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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Goldhafergras - Goldküste.

Kölner Mark wiegen. In Hannover, wo sie am spätesten geschlagen wurde, hielt sie 18 Karat 10 Grän fein Gold und 3 Karat 8 Grän Silber, war also etwas besser, = 7,11 Mk. In mehreren süddeutschen Staaten, namentlich in Bayern, wurden auch dreifache G. mit der Bezeichnung Karolin, ferner zweifache G. als Maxdore ausgeprägt. Ein G. galt dort 3,66 Gulden, 1 Karolin also 11 Gulden = 20,93 Mk.

Goldhafergras, s. Trisetum.

Goldhähnchen, s. Goldkäfer.

Goldhähnchen (Regulus Cuv.), Vögelgattung aus der Ordnung der Sperlingsvögel, der Familie der Sänger (Sylviidae) und der Unterfamilie der eigentlichen Sänger (Sylviinae), kleine, zierliche Vögel mit geradem, dünnem, spitzigem Schnabel mit hoher Firste und eingebogenen Rändern, sehr schlanken, hochläufigen Füßen, kurzen, stark gerundeten, breiten Flügeln, in denen die vierte und fünfte Schwinge die längsten sind, mittellangem, leicht ausgerandetem Schwanz und von einer häutigen Schuppe bedeckten Nasenlöchern. Das Wintergoldhähnchen (Goldvögelchen, Goldammerchen, Sommerkönig, Regulus cristatus Koch), 9,5 cm lang, 15,5 cm breit, oben zeisiggrün, unten weißgrau; Schwanz und Flügel sind tiefgrau, letztere mit zwei hellen Binden. Zügel und Augengegend sind weiß. Beim Männchen sind die Federn des Oberkopfes gelb, die verlängerten des Scheitels orange, seitlich durch einen schwarzen Längsstrich begrenzt, beim Weibchen ist auch der Scheitel gelb. Die Augen sind braun, der Schnabel ist schwarz, die Füße sind hellbraun. Es findet sich in fast ganz Europa und Nordasien bis in die Amurländer. Bei uns bewohnt es als Stand- und Strichvogel vorzugsweise Nadelwälder, hält sich auf hohen Bäumen und im Gebüsch, meist in Gemeinschaft mit andern Vögeln, besonders Meisen, unaufhörlich in Bewegung und schwirrt oft vor den Ästen so, daß es eine Zeitlang an derselben Stelle in der Luft bleibt. Seine Nahrung besteht aus kleinen Insekten, deren Larven und Eiern und aus feinen Sämereien. Das Nest ist künstlich gebaut, kugelförmig, gewöhnlich an dichten Endspitzen der Äste großer Nadelbäume befestigt. Es enthält im Mai und Juli 6-10 weißlich gelbgraue oder blaß fleischfarbene, lehmrot gefleckte Eier (s. Tafel "Eier I", Fig. 24). Sein Gesang ist abgebrochen, sehr fein und ertönt selbst an schönen Wintertagen. In der Gefangenschaft ist es meist äußerst hinfällig, eingewöhnt wird es sehr zahm und kann dann lange ausdauern. Das Sommergoldhähnchen (R. ignicapillus Cuv.) ist noch kleiner als das vorige und demselben sehr ähnlich, nur lebhafter gefärbt; Zügel und Augengegend sind schwarz, über dem Auge verläuft ein weißer Strich, und der Oberkopf des Männchens ist mit prächtigem Feuergelb geziert. Es bewohnt Mittel- und Südeuropa, zwar auch Nadelwälder, ist aber ein Zugvogel und weilt bei uns von April bis Oktober. Übrigens ähnelt es in Lebensart und Fortpflanzung dem vorigen sehr. Das Ei s. Tafel "Eier I", Fig. 25.

Goldharder, s. Meeräsche.

Goldhase, s. Aguti.

Goldhenne, s. Laufkäfer.

Goldhesperide, s. Citrus, S. 148.

Gold Hill, Stadt im nordamerikan. Staat Nevada, 10 km von Virginia City, mit Silber- (und Gold-) Gruben und (1880) 4531 Einw.

Goldingen (lettisch Kúldiga), Kreisstadt im russ. Gouvernement Kurland, an der Windau, mit einem verfallenen Schloß der Deutschen Ritter, welches, 1248 erbaut, im 17. Jahrh. Residenz der kurländischen Herzöge war, 2 Kirchen, einer Synagoge, Brauereien, Brennereien, Nähnadelfabrikation und (1881) 9151 Einw. Dabei der Rummel, ein Wasserfall der Windau. G. erhielt 1347 Stadtrecht.

Goldkäfer (Cetonia Fabr.), Käfergattung aus der Gruppe der Pentameren und der Familie der Blatthornkäfer (Lamellicornia), farbenprächtige Käfer mit trapezoidalem, vor den Schildchen ausgebuchtetem Prothorax, viereckigem Kopfschild, seitlich ausgebuchteten Flügeldecken, kurzem Vorsprung auf der Vorderbrust und außen dreizähnigen Vorderschienen. Der Rosenkäfer (Goldhähnchen, Cetonia aurata Fabr., s. Tafel "Käfer"), 19 mm lang, prächtig goldgrün, mit einigen vertieften und beschuppten, gräulichweißen Querstrichen auf den Flügeldecken, unten goldpurpurrot, mit grauen Haaren, sehr gemein in Gärten, besonders auf Rosen, frißt Blütenteile, leckt Nektar und auch aus verwundeten Baumstämmen austretenden Saft. Die gegen 5 cm lange, dicke, weißlichgelbe Larve mit gelbem Kopf, gelben Füßen und schwarzen Freßzangen lebt im Mulm hohler Bäume, besonders der Eichen, und in Ameisenhaufen, gräbt sich nach mehr als drei Jahren im Juni und Juli tiefer in die Erde und verpuppt sich in einem aus Mulm und Erde gefertigten kugeligen Gehäuse, aus welchem nach vier Wochen der Käfer ausfliegt. Durch das Abfressen der Staubfäden wird der Käfer den Rosen und andern Gewächsen schädlich. Andre Arten zerstören in südlichern Gegenden, z. B. in Ungarn, die Obstbaumblüten.

Goldkiebitz, s. Regenpfeifer.

Goldknöpfchen, s. Ranunculus.

Goldkopf, Vogel, s. Larventaucher; Fisch, s. Goldbrasse.

Goldkörbchen, s. Alyssum.

Goldkrähe, s. v. w. Mandelkrähe.

Goldkrätze, Feilspäne, Abschabsel, Schlacken, Tiegelstücke, die sich bei der Verarbeitung des Goldes und Silbers ansammeln. Zur Abscheidung des edlen Metalls aus diesen Gegenständen (Krätzmachen) werden dieselben gepulvert, geschlämmt und zusammengeschmelzt oder zunächst in der Krätzmühle mit Quecksilber amalgamiert. Das Amalgam wird dann wie gewöhnlich verarbeitet. Bei der Verarbeitung des Goldes liefern 16 Teile nur 8 Teile fertige Ware, 7 Teile gehen in die Krätze, und 1 Teil Gold verschwindet vollständig.

Goldkraut, s. Senecio.

Goldkronach, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, Bezirksamt Berneck, an der Kronach, mit einem Schloß und (1885) 872 prot. Einwohnern. In der Nähe eine Holzstofffabrik, Glasschleifen und Sandsteinbrüche. Ehemals ward zu G. Bergbau auf Gold und Silber betrieben.

Goldkrone, franz. Goldmünze mit einer Krone im Gepräge, seit 1339 von Philipp VI. von Valois geprägt, diente als Vorbild für viele andre Prägungen. Die G. Karls V. für Spanien war 22 Karat fein, und auf die Mark gingen 68 Stück. Deutsche Goldkronen waren meist nur 18 Karat fein und größer als der Goldgulden.

Goldkurs, s. Kurs.

Goldküste, Küstengebiet Westafrikas am Nordrand des Meerbusens von Guinea, zwischen der Zahnküste im W. und der Sklavenküste im O., etwa 500 km lang, zum kleinern Teil in französischem, zum größern in britischem Besitz. Die englische Kolonie G. wird im W. von dem französischen Assini, im O., wo sie auf die Sklavenküste hinübergreift, von dem deutschen Togoland, nach dem Innern zu von den Neger-^[folgende Seite]