Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Hakluyt; Hakodate; Hakon; Hal; Hala; Halacha; Halage; Halai; Halăli; Halas

7

Hakluyt - Halas.

auch Richter im allgemeinen. H.-Baschi, der erste Arzt des kaiserlichen Palastes zu Konstantinopel sowie im ganzen osmanischen Reich. Unter ihm stehen zwölf Ärzte, von welchen immer zwei für je 24 Stunden im Dienst sind.

Hakluyt (spr. hácklūt, Hackluyt), Richard, berühmter engl. Geograph, geb. 1553 zu Eyton (Yetton) in Herefordshire, studierte zu Oxford, führte als Professor der Kosmographie den Gebrauch der Globen in den englischen Schulen ein, begleitete 1584 den englischen Gesandten Stafford als Kaplan nach Paris, erhielt 1605 eine Präbende an der Westminsterabtei und das Rektorat zu Wetheringset in Suffolk; starb 23. Okt. 1616. Sein Hauptwerk ist "The principal navigations, voyages and discoveries of the English nation etc." (Lond. 1598-1600, 3 Bde.; das. 1809, 5 Bde.); einen Nachtrag dazu bildet "A selection of voyages and histories of interesting discoveries etc." (das. 1812). Nach ihm nannte sich die 1846 in London gegründete H. Society, welche sich die Herausgabe älterer Reisewerke zur Aufgabe gestellt und bereits über 70 Bände veröffentlicht hat.

Hakodate, Seestadt auf der japan. Insel Jeso, in einer Bucht nördlich von der Tsungarustraße, mit (1884) 41,307 Einw., worunter 41 Europäer und 40 Chinesen; wurde durch den japanisch-amerikanischen Vertrag vom 31. März 1854 erst den Amerikanern, dann auch den übrigen seefahrenden Nationen geöffnet, doch waren 1883 nur drei Firmen (zwei englische, eine dänische) hier ansässig. Es liefen 1884 nur 15 fremde Schiffe mit 6054 Ton. ein, dagegen 1796 japanische von 305,059 T. und 3930 Dschonken von 110,040 T.; die Einfuhr wertete 6,133,124, die Ausfuhr (Seetang, getrocknete Fische) 3,759,157 Jen. Hier wurde der deutsche Konsul Faber 1874 durch einen fanatischen Japaner ermordet, wofür Deutschland aber volle Genugthuung erhielt.

Hakon (Haguin, Haagen), Name von acht Königen von Norwegen: H. der Gute, Sohn Harald Schönhaars, geb. 915, verlebte seine Jugend am Hof des Königs Adelstan von England, kehrte 935 nach seines Vaters Tod nach Norwegen zurück und stürzte seinen tyrannischen Bruder Erich Blutaxt. Obwohl er fortwährend mit Dänemark zu kämpfen hatte, hielt er die Jarls im Zaum, erweiterte sein Reich und beförderte Handel und Fischerei. Er trat nebst seiner Familie zum Christentum über, ohne indes im Volk Nachfolge zu finden. 950 wurde er bei einem Einfall der Söhne Erichs getötet. - H. II., Sohn Magnus' I., kam 1088 auf den Thron, um den er mit Magnus III. kämpfen mußte. Endlich siegreich, starb er schon 1089. - H. III., Herdabreid ("Breitschulter"), Sohn Sigurds II, wurde zehnjährig 1158 von einer Partei auf den Thron gehoben, besiegte seinen Gegner Inge 1061 ^[richtig: 1161], ward aber schon 1162 in einem Treffen bei Bergen von Erling Stakke ^[richtig: Skakke (= Erling Skakke Ormsson, 1115-1179)] erschlagen. - H. IV., König Sverrers Sohn, folgte demselben 1202, söhnte sich mit der Geistlichkeit aus, die seinen Vater in den Bann gethan, siegte über seinen Nebenbuhler Inge II, starb aber 1204 an Gift. - H. V., Gamla ("der Alte") genannt, Sohn des vorigen, ward anfangs, weil man seine Legitimität anzweifelte, vom Thron ausgeschlossen und erst nach Inges H. Tod (1217), und nachdem sich seine Mutter der Feuerprobe unterworfen, 1223 allgemein als König anerkannt. Er regelte die Thronfolge, befestigte die königliche Gewalt und vergrößerte die äußere Macht des Reichs, indem er Island und Grönland unterwarf. Er starb 1263. - H. VI., Sohn und Mitregent des vorigen, starb schon 1256. - H. VII., Magnus' VII. Sohn, regierte von 1299 bis 1319. Mit ihm erlosch der Mannesstamm Harald Schönhaars. - H. VIII., des vorigen Urenkel von seiner Tochter Ingeborg, ward 1343 von seinem Vater Magnus Erichson, König von Schweden und Norwegen, zum Beherrscher des letztern Reichs ernannt, das er aber erst nach Magnus' Tod (1374) bis zu seinem Tod (1380) wirklich regierte. Seine Gemahlin Margarete von Dänemark, welches Königreich sie 1376 erbte, stiftete nach ihres Sohns Olav Tode die Kalmarsche Union der drei nordischen Reiche (1397).

Hal (Halle), Stadt in der belg. Provinz Brabant, Arrondissement Brüssel, an der Senne und der Eisenbahn Brüssel Valenciennes, in ganz Belgien berühmt als Wallfahrtsort wegen eines wunderthätigen Marienbildes in der Marienkirche (1341-1409 erbaut), hat Papier und Porzellanfabriken, eine höhere Knabenschule, ein bischöfliches Institut und (1885) 9739 Einwohner.

Hala (Hara, Brahui), Gebirgszug im östlichen Belutschistan, der sich vom Bolanpaß an der afghanischen Grenze in nordsüdlicher Richtung bis zum Arabischen Golf (Ras Muwarik oder Kap Monz) hin zieht und durch den Mulapaß geteilt wird.

Halacha (Mehrzahl Halachot, neuhebr., "Gang, Wandel"), im weitern Sinn ein Gesetz, nach welchem sich der Lebenswandel des Israeliten zu richten hat, und deshalb die Bezeichnung für sämtliche Satzungen des schriftlichen und mündlichen jüdischen Gesetzes, wie sie in dem Schrifttum der Mischna, der Mechilta, des Sifra und Sifre, der Tossefta und den beiden Talmuden ihre Darstellung gefunden haben. Die in der talmudischen Litteratur üblichen Bezeichnungen für die verschiedenen Halachot sind: für das Pentateuchgesetz "eigentliche Halachot" (gufe h.); für die überlieferten Urbestimmungen "mosaische Halachot vom Sinai" (h. lemosche missinai); für die aus der Schrift hergeleiteten Gesetze "alte", "frühere" und "spätere Halachot"; für die im Volksleben wurzelnden Sitten und Gebräuche "Provinzialhalachot". Auch medizinische Halachot werden erwähnt. Vgl. Indische Litteratur und Talmud. Eine ausführliche Entstehungsgeschichte und Charakteristik der H. gibt Hamburger, Realencyklopädie für Bibel und Talmud, Bd. 2, S. 338 ff. (Strelitz 1883).

Halage (franz., spr. alahsch), das "Holen" eines Schiffs, d. h. das Ziehen desselben mit Tauen (zur Fortbewegung im Hafen). Bei Flußkähnen wird ein derartiges Stromaufschleppen der Kähne durch Pferde oder Menschen in Holland Trecken genannt und ein Kahn, der zum Trecken bestimmt ist, eine Treckschuyt (spr. treckscheut); das Tau wird hier am obern Teil des Mastes festgemacht; ebenso auf der Elbe, wo das Ziehen Bomätschen heißt, was nach den einen bedeutet "am (Mast)boom ziehend watscheln", nach den andern vom wendischen pomotschj (helfen) herkommt; in den östlichen Provinzen Preußens, besonders auf dem Pregel, sagt man Treideln.

Halai, Handelsort in der Landschaft Hamasen im nördlichen Abessinien, am Tarantapaß, durch welchen die Straße von Massaua nach Adua führt. H. wird bereits im Periplus als Koloë auf der Straße von Adulis nach Axum erwähnt.

Halăli, Ruf und Fanfare bei der Parforcejagd auf Hirsch und Schwein, wenn das gejagte Wild so ermüdet ist, daß es sich vor der Meute stellt. Vor dem Abfangen wird der Fürstenruf geblasen, um die ganze Jagdgesellschaft herbeizurufen (s. Parforcejagd).

Halas (spr. hálasch, auch Kis-Kun-H.), Stadt im ungar. Komitat Pest, hat (1881) 15,039 ungar. Ein-^[folgende Seite]