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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Hajduken - Hakim.

gericht. Alle diese Städte haben ergiebigen Ackerbau und lebhafte Viehzucht.

Hajduken, s. Haiduken.

Hajdukenkomitat, s. Haidukenkomitat.

Hakam, Kalif von Cordova, folgte seinem Vater Hischam I. 796 im Alter von 25 Jahren, hatte mit vielen Empörungen zu kämpfen, stellte jedoch durch Gründung eines stehenden Heers die Ruhe und Sicherheit seines Reichs her. Das prächtige, üppige Leben an seinem Hof erregte den Zorn der strenggläubigen Gottesgelehrten, die 806 eine Verschwörung anzettelten; diese sowie einen Aufstand in Cordova (814) unterdrückte er mit großer Grausamkeit und trieb die überlebenden Einwohner der Stadt aus dem Land. In Toledo ließ er 807: 700 angesehene Bürger enthaupten. Er starb 822.

Hakel dama (hebr.), der "Blutacker", von dem Matth. 27, 8 und Apostelgesch. 1, 19 berichtet wird, nach der Tradition am Nordabhang des heutigen Dschebel Dêr Abu Tôr, südlich von Jerusalem, gelegen.

Häkeln, eine besondere Art zu stricken, bei welcher man sich nur Einer Nadel, der Häkelnadel, bedient. Letztere ist ein Stift aus Metall, Holz, Elfenbein etc., an dessen etwas stumpfer Spitze sich ein Widerhaken befindet, mit welchem die Maschen geschlungen werden. Vgl. Heine, Die Schule des Häkelns (Leipz. 1879), und die betreffenden Teile in den Handarbeitsschulen von Hillardt (2. Aufl., Wien 1883), Georgens (3. Aufl., Leipz. 1884), Schallenbach (6. Aufl., Frankf. a. M. 1885) u. a. Weiteres, besonders über den Unterricht, s. Handarbeiten.

Haken, Ackergerät, s. Pflug.

Haken (Granen, Kraneln), die beiden stumpfen Eckzähne im Oberkiefer des Rotwildes. Sie schleifen sich mit zunehmendem Alter mehr und mehr ab, erhalten auf der abgeschliffenen Seite eine bräunliche Farbe und werden zu Schmucksachen verarbeitet. Beim Dam- und Rehwild fehlen sie gewöhnlich und kommen nur ausnahmsweise vor.

Haken, Gebirgsübergang der Schwyzer Alpen (1393 m), verbindet das Alpthal (und dadurch Einsiedeln) mit dem Thal Schwyz und dem Vierwaldstätter See. Der Paß bildet die Einsattelung zwischen dem Gipfel H. (1521 m) und der Kleinen Mythe (s. Schwyzer Alpen).

Hakenbüchse (Haken, franz. Arquebuse à croc), Handfeuerwaffe seit Mitte des 15. Jahrh., mit langem Lauf und unterhalb des Schafts mit einem Haken versehen (s. Abbild.), der ebensowohl wie der hakenförmige Luntenhahn (Haken genannt) ihr den Namen gegeben haben kann, und der zum Aufnehmen des Rückstoßes beim Auflegen auf eine Mauer etc. diente. Im Dreißigjährigen Krieg wurden in den Boden gesteckte Gabeln als Auflager benutzt. Die Doppelhaken schossen Bleikugeln von 100-200 g, die ganzen Haken von 60-100 g, die Halbhaken noch leichtere Geschosse. Ihres großen Gewichts von 25-50 kg wegen konnten die Hakenbüchsen ebensowenig freihändig abgefeuert wie getragen werden und wurden deshalb auf Wagen oder Lasttieren transportiert. Das Abfeuern geschah mittels des Luntenschlosses (s. Handfeuerwaffen).

^[Abb.: Hakenbüchse (1425, Zeughaus in Schaffhausen).]

Hakengimpel (Hakenkreuzschnabel, Hakenkernbeißer, Fichtenhacker, Finschpapagei, Parisvogel, Krabbenfresser, Pinicola enucleator Cab.), ein Vogel aus der Familie der Finken und der Unterfamilie der Gimpel (Pyrrhulinae), ist 20-24 cm lang, 34-36 cm breit, mit allseitig gewölbtem Schnabel, hakig übergebogenem Ohrschnabel, kurzen, starken Füßen und mittellangen Flügeln, in denen die zweite und dritte Schwinge die längsten sind. Die Hauptfarbe ist rötlich, die Kehle heller, die Flügel sind mit zwei weißen Querbinden gezeichnet; der Schnabel ist braun, die Füße sind graubraun, die Augen dunkelbraun. Der H. lebt in einzelnen Paaren in den Waldungen Nordeuropas und Nordasiens, schweift im Winter in zahlreichen Flügen umher und gelangt dann bisweilen nach Deutschland. Er ist sehr gesellig, zutraulich, hat eine angenehme Stimme, lebt von Nadelholzsamen und Beeren und legt vier blaue, braun gezeichnete Eier. In der Gefangenschaft geht er bald ein.

Hakenkreuz, s. Kreuz (Fig. 13).

Hakenlilie, s. Crinum.

Hakenmörser, ehemals kleine, mit einem Flintenschloß versehene Mörser: welche hinten wie ein Doppelhaken geschäftet waren und zur Verminderung des Rückstoßes vorn mit einem Haken angehängt wurden; sie warfen ein bis zweipfündige Handgranaten gegen 300 Schritt weit.

Hakenschlüssel, s. v. w. Dietrich.

Hakenschützen, s. v. w. Arkebusiere, s. Arkebuse.

Hakensteine, Bausteine mit derart gebrochenen Fugen, daß sie in der Vorderansicht oder in der Ansicht von oben ein hakenförmiges Ansehen zeigen. Erstere kommen besonders bei Gewölben vor, deren Wölbsteine zugleich in wagerechte Mauerschichten eingreifen, letztere bei Werkstücken von Brückenpfeilern, wo sie hakenförmig ineinander greifen.

Hakenstute, s. Hakenzähne.

Hakenwürmer, s. Akanthokephalen.

Hakenzähne, die einzeln stehenden Zähne, welche bei Pferden zwischen den Schneidezähnen und Backenzähnen in Form eines Hakens im vierten oder fünften Jahr hervorbrechen. Sie kommen bei Hengsten und Wallachen vor; rudimentäre H. finden sich abnorm auch nicht selten bei Stuten, die aus diesem Grund in einzelnen Gegenden Hakenstuten genannt werden. Die frühere Annahme, daß die Hakenstuten unfruchtbar seien, ist durch die Erfahrung widerlegt. Die H. sind bis zum sechsten Jahr spitz, werden dann, hauptsächlich durch die Reibung des Gebisses, bis zum zehnten Jahr abgestumpft und bilden bei ganz alten Tieren nur noch rundliche Höcker. Auch die auf der innern konkaven Seite befindliche zwei Rinnen verlieren sich mit den Jahren immer mehr. Daher dienen die H. mit zur Kenntnis des Alters der Pferde.

Hakett (franz. haquet), vierräderiges Fahrzeug zum Transport des vorbereiteten Feldbrückenmaterials, in der Einrichtung verschieden, je nachdem es zur Aufnahme von Pontons oder von Bockstrecken bestimmt ist.

Hakim (arab., "Weiser"), in Persien und Mittelasien Gouverneur eines Bezirks oder einer Stadt,