tod oder harte Gefangenschaft das Los derselben. Der Gebrauch, Geiseln zu nehmen, reicht bis in das frühste Altertum zurück. In neuerer Zeit wird nur in Notfällen dazu geschritten. Während des deutsch-französischen Kriegs nötigte insbesondere die durch die Franctireursbanden erwachsende Gefahr, heimlich überfallen zu werden, die deutschen Befehlshaber dazu, angesehene Ortsbewohner als Geiseln (ôtages) mit sich fortzunehmen, dieselben auch auf den Lokomotiven fahren zu lassen, um die Bevölkerung von Gefährdung der Eisenbahnzüge abzuhalten. Die Ermordung der Geiseln, namentlich des Pariser Erzbischofs Darboy, war die schrecklichste That der Pariser Kommune von 1871.

Geiselbauern, ehedem Bauern, welche sich gegen freie Wohnung und Deputat für die Bebauung eines Ackerhofs einige Jahre verdingten.

Geiselhöring, Flecken im bayr. Regierungsbezirk Niederbayern, Bezirksamt Mallersdorf, 360 m ü. M., an der Kleinen Laber u. der Linie Neufahrn-G.-Straubing der Bayrischen Staatsbahn, mit schöner Kirche, wichtiger Bierbrauerei u. (1885) 1752 kath. Einwohnern.

Geisenfeld, Flecken im bayr. Regierungsbezirk Oberbayern, Bezirksamt Pfaffenhofen, 385 m ü. M., an der Ilm, mit Amtsgericht, Hopfenbau und (1885) 2033 kath. Einwohnern.

Geisenheim, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Wiesbaden, Rheingaukreis, am Rhein und an der Linie Frankfurt a. M.-Oberlahnstein-Lollar der Preußischen