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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: H moll; hl; Hlasiwetz; Hlassa; Hlavaček; Hlinka; Hlinsko; Hlubek; Hnjevkowsky; Ho; Hoangho; Hoard; Hoax; Hobart

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hl - Hobart.

in die Schranken trat; ferner (deutsch) "Johannes Scotus Erigena, oder vom Ursprung einer christlichen Philosophie etc." (Kopenh. 1823); "Läre om Villiens Frihed" (1825) u. a. sowie (seit 1849) mehrere Schriften in der schleswig-holsteinischen Angelegenheit zu gunsten Dänemarks. Weite Verbreitung fand sein Buch "Den danske Børneven" ("Der dänische Kinderfreund", 10. Aufl., Kopenh. 1879). Aus seinem Nachlaß erschien noch "Udsigt over nyere dansk Literatur" (Kopenh. 1872).

hl, Abkürzung für Hektoliter.

Hlasiwetz, Heinrich, Chemiker, geb. 7. April 1825 zu Reichenberg in Böhmen, erlernte die Pharmazie, studierte darauf in Jena, Wien und Prag, ward 1849 Assistent Rochleders, 1851 außerordentlicher und 1854 ordentlicher Professor der Chemie in Innsbruck. Hier errichtete er ein chemisches Laboratorium und wirkte mit großem Erfolg als Lehrer und Forscher. 1867 folgte er einem Ruf als Professor der chemischen Technologie an der technischen Hochschule in Wien, und 1869 vertauschte er diese Lehrkanzel mit der für allgemeine Chemie. 1873 übernahm er das Referat für technische Hochschulen im Unterrichtsministerium. Er starb 7. Okt. 1875. H. hat ungemein zahlreiche Untersuchungen, namentlich auf dem Gebiet der organischen Chemie, geliefert. Besonders bemerkenswert sind seine Arbeiten über Buchenteerkreosot, Harze, Gerbsäuren, Phloroglucin, über Alkaloide, Zuckerarten und Eiweißstoffe.

Hlassa, Stadt, s. Lhassa.

Hlavaček (spr. láwatschek), Anton, Maler, geb. 1842 zu Wien, zeigte schon in frühster Jugend Neigung zum Zeichnen, mußte aber seinem Vater, einem armen Weber, bei der Arbeit helfen. Später wurde er Stubenmaler und malte nebenbei Bilder zum Verkauf. Erst 1859, nachdem er zweimal wegen angeblicher Talentlosigkeit von der Akademie zurückgewiesen worden, gelang es ihm, in die damals unter Steinfelds Leitung stehende Landschaftsmalerklasse aufgenommen zu werden. Gleich sein erstes Bild aus der Wiener Umgebung wurde von dem Verein Wiener Künstler angekauft. Neue Anregung erhielt H. durch die Ernennung Zimmermanns zum Akademieprofessor. Als Ergebnis mehrerer Studienreisen folgten nun: Motiv aus Gastein, Gebirgslandschaft, Morgen am Hintersee, Auszug des Burggrafen von Rodenstein, Aus dem Odenwald. Alle diese Bilder zeigen seine poetische Naturbeobachtung und feine Ausführung. H. hat sich dauernd in Wien niedergelassen und behandelt mit Vorliebe Motive von den österreichischen Alpenseen. Sein Hauptwerk ist ein großes Panorama der Stadt Wien, vom Nußberg aus gesehen.

Hlinka, Adalbert, unter dem Pseudonym Franz Prawda bekannter tschech. Novellist, geb. 17. April 1817 zu Nekrasin bei Neuhaus in Böhmen, studierte Theologie zu Wien und Prag und lebt seit Jahren als katholischer Schloßkaplan in Hrádek. H. hat während seiner mehr als 30 Jahre umfassenden litterarischen Wirksamkeit eine ganze Bibliothek von Erzählungen, Novellen und Bildern aus dem Volksleben geschrieben, die sich großer Beliebtheit unter den Tschechen erfreuen und bei ihrer durchaus veredelnden Tendenz zum Teil den "Dorfgeschichten" Auerbachs an die Seite gestellt werden. Dieselben erschienen gesammelt in 4 Bänden (Prag 1871-77), einzelne auch in deutscher Übersetzung.

Hlinsko, Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Chrudim, an der Österreichischen Nordwestbahn, von der Chrudimka durchflossen, Sitz eines Bezirksgerichts, hat ein gut gebautes Rathaus und (1880) 3199 Einw., welche Woll-, Baumwoll- und Leinweberei, Töpferei, Sirup- und Lederfabrikation betreiben.

Hlubek, Franz Xaver Wilhelm von, landwirtschaftl. Schriftsteller, geb. 11. Sept. 1802 zu Chatischau in Österreichisch-Schlesien, studierte zu Brünn und zu Wien Jurisprudenz, Chemie und Landwirtschaft und ward 1830 Professor der Landwirtschaft in Wien, 1832 in Lemberg, 1834 in Laibach und 1840 in Graz, wo er auch Referent des Zentralausschusses der Steiermärkischen Landwirtschaftsgesellschaft und Administrator des Versuchshofs und des Musterweingartens wurde und 1843 einen Seidenbauverein für Steiermark begründete. Er trat 1867 in den Ruhestand, erhielt 1870 den Orden der Eisernen Krone und starb 10. Febr. 1880 in Graz. H. zählt zu den Vorläufern der landwirtschaftlichen Naturforschung und zu den letzten Verteidigern und Läuterern der Humustheorie. Er schrieb: "Die Ernährung der Pflanzen und die Statik des Landbaues" (Prag 1841); "Beleuchtung der organischen Chemie des Dr. Liebig" (Graz 1842); "Versuch einer neuen Charakteristik und Klassifikation der Rebsorten" (das. 1841); "Die Landwirtschaftslehre in ihrem ganzen Umfang" (Wien 1846, 2 Bde.; 2. Aufl. 1851-53); "Die Betriebslehre der Landwirtschaft" (das. 1853); "Die Bepflanzung des Karstes" (Graz 1858); "Der Weinbau in Österreich" (das. 1864); "Die wichtigsten Lehren der Landwirtschaft" (das. 1867); "Maulbeerbaum und Seidenzucht" (das. 1880).

H moll (ital. Si minore, franz. Si mineur, engl. B minor), s. v. w. H mit kleiner (weicher) Terz. Der H moll-Akkord = h d fis. Über die H moll-Tonart, 2 # vorgezeichnet, s. Tonart.

Hnjevkowsky (tschech. Hněvkovský, spr. nje-), Sebastian, böhm. Dichter, geb. 19. März 1770 zu Zobrak, war Bürgermeister zu Politschka und starb 7. Juni 1847 in Prag. Er schrieb: "Der böhmische Mägdekrieg", komisches Epos in 12 Gesängen (1805, als ernstes Epos umgearbeitet 1829); "Bruchstücke der Dichtkunst" (1820); "Kleine Gedichte" (1820); "Jaromir", Trauerspiel (1836); "Heiratsanträge zu Kolodej", Lustspiel (1839); "Neue Gedichte" (1841); "Doktor Faust", Gedicht (1844), und das posthume Trauerspiel "Przemysl Ottokar II.". Höherer Schwung geht diesen Dichtungen ab.

Ho, chines. Getreidemaß, s. Hwo.

Hoangho, Fluß, s. Huangho.

Hoard (engl., spr. hohrd), Schatz (Hort); Hoards, Vorräte, insbesondere im englischen Bankwesen die Summen von Edelmetall, welche sich an der Bank anhäufen, ohne augenblicklich geschäftliche Verwendung zu finden.

Hoax (engl., spr. hohks), betrügerischer Streich oder Possen, besonders Börsenlüge.

Hobart (vor 1881 Hobarttown), Hauptstadt der britisch-austral. Kolonie Tasmania, schön gelegen am Fuß des Mount Wellington und am rechten Ufer des Derwent, der hier einen für die größten Seeschiffe geeigneten Hafen bildet und 22 km unterhalb in die Stormbai mündet. Die Stadt ist hübsch gebaut, Sitz der Regierung, einer Handelskammer, mehrerer Bankinstitute, hat Gas- und Wasserleitung und (1881) 28,648 Einw., welche sich mit der Fabrikation von Mehl, Obstkonserven, Leder etc. beschäftigen, namentlich aber lebhaften Handel treiben, der durch ein sich immer mehr verzweigendes Eisenbahnnetz sowie durch regelmäßige Dampferverbindung mit Melbourne, Sydney und Neuseeland genährt wird. Zum Hafen gehören 125 Schiffe von 13,695 Ton., darunter 15 Dampfer von 2749 T. Wegen seines