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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Halleck; Hälleflinta; Hallein; Hallel; Halleluja; Hallén; Hallenberg; Hallenkirche; Haller

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Halleck - Haller.

delte dann nach England über und wirkte in London mit gleichem Erfolg bis 1856, wo er einem Ruf als Konzertdirigent nach Manchester folgte. Hier wie auch während der Frühjahrssaison in London ist er bis zur Gegenwart als Dirigent, Virtuose und Lehrer thätig gewesen und hat sich namentlich als Vertreter der klassischen Musik eine hochangesehene Stellung erworben.

Halleck, 1) Henry Wager, nordamerikan. General, geb. 15. Jan. 1816 zu Westernville im Staat New York, trat 1835 in die Militärschule zu West Point und wurde 1839 Leutnant im Ingenieurkorps. Nachdem er bei mehreren Befestigungsarbeiten, namentlich des New Yorker Hafens, beschäftigt gewesen und auch eine Reise nach Europa gemacht hatte, nahm er teil am mexikanischen Krieg (1846) in hervorragenden und schwierigen Stellungen und half den Staat Kalifornien begründen. 1854 nahm er als Ingenieurkapitän seinen Abschied und wurde Direktor eines Quecksilberbergwerks und einer Eisenbahn in Kalifornien. Bei Ausbruch des Bürgerkriegs 1861 wieder in die Armee der Union getreten, wurde er zum Generalmajor und Befehlshaber des Departements von Missouri ernannt. In dieser schwierigen Stellung entfaltete er Geschick, nahm 30. Mai 1862 den wichtigen Knotenpunkt Corinth und vertrieb die Konföderierten aus mehreren Staaten. Dafür wurde er 23. Juli 1862 zum Oberbefehlshaber sämtlicher Heere der Union ernannt. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz aber leistete er wenig, da er zwar ein sehr gelehrter General, aber unklar und unentschlossen war und häufig zauderte oder unthätig blieb. Im März 1864 ward er daher durch Grant ersetzt und trat an die Spitze des Generalstabs in Washington. Nach Beendigung des Kriegs führte er den Oberbefehl in verschiedenen Militärdivisionen und starb 9. Jan. 1872 in Louisville. Als Theoretiker und Schriftsteller hatte H. einen guten Namen. Unter seinen militärischen Werken ist das bedeutendste: "Elements of military art and science" (New York 1846, in 2. Aufl. 1861 vermehrt durch "Critical notes on the Mexican and Crimean Wars"). Außerdem schrieb er: "Elements of international law and laws of war" (Philad. 1866) und übersetzte Jominis Biographie Napoleons I. (1864, 4 Bde.).

2) Fitz Greene, berühmter nordamerikan. Dichter, geb. 8. Juli 1795 zu Guilford in Connecticut, widmete sich dem Kaufmannsstand, trat 1813 zu New York in ein Bankhaus und wurde später Disponent im Haus Astors, der ihn auch in seinem Testament zu einem der Kuratoren der Astor-Bibliothek ernannte. 1849 zog er sich nach Guilford zurück, wo er 19. Nov. 1867 starb. Seine ersten Dichtungen, wie das reflektierende Poem "Twilight" und die humoristisch-satirischen, sehr beifällig aufgenommenen "Croaker papers" (gemeinsam mit J. R. Drake), erschienen 1818 in der New Yorker "Evening Post". Im Jahr darauf erschien "Fanny", ein satirisches Gedicht von 1500 Versen, worin er in ergötzlicher Weise die Thorheiten des Tags und die Schwächen öffentlicher Charaktere verspottete. 1822 unternahm er eine Reise nach Europa, deren Ergebnis ein Bändchen meist trefflicher Gedichte war (darunter "Burns" und "Alnwick Castle"). Weiter dichtete er: "Marco Bozzaris" (ein Meisterstück auf dem Gebiet der Kriegslyrik), "Red Jacket" und "Woman", alle drei in ernstem Stil, und die witzige "Peter Castaly's epistle to Recorder Riker". Sein letztes Werk war: "Young America" (1865). Eine Sammlung seiner Gedichte erschien New York 1868. Im Zentralpark zu New York wurde 1877 das bronzene Standbild des Dichters errichtet. Vgl. Wilson, Life and letters of H. (New York 1869); W. C. Bryant, Orations and addresses (das. 1873).

Hälleflinta, Gestein, s. Felsit.

Hallein, Stadt im österreich. Herzogtum Salzburg, Bezirkshauptmannschaft Salzburg, 449 m ü. M., links an der Salzach und an der Giselabahn, am Fuß des Hohen Göll, Sitz eines Bezirksgerichts, hat eine Holzschnitzschule, Fabriken für Zement, Ziegel und Thonwaren, Holzwaren, Schiffbauanstalten, eine ärarische Tabaksfabrik, ein Salzsudwerk, welches 1884: 216,956 metr. Ztr. Salz lieferte, und (1880) 3727 Einw. Die Sole wird im Dorf Dürnberg aus dem südlich von H. sich erhebenden Salzberg gewonnen und zur Stadt geleitet. Mit der Saline ist ein Solbad verbunden. Am 3. Okt. 1809 fielen hier Gefechte zwischen den Franzosen unter Lefebvre und den Tirolern unter Haspinger vor. Nahebei die Dörfer Oberalm mit Marmorwaren- und Glasfabrik und Kaltenhausen mit großer Bierbrauerei.

Hallel (hebr., "Loblied"), Bezeichnung für die Psalmen 113-119, welche am Pessach-, Wochen-, Laubhütten- und Tempelweihefest, an Neumondstagen in der Synagoge, an den beiden ersten Pessachabenden bei der Familienfeier des Seder (s. Passah) gebetet werden. An den sechs letzten Pessachtagen und am Neumond werden Ps. 115, V. 1-10 und 116, 1-11 nicht gesprochen.

Halleluja (hebr., eigentlich Hallelu Jah, "lobet Gott"), in den hebräischen Psalmen häufige Formel, welche in den Übersetzungen der Bibel in die Landessprachen beibehalten und von da schon in der alten christlichen Kirche in die Liturgie eingedrungen ist, aber im Abendland seit Papst Gregor I. während der Fastenzeit weggelassen wird. Gewöhnlich dient es zur Intonation.

Hallén, Andreas, schwed. Komponist, geb. 22. Dez. 1846 zu Gotenburg, erhielt seine musikalische Ausbildung 1866-71 in Leipzig (Reinecke), München (Rheinberger) und Dresden (Rietz), war 1872-78 Dirigent der Musikervereinskonzerte zu Gotenburg, lebte dann meist in Berlin, bis er 1883 nach Gotenburg zurückkehrte. Von seinen Kompositionen sind hervorzuheben: "Harald der Wiking", Oper (aufgeführt 1881 zu Leipzig, 1883 in Stockholm); "Schwedische Rhapsodien" (Op. 17 und 23); "Vom Pagen und der Königstochter", Balladencyklus, und "Traumkönig und sein Lieb" (beide für Chor, Solo und Orchester); "Das Ährenfeld" (Frauenchor mit Klavier); "Vineta" (Chor-Rhapsodie mit Klavier); eine Violinromanze mit Orchester und mehrere Hefte Lieder.

Hallenberg, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Brilon, 361 m ü. M., an der Nuhne, mit Schieferbergwerk u. (1885) 1221 kath. Einwohnern.

Hallenkirche, Bezeichnung der besonders im nördlichen Deutschland zahlreich verbreiteten, aber auch in Italien vorkommenden Kirchen des gotischen Mittelalters, bei welchen die drei Schiffe von gleicher oder fast gleicher Höhe sind.

Haller, 1) Berthold, der Reformator von Bern, geb. 1492 zu Aldingen bei Rottweil, erhielt seine Vorbildung zu Pforzheim, wo er mit Melanchthon Freundschaft schloß, studierte seit 1510 in Köln Theologie, ward hierauf Lehrer zu Rottweil, dann um 1513 in Bern, wo er 1520 auch Chorherr und Leutpriester wurde. Seit 1522 wirkte er zugleich mit Seb. Meyer unter steten Kämpfen mit dem Klerus für die Sache der Reformation, nahm 1526 an dem Gespräch zu Baden und an der Berner Disputation teil und