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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Grebenfelle; Grebenstein; Grebo; Grec; Greco; Greco duro; Grécourt; Greding; Gredos; Greeley; Green; Green Bay; Greenbacks

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Grebenfelle - Green Bay.

Grebenfelle, s. Federn, S. 95.

Grebenstein, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar, 182 m ü. M., an der Esse und an der Linie Schwerte-Warburg-Kassel der Preußischen Staatsbahn, hat ein Amtsgericht, eine schöne Kirche aus dem 14. Jahrh. und (188^5) 2140 meist evang. Einwohner. Dabei auf einem Basaltfelsen die Ruinen der Burg G.

Grebo, Negervolk, s. Kru.

Grec (franz., weibliche Form: grecque, spr. greck), griechisch; Grieche, Griechin; scherzhaft auch s. v. w. falscher Spieler, Betrüger. S. A la grecque.

Greco, Gioachimo, berühmter Schachspieler, um 1600 in Kalabrien geboren, ging sehr jung nach Paris, wo er im Schach 6000 Skudi gewonnen haben soll, und von dort nach England, dann über Frankreich und Spanien nach den Kolonien, wo er 1634 starb. Sein bestes Werk über das Schachspiel wurde erst 1656 gedruckt; Ausgaben desselben haben von der Lasa (in den "Berliner Schacherinnerungen" 1859) und van der Linde (Nimwegen 1865) besorgt.

Greco duro (ital.), harter griechischer Marmor.

Grécourt (spr. -kuhr), Jean Baptiste Joseph Villart de, einer der frivolsten franz. Dichter, geb. 1683 zu Tours, erhielt schon in seinem 13. Jahr ein Kanonikat in seiner Vaterstadt. Obgleich seine mit derber Satire gewürzten Predigten großen Beifall fanden, zog er es doch vor, abwechselnd in der Hauptstadt und auf den Schlössern des Marschalls d'Estrées und des Herzogs von Aiguillon ein lockeres, nur dem Genuß gewidmetes Leben zu führen. G. starb 2. April 1743. Seine Gedichte, meist lasciven Inhalts, sind nachlässig hingeworfen, ohne Phantasie und Poesie, aber mit einer gefälligen Leichtigkeit. Sie erschienen erst nach seinem Tod gesammelt (Par. 1747, 2 Bde.; 1764, 4 Bde., und öfter; zuletzt unter dem Titel: "Œuvres badines". Brüssel 1880; auch deutsch, Berl. 1796); die Ausgabe von 1764 enthält manches Untergeschobene.

Greding, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Mittelfranken, Bezirksamt Hilpoltstein, an der Hintern Schwarzach, hat ein Amtsgericht, Getreide- und Hopfenbau und (1883) 1048 kath. Einwohner.

Gredos (Sierra de G.), Gebirge in Spanien, die südwestliche Fortsetzung der Sierra de Guadarrama (s. d.) bildend, in der Provinz Avila gelegen, erhebt sich in der Plaza de Almansor zu einer Höhe von 2661 m.

Greeley (spr. grihlĭ), Horace, amerikan. Journalist, geb. 3. Febr. 1811 zu Amherst im Staat New Hampshire, ward infolge der dürftigen Verhältnisse seiner Eltern bei harter körperlicher Arbeit und ohne regelmäßige Schulbildung erzogen und mit dem 15. Jahr Lehrling in der Druckerei des zu East Poultney in Vermont erscheinenden "Northern Spectator". Nachdem er durch unermüdlichen Fleiß seine Bildung vervollständigt, ging er 1831 nach New York, wo er eine Druckerei gründete und nacheinander mehrere Zeitungen herausgab, seit 1841 ein größeres politisches Blatt: "The New York Tribune". Unter diesem Titel besteht die Zeitung noch, 31 Jahre von G. redigiert, und ist eins der verbreitetsten Blätter der Welt, von außerordentlichem Einfluß namentlich bei der Landbevölkerung Nordamerikas. 1848 ward G. in das Repräsentantenhaus gewählt, dem er aber nur drei Monate angehörte; 1852 war er einer der Preisrichter auf der Londoner Weltausstellung, bereiste England, Frankreich und Italien und schrieb über diese Reise eine Schrift: "Glances at Europe". Nach der Auflösung der Whigpartei war er 1855 ein thätiger Mitbegründer der republikanischen Partei. Auch schrieb er während des Bürgerkriegs zur Verteidigung der Nordstaaten eine vortreffliche Schrift: "The American conflict" (Hartford 1864-67, 2 Bde.). Indessen waren seine politischen Anschauungen unberechenbar und oft miteinander in Widerspruch. Er war für Abschaffung der Sklaverei, aber für unbedingte Amnestie nach dem Krieg, daneben entschiedener Schutzzöllner. Eine Ernennung zum Gesandten in Wien 1867 lehnte er ab, da er sich von der Redaktion der "New York Tribune" nicht zu trennen vermochte. Er wurde 3. Mai 1872 von der Konvention der liberal-republikanischen Partei zu Cincinnati als Gegenkandidat Grants für die Präsidentenwahl aufgestellt, allerdings erst im sechsten Wahlgang, und nahm die Kandidatur 22. Mai an. Indes sein Parteistandpunkt war nicht klar genug, seine politische Bedeutung zu gering, so daß er wenig Aussichten hatte, und obwohl die demokratische Partei 9. Juli sich für ihn erklärte, unterlag er 4. Nov. 1872 bei der Wahlmännerwahl mit 77 gegen 289 Stimmen. Noch ehe die eigentliche Präsidentenwahl stattfand, starb G. plötzlich 29. Nov. Von seinen Schriften sind noch zu erwähnen: "History of the struggle for slavery-extension" (New York 1856); "Overland journey to San Francisco" (1860); "Essays on science of political economy, policy of protection" (Boston 1870, neue Ausg. 1877) und seine Selbstbiographie: "Recollections of a busy life" (New York 1868, neue Ausg. 1872). Sein Leben beschrieben Parton (neue Ausg., Boston 1882), Cornell (das. 1882) und P. Ingersoll (New York 1873).

Green (spr. grihn), George, Physiker, geb. 14. Juli 1793 zu Nottingham, gest. 31. März 1841 in Sneinton bei Nottingham, war ursprünglich Bäcker und zuletzt Fellow eines Cambridger Kollegs. Sein Hauptwerk ist der "Essay on the application of mathematical analysis to the theories of electricity and magnetism" (Nottingh. 1825), wieder abgedruckt in Crelles "Journal für Mathematik", Bd. 44 und 47; in diesem Buch beschäftigte er sich schon vor Gauß besonders mit dem Studium der Potenzialfunktion, und ein für die Behandlung der Potenzialfunktion wichtiger, von ihm aufgestellter mathematischer Satz wird nach ihm der Greensche Satz genannt. Auch lieferte er Arbeiten über die Analogien der Gleichgewichtsgesetze bezüglich der Flüssigkeiten und der Elektrizität, über Reflexion und Brechung des Schalles und des Lichts und über die Wellenbewegung in Kanälen. Seine mathematischen Schriften wurden neuerlich von Ferrers gesammelt herausgegeben ("Mathematical papers", Lond. 1871).

Greenbacks (engl., spr. grihnbäcks, "Grünrücken") heißen im Volksmund nach der grünen Farbe ihrer Rückseite die Staatsnoten (United States' notes), welche die Vereinigten Staaten von Nordamerika trotz der Verfassungsbestimmung, nach welcher kein Staatspapiergeld ausgegeben werden sollte, unter dem Druck der durch den Bürgerkrieg hervorgerufenen Finanznot seit 1862 in Umlauf setzten. Die G. waren zum gesetzlichen Zahlmittel ("legal tender") erklärt und hatten Zwangskurs. Trotzdem standen sie lange Zeit unter pari, im Sommer 1864 hatten sie ihren tiefsten Stand mit nur 35 Proz. des Metallgeldes erreicht. Infolgedessen entstand in den Vereinigten Staaten die sogen. Papierwährung, welche mit ihren Wirkungen verschwand, als 1878 die G. wieder auf pari gehoben worden waren (s. Dollar).

Green Bay (spr. grihn beh), Hauptstadt der Grafschaft Brown im nordamerikan. Staat Wisconsin, an der