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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Heuschreckenbaum; Heuschreckenkrebs; Heusde; Heusden; Heusinger; Heusinger von Waldegg; Heusler

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Heuschreckenbaum - Heusler.

Nahrung ist vorwiegend animalisch. Hierher gehören die Maulwurfsgrille (s. d.) und die Feldgrille (Gryllus campestris L., s. Tafel "Geradflügler"). Diese ist 2 cm lang, glänzend schwarz, mit braunen, an der Basis gelben Vorderflügeln, kürzern Hinterflügeln, an der Unterseite blutroten Hinterschenkeln und beim Weibchen auch blutroten Hinterschienen. Sie lebt einsam auf sandigen Feldern in Gängen und Höhlungen, und das Männchen lockt an der Mündung seines Baues das Weibchen durch Zirpen herbei. Letzteres legt gegen 300 Eier. Die Larven kriechen schon im Herbst aus und überwintern, um sich im Frühjahr weiter zu entwickeln. Die Nahrung besteht aus Wurzeln. Die Hausgrille (Heimchen, G. domesticus L.), 2 cm lang, lederbraun, mit gelbem Kopf und brauner Querbinde auf demselben, zwei dreieckigen braunen Flecken auf dem Halsschild, lichtgelben Beinen, lebt gesellig in Häusern an warmen Stellen und zirpt oft die ganze Nacht hindurch. Sie ist sehr gewandt und schnell, legt ihre Eier in Schutt, Kehricht oder lockeres Erdreich und überwintert als Larve. Zusammengesperrt fressen die Hausgrillen wie auch die Feldgrillen einander auf.

Heuschreckenbaum, s. Hymenaea und Robinia.

Heuschreckenkrebs (Squilla), s. Schildkrebse.

Heusde, 1) Philip Willem van, ausgezeichneter holländ. Philolog, geb. 17. Juni 1778 zu Rotterdam, vorgebildet daselbst, studierte seit 1797 in Amsterdam und Leiden, wurde 1804 Professor der Beredsamkeit und der Geschichte zu Utrecht und starb nach bedeutender Wirksamkeit 28. Juli 1839 auf einer Schweizerreise in Genf. H. beschäftigte sich vorzugsweise mit dem Studium des Platon; er veröffentlichte: "Specimen criticum in Platonem" (Leiden 1803); "Initia philosophiae Platonicae" (Utr. 1827-36, 3 Bde.; 2. Aufl., Leiden 1842, 1 Bd.); "De Socratische school" (das. 1834-39, 4 Bde.; 3. Aufl. 1860; Bd. 1 u. 2 deutsch von Leutbecher, 2. Aufl., Erlang. 1840; Bd. 3 deutsch u. d. T.: "Versuche philosophischer Forschungen in den Sprachen", Utr. 1838); "Characterismi principum philosophorum veterum" (Amsterd. 1839). Außerdem sind zu nennen: "Brieven over den aard en de strekking van het hooger onderwijs" (Utr. 1829, 4. Aufl. 1857; deutsch von Weydmann, Kref. 1830) und "De school van Polybius" (aus seinem Nachlaß, Amsterd. 1841). Vgl. Rovers, Memoria Heusdii commendata (Utr. 1841); Derselbe, Wie was Ph. W. van H.? (das. 1875).

2) Jan Adolf Karel van, Sohn des vorigen, geb. 26. Mai 1812 zu Utrecht, gebildet daselbst, ward 1840 Rektor der lateinischen Schule in Amersfoort, 1847 Professor der alten Litteratur in Groningen, lebte nach Niederlegung seiner Professur 1855 meist im Haag und starb dort 16. Nov. 1878. Seine Schriften zeigen mehr Fleiß und Gelehrsamkeit als kritische Durcharbeitung. Die bedeutenden sind: "M. T. Cicero Philoplaton" (Utr. 1836); "Disquisitio de L. Aelio Stilone, rhetoricorum ad Herennium, ut videtur, auctore" (das. 1839); "Studia critica in C. Lucilium poetam collata" (das. 1842); "Epistola ad C. Fr. Hermann de C. Lucilio" (das. 1844), hervorgerufen durch eine scharfe Kritik Hermanns gegen seine eben genannten "Studia"; eine kritisch-exegetische Ausgabe von Äschylos' "Agamemnon" mit den Schollen (Haag 1864).

Heusden, Stadt in der niederländ. Provinz Nordbrabant, nordwestlich von Herzogenbusch, an einem Zweig der Maas, früher Festung, hat 3 Kirchen, eine Synagoge, ein schönes Rathaus, große Bierbrauereien, einen guten Hafen und (1883) 2023 Einw.

Heusinger, Karl Friedrich von, Mediziner, geb. 28. Febr. 1792 zu Farnroda bei Eisenach, studierte in Jena und Göttingen, trat 1813 als Militärarzt in preußische Dienste, führte nach dem Krieg bis 1819 die Direktion des Hospitals zu Sedan, ward dann Assistent an der klinischen Anstalt in Göttingen, 1821 Professor in Jena, 1824 Professor der Anatomie und Physiologie in Würzburg und 1829 in Marburg, wo er 5. Mai 1883 starb. H. war ausgezeichnet durch seine Vielseitigkeit auf medizinischem und naturwissenschaftlichem Gebiet und beschäftigte sich auch vielfach mit Geschichte der Medizin. Er schrieb: "Über den Bau und die Verrichtung der Milz" (Eisen. 1817); "Entzündung und Vergrößerung der Milz" (das. 1820 u. 1823); "System der Histologie" (das. 1822, 2 Hefte); "Grundriß der physischen und psychischen Anthropologie" (das. 1829); "Grundriß der Encyklopädie und Methodologie der Natur- und Heilkunde" (das. 1839); "Recherches de pathologie comparée" (Kassel 1844-53, 2 Bde.); "Milzbrandkrankheiten der Tiere und des Menschen" (Erlang. 1850); "Die sogenannte Geophagie oder tropische Chlorose" (Kassel 1852).

Heusinger von Waldegg, Edmund, Ingenieur, geb. 12. Mai 1817 zu Langenschwalbach, erlernte in Hannover den Buchhandel, studierte dann in Göttingen und Leipzig namentlich Mathematik, Physik und Mechanik. Er konstruierte damals eine Buchdruckschnellpresse mit Cylinderdruck auf Typenwalzen, erlernte, um sich dem Eisenbahnfach zu widmen, die Schlosserei, trat dann auf der Gutehoffnungshütte bei Sterkrade ein, ward 1841 Werkmeister an der Taunusbahn in Kastel bei Mainz und führte viele Verbesserungen und neue Konstruktionen ein. 1844 wurde er zum zweiten Maschinenmeister in Frankfurt a. M. und 1846 zum ersten Maschinenmeister und Chef der Zentralwerkstätte in Kastel ernannt. Im J. 1854 wurde ihm von der hessen-homburgischen Regierung als Oberingenieur die Projektierung und Ausarbeitung der Vorarbeiten der Frankfurt-Homburger Bahn übertragen, welche erst nach fünfjährigen Verhandlungen zur Ausführung kam. Er projektierte dann die Deisterbahn und die Südharzbahn, übernahm 1863 die Redaktion des von ihm 1845 begründeten "Organs für die Fortschritte des Eisenbahnwesens" und führte dasselbe als technisches Organ des Vereins der deutschen Eisenbahnverwaltungen weiter. Er starb 2. Febr. 1886 in Hannover. H. konstruierte eine Lokomotivsteuerung mit Exzentrik, die Interkommunikationswagen mit Seitengang, schmiedeeiserne Doppelscheibenräder mit Sicherung gegen das Springen der Radreifen, Oberbaukonstruktionen für Haupt-, Sekundär- und Straßenbahnen etc. Er schrieb: "Die Schmiervorrichtungen und Schmiermittel der Eisenbahnwagen" (Wiesb. 1864), "Handbuch der speziellen Eisenbahntechnik" (in Verbindung mit vielen Technikern, Leipz. 1869 ff., 5 Bde.; mehrfach aufgelegt), "Kalk-, Ziegel- und Röhrenbrennerei" (3. Aufl., das. 1876), "Der Gipsbrenner" (das. 1863), "Die eiserne Eisenbahn" (Hannov. 1863) und gab das "Handbuch der Ingenieurwissenschaften" (mit Franzius, Sonne u. a., 2. Aufl., Leipz. 1883, 4 Bde.) und den "Kalender für Eisenbahntechniker" (Wiesbad., seit 1874) heraus.

Heusler, Andreas, der jüngere, schweizer. Rechtsgelehrter, geb. 30. Sept. 1834 zu Basel, wo sein Vater Ratsherr, später Professor für schweizerisches Recht war, widmete sich 1852-54 in seiner Vaterstadt, dann in Göttingen und Berlin dem Studium der Rechtswissenschaft und promovierte 1856 in Berlin. 1859