Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Grant-Duff; Grantham; Grantland; Granton; Grantzow; Granularatrophie; Granulation

620

Grant-Duff - Granulation.

schamlos waren, entlassen mußte und seine Partei ihn 1876 nicht wieder als Kandidaten aufstellen konnte. Nachdem er 5. März 1877 sein Amt niedergelegt hatte, trat er eine längere Reise nach der Alten Welt an, von der er erst Ende 1879 zurückkehrte. Er ward von seiner Partei mit großem Enthusiasmus (Grant-Boom) empfangen und 1880 wieder als Präsidentschaftskandidat aufgestellt, erhielt aber auf der Konvention in Chicago nicht die Majorität der republikanischen Stimmen. Er widmete sich nun der Ausbeutung Mexikos durch amerikanische Intelligenz und Geldkraft. Auch ließ er sich in Gemeinschaft mit Bankhäusern in Spekulationen ein, durch die er 1884 sein ganzes Vermögen verlor, weswegen ihm der Kongreß eine Pension bewilligte. G. starb 23. Juli 1885 in Mount Mac Gregor bei Saratoga. Nach seinem Tod erschienen seine "Personal memoirs" (New York 1885; deutsch, Leipz. 1886, 2 Bde.). Vgl. die Biographien von Headley (neue Ausg., New York 1885) und Larke (das. 1879); Badeau, Military history of U. S. G. (neue Ausg., das. 1885, 3 Bde.).

4) James, engl. Schriftsteller, geb. 1. Aug. 1822 zu Edinburg als der Sohn eines englischen Offiziers, kam schon mit zehn Jahren nach Neufundland, wo seine Erziehung in der Kaserne verlief, kehrte 1839 nach England zurück und trat als Fähnrich in das Heer, das er aber schon nach wenigen Jahren verließ, um sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Seinen Geschmack an militärischen Dingen sehr stark beibehaltend, färbte er damit die meisten seiner äußerst zahlreichen Schriften, meistens Romane, die bei jüngern Leuten große Beliebtheit erlangten. Dies war der Fall gleich mit seinem ersten Buch: "The romance of war, or Highlanders in Spain" (1846), welchem eine Fortsetzung: "Highlanders in Belgium" (1847), folgte. Aus der langen Reihe der andern seien erwähnt: "Adventures of an aide-de-camp" (1848); "Frank Hilton" (1855); "The yellow frigate" (1855); "Lucy Arden" (1859); "The secret despatch" (1869); "Six years ago" (1877); "The Cameronians" (1881) etc. Mit schottischer Altertumskunde beschäftigte er sich in mehreren Werken: "Memorials of Edinburgh Castle" (2. Aufl. 1862), "Old and new Edinburgh" (1881) u. a.; volkstümliche Behandlung der Kriegsgeschichte findet sich in: "British battles on land and sea" (1873-84, 4 Bde.) und "British heroes in foreign Wars" (1873). Viele seiner Werke sind ins Deutsche übersetzt; manche hat er mit eignen Handzeichnungen geschmückt. 1875 trat G. in London zur katholischen Kirche über.

5) James Augustus, engl. Offizier und Reisender, geb. 1827 zu Nairn in Schottland, machte als Offizier der Ostindischen Kompanie den Feldzug gegen die Sipoys mit, focht mit Auszeichnung bei Gudscharat und wurde bei Lakhnau verwundet. Er ist namentlich bekannt geworden durch die mit Speke (s. d.) 1860 von Sansibar aus unternommene Erforschungsreise zur Entdeckung der Nilquellen, worüber er das Werk "A Walk across Africa" (Lond. 1864) sowie "Summary of the Speke and Grant expedition" (letzteres im Journal der Londoner Geographischen Gesellschaft 1872) u. a. veröffentlichte. Im abessinischen Feldzug 1867-68 zeichnete er sich im Stab des Lords Napier aus.

6) Charles, engl. Dichter und Schriftsteller, ein Vermittler zwischen deutschem und englischem Schrifttum, geb. 25. März 1841 zu Hackney bei London, brachte beinahe sein ganzes Mannesalter im Ausland zu und lebt gegenwärtig in Florenz. In Jena hielt er 1864-65 eine Reihe von Vorträgen über englische Litteratur, die dann überarbeitet unter dem Titel: "The last hundred years of English literature" (1866) auch im Druck erschienen. Die deutsche Heldensage gab ihm den Stoff zu zwei Dramen: "The charm and the curse" ("Burnhilda's bridal" und "Atli's death", 1873). Reizende Gedichte sammelte er in den "Studies in verse", in welchen man die verschiedensten Töne angeschlagen findet. In der "Contemporary Review" berichtete er über deutsche Litteratur, während er wertvolle Aufsätze zur englischen Litteraturgeschichte in den "Preußischen Jahrbüchern" veröffentlichte.

Grant-Duff (spr. grännt-döff), Mountstuart Elphinstone, engl. Politiker, geb. 1829 zu Sattara in Ostindien, besuchte die Universität Oxford, ward 1854 Advokat in London, 1857 als Anhänger der Liberalen zu Elginburgh ins Parlament gewählt und im Dezember 1868 von Gladstone zum Unterstaatssekretär des indischen Amtes ernannt, welches Amt er bis zum Sturz des Kabinetts im Februar 1874 innehatte. Er wurde ferner zum Lord-Rektor der Universität Aberdeen erwählt. In Gladstones Ministerium von 1880 trat er als Unterstaatssekretär der Kolonien ein und war 1881-86 Gouverneur von Madras. G. ist ein scharfsinniger, unabhängiger Politiker, dessen Reden sich durch Sachkenntnis und Schärfe des Urteils auszeichnen. Er schrieb: "Studies on European politics" (1866); "A political survey" (1868); "Elgin speeches" (1871); "Notes of an Indian journey" (1876); "Miscellanies, political and literary" (1878); "Foreign policy" (1879) u. a.

Grantham (spr. gränntäm), hübsche Stadt in Lincolnshire (England), am schiffbaren Witham, mit Kirche aus dem 13. Jahrh. (Turm 83½ m hoch), lateinischer Schule (von Newton besucht), einer Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen, Korn- und Malzhandel und (1881) 16,886 Einw.

Grantland, zu Amerika gerechnetes Polarland, westlich vom Robesonkanal, zwischen 81 und 83° nördl. Br., entdeckt von Hayes, Hall und Nares und von letzterm bis zum Kap Alfred Ernst (82° 16' nördl. Br., 85° 33' westl. L.) erforscht. Seine Schiffe überwinterten in Discoverybai (81° 44' nördl. Br., 65° 3' westl. L.) und Floeberg Beach (82° 27' nördl. Br., 61° 22' westl. L.), den nördlichsten Überwinterungsstationen der Erde. Das Jahresmittel der Temperatur ist ungefähr -20° C., die Maximalkälte -58,8°. Vgl. Nordpolarländer (mit Karte).

Granton (spr. gránnton), Dorf und Hafen Edinburgs (Schottland), am Firth of Forth, kaum 2 km westlich von Leith gelegen, mit (1881) 927 Einw., hat einen durch Dämme gebildeten vorzüglichen Hafen und steht durch eine Dampffähre für Eisenbahnzüge mit Burntisland und Fife in Verbindung. Zum Hafen gehören (1885) 39 Seeschiffe von 2713 Ton. Gehalt. Einfuhr (vom Ausland) 1885: 243,063 Pfd. Sterl., Ausfuhr 143,402 Pfd. Sterl.

Grantzow, Adele, Tänzerin, geboren um 1840 zu Braunschweig, Tochter und Schülerin des Ballettmeisters daselbst, war 1857-66 Mitglied des Hoftheaters in Hannover, bildete sich in Paris unter Frau Dominique noch weiter aus, trat dann in Moskau und Petersburg, in Paris, Berlin, in Wien und Kairo auf und nahm 1875 Engagement am Hoftheater zu Berlin, starb aber schon 7. Juni 1877.

Granularatrophie, s. Nierenentzündung.

Granulation (lat., "Körnung, Körnchenbildung"), die Bildung der Fleischwärzchen auf heilenden Wunden und Geschwüren, durch welche die Heilung der genannten Störungen ausschließlich bewirkt wird.