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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Hallorengläser; Hallowell; Hällristningar; Halls; Hallstadt; Hallstatt; Hallstätter Kalk; Hällström; Hallue

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Hallorengläser - Hallue.

tig, wo (seit 1868) mit der Aufhebung des Salzmonopols und des Vertrags der Pfännerschaft (von 1817) mit dem Staate die gesamte Salzfabrikation wieder in die Hand der Pfännerschaft gelegt, der Betrieb aber ausschließlich in die Räume der königlichen Saline verlegt worden ist, wird nur etwa noch die Hälfte der (zur Zeit bis auf etwa 800 Köpfe zusammengeschmolzenen) H. bei der Saline beschäftigt; die übrigen H. haben sich andern bürgerlichen Beschäftigungen, namentlich der Bestattung der Leichen, zugewendet. Von den Privilegien der H. haben sich erhalten: der Genuß gewisser Lieferungen vom Amt Giebichenstein an ihre Knappschaft und die Bevorzugung, den Landesherrn nicht nur durch Neujahrsgratulation und Geschenke begrüßen, sondern auch durch besondere Abgeordnete an der Huldigung teilnehmen zu dürfen, wogegen sie eine neue Fahne und ein Pferd aus dem königlichen Marstall erhalten.

Hallorengläser, hellgrüne, cylindrische Gläser des 18. Jahrh., welche die Halloren, die Salzsieder in Halle, dem Salzgrafen, dem Haupt ihrer Verwaltung, beim Antritt seines Amtes überreichten. Die H. sind mit farbig aufgemalten Darstellungen der Pfänner geschmückt.

Hallowell, Stadt im nordamerikan. Staat Maine, am Kennebec, unterhalb Augusta, hat berühmte Granitbrüche, Fabriken und (1880) 3154 Einw.

Hällristningar, s. Felsenbilder, prähistorische.

Halls (spr. hahls), den Colleges ähnliche Institute auf den englischen Universitäten, s. Universität.

Hallstadt, Flecken im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, Bezirksamt Bamberg, am Einfluß des Ellerbachs in den Main und an der Linie München-Hof der Bayrischen Staatsbahn, hat eine kath. Pfarrkirche, ein Schloß, Damastweberei, eine Dampfsägemühle, Obst- und Weinbau und (1885) 2085 Einw.

Hallstatt, Marktflecken in der oberösterreich. Bezirkshauptmannschaft Gmunden, im Salzkammergut, 500 m ü. M., am westlichen Ufersaum des 125 m tiefen, 8,7 qkm großen Hallstätter Sees, welcher ringsum von 1800-2100 m hohen Gebirgsmauern eingeschlossen ist und hierdurch sowie durch seine dunkle Färbung einen ernsten, beinahe düstern Charakter erhält, ist dicht an die Felsen gebaut, hat 4 Kirchen (darunter eine katholische aus dem Jahr 1320 mit schönem Flügel- und Schnitzaltar und eine neue schöne protestantische), eine Fachschule für Holzschnitzerei und Marmorbearbeitung, ein Museum von Naturalien und Altertümern, eine höchst interessante, 1846 entdeckte keltische Begräbnisstätte mit ca. 1000 Gräbern und zahlreichen Bronzegegenständen, Holzschnitzerei und (1880) 740 meist arme, vielfach auch durch frühzeitige körperliche Arbeit herabgekommene Einwohner. H. ist berühmt durch sein Salzberg- und Salzsudwerk. Die Produktion an Salzsole betrug 1884: 1,47 Mill. hl, wovon in H. selbst 253,000 hl zu 81,581 metr. Ztr. Salz versotten wurden. Auch die Salinen Ebensee und Ischl empfangen ihre Sole großenteils von H. Die Umgegend ist an Naturschönheiten sehr reich. Mitten im Ort stürzt der Mühlbach wildschäumend über Felsen herab. Ein zweiter, bedeutenderer Wasserfall ist der fast 100 m hohe Waldbachstrub. Von H. aus befährt ein Dampfboot den See. Am jenseitigen östlichen Ufer desselben zieht die Salzkammergutbahn vorüber. An diesem Ufer, gegenüber von H., steht das freundliche Schloß Grub. - Die Salzminen von H. wurden ohne Zweifel schon in grauer Vorzeit bearbeitet, wofür das berühmte "Totenfeld" im Hallstätter Salzberg das sprechendste Zeugnis liefert. H. lag im Gebiet der keltischen Halaunen. Die hier gefundenen Objekte besitzen große Bedeutung für die Prähistorie, insofern sie einen besondern Typus repräsentieren (vgl. Metallzeit). Unter den Habsburgern erscheint H. im Gebiet des Kammerguts oder der Provinz Ischl als ein Hauptort des Salzkammerguts, dessen Salzbetrieb Herzog Albrecht I. emporbrachte. Der Erzbischof von Salzburg, Konrad IV. von Vonstorf, der das mit Hallein rivalisierende Werk an seinen Grenzen mit Widerwillen bemerkte, überfiel 1295 H. und zerstörte die Werke von Grund aus. 1311 begann der Betrieb derselben von neuem. Das Recht des Handelns mit dem zu H. erzeugten Salz besaßen ursprünglich zwölf Bürger des Ortes. Ferdinand I. brachte dasselbe 1563 an sich und erhob das Sudwesen zu einem Regal. Vgl. Mojsisovics, Das Gebirge um H., geologisch-paläontologische Studie (Wien 1873); A. B. Meyer, Das Gräberfeld von H. (Dresd. 1885).

Hallstätter Kalk, s. Triasformation.

Hällström, 1) Gustaf Gabriel, schwed. Physiker, geb. 25. Nov. 1775 zu Ilmola in Österbottnien, wurde 1801 Professor der Physik an der Universität zu Abo, 1828 in Helsingfors, wo er 2. Juni 1844 starb. Er lieferte Untersuchungen über die Volumveränderung und größte Dichtigkeit des Wassers, über die Kombinationstöne, über das Thermometer etc.

2) Ivar, schwed. Komponist, geb. 1826 zu Stockholm, studierte Rechtswissenschaft, war dann Sekretär des Kronprinzen (jetzigen Königs) von Schweden und übernahm 1861 an Lindblads Stelle die Direktion der Stockholmer Musikschule. H. verfolgt in seinen Kompositionen nationale Tendenzen, sowohl hinsichtlich der Süjets als der harmonischen und rhythmischen Behandlung. Von seinen Opern fanden "Das geraubte Bergmädchen" (1874), "Die Braut des Gnomen" (1875), "Der Bergkönig" (1876) und "Die Wikinger" (1874) eine sehr beifällige Aufnahme. Ein Idyll von ihm, betitelt "Die Blumen" (für Soli, Chor und Orchester), wurde 1860 preisgekrönt.

Hallue (spr. allüh), Flüßchen, welches sich oberhalb Amiens von rechts in die Somme ergießt. An demselben fand 23. Dez. 1870 eine Schlacht zwischen der deutschen Nordarmee unter Manteuffel und der französischen unter Faidherbe statt. Dieser langte 20. Dez. mit dem 22. und 23. Korps, 50,000 Mann mit 80 Geschützen, von Norden kommend, an der H. an und beabsichtigte, gegen Paris vorzustoßen. Manteuffel konzentrierte rasch die verfügbaren Streitkräfte um Amiens, etwas über 20,000 Mann, nämlich das 8. Armeekorps, eine Brigade des 1., die 3. Kavalleriedivision und einzelne andre Abteilungen. Da die Franzosen keine Miene zum Angriff machten, schritt Manteuffel 23. Dez. dazu und befahl Goeben, mit der 15. Division den Feind in der Fronte zu engagieren, mit der 16. ihn in der rechten Flanke zu umfassen. Die Vortruppen der Franzosen wurden leicht gegen die H. zurückgeworfen; hier jedoch leisteten sie in starker, befestigter Stellung hartnäckigen Widerstand. Der 15. Division gelang es nach und nach, sämtliche im Thal der H. liegende Dörfer: Fréchencourt, Querrieux, Pont-Noyelles, Daours, zu erobern; die Versuche einzelner Abteilungen, den jenseitigen, mit Schützengräben und schweren Batterien garnierten Höhenrand zu ersteigen, glückten jedoch nicht. Auf dem linken Flügel nahm die 16. Division gleichfalls den Hallueabschnitt. Der Feind führte aber auch hier so beträchtliche Truppenmassen in das Gefecht, daß die Kräfte zur Umfassung seiner rechten Flanke nicht ausreichten. Als die Dunkelheit einbrach, befand sich das 8. Korps im Besitz des Flusses und aller Dörfer