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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Hamilton

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Hamilton (Berg- und Städtename) - Hamilton (schottisches Adelsgeschlecht).

lage des Hasdrubal am Metaurus (207 v. Chr.) in Italien zurückgeblieben, 200 an die Spitze der gegen Rom kriegführenden gallischen Völkerschaften Oberitaliens, eroberte mit ihnen die römische Kolonie Placentia, wurde aber in demselben Jahr von den Römern geschlagen und fiel in der Schlacht. Nach einer andern Nachricht wurde er erst 197 von den Römern in einer Schlacht gefangen genommen und dann im Triumph aufgeführt. Die Karthager hatten ihn schon 200 auf Verlangen der Römer verbannt und geächtet.

Hamilton (Mount H., spr. hämmilt'n), Berg in der Küstenkette Kaliforniens, 1351 m hoch, mit der von Lick in San Francisco mit einem Kostenaufwand von 700,000 Doll. errichteten Sternwarte, ausgerüstet mit einem Fernrohr von 17,4 m Länge und 91 cm Durchmesser; wurde 1887 eröffnet.

Hamilton (spr. hämmilt'n), 1) Stadt in Lanarkshire (Schottland), am Einfluß des Avon in den Clyde, 15 km südöstlich von Glasgow, mit lateinischer Schule, Handstuhlwebereien, Musselinstickereien, großen Eisenwerken in der Umgebung und (1881) 18,517 Einw. Dabei Hamilton Palace mit großem Park. - 2) Stadt in der britisch-amerikan. Provinz Ontario, am obern Ende des Ontariosees, schön gebaut, mit Damencollege der Wesleyaner, Manufaktur von Besen, Tweeds und Standuhren, Eisenbahnwerkstätten, gutem Hafen und (1881) 35,961 Einw. - 3) Hauptstadt der Grafschaft Butler im nordamerikan. Staat Ohio, am Miamifluß, in fruchtbarer Gegend, 30 km nördlich von Cincinnati, hat zahlreiche Mahl- und Papiermühlen, Leder-, Maschinen-, Tuch- und Wagenfabriken und (1880) 12,122 Einw. - 4) Stadt in der britisch-austral. Kolonie Victoria, an der Eisenbahn Ararat-Portland, der Zentralpunkt der westlichen Distrikte, mit (1881) 2967 Einw., hat zahlreiche Kirchen, darunter eine deutsche, Handwerkerinstitut, 2 Colleges für Knaben und für Mädchen, 6 Bankfilialen, Gas- und Wasserleitung.

Hamilton (spr. hämmilt'n), eins der ältesten und angesehensten schott. Geschlechter, dessen Ahnherr Sir Gilbert H. sich wahrscheinlich vor 1272 in Schottland niederließ. Die namhaftesten Sprößlinge dieses Geschlechts sind:

1) James, Lord, zeichnete sich unter Jakob II. und Jakob III. mehrfach im Krieg und bei den Verhandlungen mit England aus, wurde 1445 zum Lord erhoben, heiratete 1474 Maria, die Tochter König Jakobs II., und starb 1479. Mit Mariens Hand hatte er die Grafschaft Arran erhalten, die aber der Gegenstand eines ewigen Zwistes zwischen seinem Geschlecht und den Douglas ward.

2) James, Graf von Arran, spielte bei den Streitigkeiten um die Regentschaft nach dem Tod Jakobs IV. eine hervorragende Rolle. 1520 wurde er von den Douglas unter Führung des Grafen von Angus nach einem heftigen Straßenkampf aus Edinburg vertrieben. Nach dem Tode des Regenten, des Herzogs von Albany, 1524, verband er sich mit der Königin Margarete, um im Namen des zwölfjährigen Jakob V. zu regieren, söhnte sich aber bald mit Angus aus und hatte bis zur Flucht Jakobs V. Anteil an der Regierung; er starb 1529.

3) Patrick, Neffe des vorigen, einer der ersten Bekenner des Protestantismus in Schottland, geboren um 1503, studierte in St. Andrews, hielt sich sodann eine Zeitlang in Deutschland auf, wo er mit Luther und Melanchthon in Beziehungen trat, und predigte nach seiner Rückkehr in Schottland, wo er viele Anhänger fand, die neue Lehre. Er wurde auf Betreiben des Kardinals Beaton zum Widerruf verurteilt und mußte, da er diesen verweigerte, 1. März 1527 den Scheiterhaufen besteigen. Sein Glaubensbekenntnis und zugleich die englische Übersetzung seiner Abhandlung "Loci communes" gab John Fryth heraus. Vgl. Lorimer, Precursors of Knox, Bd. 1 (Edinb. 1857); Collmann in der "Zeitschrift für historische Theologie" 1864.

4) James IV., Graf von Arran, Herzog von Châtelherault, begleitete noch als Jüngling Jakob V. nach Frankreich und wurde nach dessen Tod 1542 als nächster Thronerbe (er stammte von Jakobs II. ältester Tochter) vom Parlament zum Regenten und Vormund der jungen Königin Maria Stuart ernannt. 1543 stimmte er durch den Vertrag von Greenwich dem Plan, Maria Stuart mit Eduard VI., dem Sohn Heinrichs VIII. von England, zu vermählen, zu, trat aber später zu der England feindlichen Partei über. Den Grafen von Lennox, der ihm die Staatsverwaltung streitig machte, zwang er 1544 zur Flucht nach England, legte aber 1554 zu gunsten des Herzogs von Guise und des Kardinals von Lothringen die Regentschaft nieder und wurde dafür durch das Herzogtum Châtelherault und eine französische Pension entschädigt. In den politischen Wirren, die mit der Rückkehr der Königin aus Frankreich begannen, stand H., wie sein ganzes Haus, auf seiten Marias. Er begünstigte anfangs deren Maßregeln gegen die Protestanten, nahm sie später nebst seinem Bruder John, Erzbischof von St. Andrews, nach ihrer Flucht aus Lochleven auf seinem Schloß auf und kämpfte für sie in dem unglücklichen Treffen bei Langside 13. Mai 1568. Die Folge davon war eine wilde Verfolgung des Hauses H. durch die siegende Partei und den Regenten Grafen Murray. James H., Neffe des Grafen, rächte sich 1570 durch Ermordung Murrays, und in den wilden Kämpfen, die nun folgten, stand H. an der Spitze der Partei Marias. Zeitweise hatte er glücklichen Erfolg, eroberte sogar Edinburg und siegte 1571 bei Stirling über Murrays Nachfolger Lennox, der im Kampfe fiel, nachdem er kurz vorher den Erzbischof von St. Andrews hatte henken lassen. Als aber 1572 der Graf Morton, ein Verwandter der Hamiltons, die Regentschaft übernahm, zog sich H. abermals zurück und starb 1575.

5) James V., Sohn des vorigen, warf sich in Frankreich den Hugenotten in die Arme, weshalb ihm der König von Frankreich sein Herzogtum Châtelherault nahm. H. lebte hierauf als Prediger in Schottland, bis er 1561 in Wahnsinn verfiel. Er starb 1609. Nachdem Morton 1581 unter Jakob VI., dem nachmaligen König Jakob I. von England, das Schafott bestiegen, wurden die Güter der Familie H. eingezogen, sie selbst wurden geächtet. Das Stammschloß ward 1579 zerstört. James' IV. Bruder Claude ward der Stifter der noch jetzt blühenden Seitenlinie der Marquis von Abercorn.

6) James, Herzog von H., Graf von Cambridge, geb. 19. Juni 1606, ward mit König Karl I. auferzogen und stand zu demselben in den engsten persönlichen Beziehungen. 1631 führte er dem Schwedenkönig Gustav Adolf fünf Regimenter Engländer und Bergschotten, die er auf eigne Kosten, aber mit Unterstützung des Königs, angeworben, zu und half den Sieg bei Breitenfeld erringen. Zurückgerufen, ward er von Karl I. 1643 zum Herzog von H. ernannt. Später ward er der Verräterei angeklagt und 1645 kurze Zeit im Schloß von Pendennis in Haft gehalten. Im J. 1648 sammelte er ein Heer für Karl I. und fiel in England ein, ward aber von Cromwell bei