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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Hochschwab - Höchstes Gut.

Hochschwab, Berg in Steiermark, 2278 m, höchster Punkt der gleichnamigen Gruppe eines Kalkalpenzugs zwischen dem Salzathal, Seeberg und Eisenerz, wird wegen der umfassenden Aussicht häufig bestiegen. Unter dem Gipfel Schutzhaus (seit 1874).

Hochsengsengebirge, Gebirgsgruppe der Salzkammergutalpen, an der oberösterreichisch-steirischen Grenze, von dem südwestlich gelegenen Toten Gebirge durch die Steyr getrennt, im Hohenock 1962 m hoch.

Hochspeyer, Dorf im bayr. Regierungsbezirk Pfalz, Bezirksamt Kaiserslautern, Knotenpunkt der Linien Neunkirchen-Worms und H.-Münster am Stein der Pfälzischen Eisenbahn, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Dampfsägemühlen, Holzessigfabrikation, Holzkohlenbrennerei, Holzdreherei u. (1885) 2086 meist evang. Einwohner.

Hochst., bei botan. Namen Abkürzung für W. Hochstetter, Universitätsgärtner in Tübingen. Koniferen (mit Henkel).

Höchst, 1) Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk u. Landkreis Wiesbaden, am Einfluß der Nidda in den Main, Knotenpunkt der Linien Frankfurt a. M.-Oberlahnstein-Lollar und H.-Soden der Preußischen Staatsbahn und Frankfurt a. M.-Limburg der Hessischen Ludwigsbahn, hat ein altes Schloß, ein Amtsgericht, eine evangelische und eine kath. Pfarrkirche, ein Realprogymnasium, großartige Farbenfabriken, Fabrikation von Schnupftabak und Zigarren, Gas- und Wasserleitungsapparaten, Maschinen, Wachstuch, Gelatine, Möbeln etc., Eisen- und Messinggießerei, Schiffahrt und (1885) 6517 meist kath. Einwohner. H. erhielt 1400 vom Erzbischof Johann von Mainz Stadtrecht. Am 20. Juni 1622 hier Sieg der ligistischen Truppen unter Tilly über Herzog Christian von Braunschweig. Am 11. Okt. 1795 hier siegreiches Gefecht der Österreicher unter Clerfait gegen die Franzosen unter Jourdan. - 2) Flecken in der hess. Provinz Starkenburg, Kreis Erbach, an der Mümling und der Linie Frankfurt a. M.-Eberbach der Hessischen Ludwigsbahn, hat ein Amtsgericht, eine Oberförsterei, 5 Schachtelfabriken, Spat-, Mahl- und Schneidemühlen und (1885) 1888 meist evang. Einwohner.

Hochstaden, Konrad von, s. Konrad.

Hochstädt, Stadt, s. Höchstädt.

Höchstadt, Bezirksstadt im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, an der Aisch, hat ein Amtsgericht, ein Schloß (darin das Bezirksamt), bedeutenden Hopfen- und Getreidebau, mehrere Brauereien und (1885) 2008 meist kath. Einwohner.

Höchstädt (Hochstädt), Stadt im bayr. Regierungsbezirk Schwaben, Bezirksamt Dillingen, links an der Donau und an der Linie Neuoffingen-Ingolstadt der Bayrischen Staatsbahn, hat ein Amtsgericht, 3 Kirchen, ein schönes Schloß mit Wall und Türmen und (1885) 2488 kath. Einwohner. - H. kommt 1081 zuerst vor, gehörte den Grafen von Wörth (s. Donauwörth); kam 1191 an die Hohenstaufen und 1266 an Bayern. Hier unterlag 11. Aug. 1081 Friedrich von Staufen mit dem königlichen Heer dem des Gegenkönigs Hermann von Luxemburg. Am 20. Sept. 1703 wurden bei H. die Kaiserlichen unter dem Grafen Styrum vom französischen Marschall Villars überrumpelt und in die Flucht geschlagen; dagegen errangen 13. Aug. 1704 die vereinigten, 52,000 Mann zählenden Heere des Prinzen Eugen und Marlboroughs hier einen glänzenden Sieg über das 56,000 Mann starke französisch-bayrische Heer unter Marschall Tallard, Marschall Marsin und dem Kurfürsten Max Emanuel von Bayern. Diese erwarteten in einer festen Stellung hinter dem Nebelbach zwischen Lutzingen und Blindheim, das den Stützpunkt ihres rechten Flügels an der Donau bildete, den Feind. Marlborough und Prinz Eugen brachen am Morgen des 13. August aus ihrem Lager am Kesselbach auf, marschierten die Donau aufwärts, letzterer auf dem rechten, Marlborough auf dem linken Flügel, und griffen um Mittag die Bayern und Franzosen an. Mehrere heftige Stürme, namentlich auf Blindheim, wurden abgeschlagen, bis gegen Abend Marlborough durch einen dreifachen Angriff auf die französische Reiterei zwischen Blindheim und Oberglauheim diese zersprengte, Oberglauheim erstürmte und die 9000 Mann starke Besatzung von Blindheim sich zu ergeben nötigte. Die Sieger verloren 12,000 Mann an Toten und Verwundeten, die Gegner 28,000 Mann; auch Tallard wurde gefangen. Es war der erste große Sieg über Frankreich, der dem spanischen. Erbfolgekrieg eine entscheidende Wendung gab. Die Engländer benennen ihn nach dem Dorf Blindheim (s. d.).

^[Abb.: Kärtchen zur Schlacht bei Höchstädt (13. Aug. 1704).]

Hochstapler, Art Gauner, die durch seines Auftreten sich den Anschein vornehmer Leute zu geben wissen und meist auch nur in den Kreisen der gebildeten Gesellschaft ihr Wesen treiben. Das Wort gehört ursprünglich der Gaunersprache an und kommt in der einfachen Form Stabuler (s. v. w. Brotsammler, Bettler) schon im 17. Jahrh. vor.

Hochstein, beliebter Aussichtspunkt des Isergebirges, auf der Westseite des Hirschberger Thals und dem westlichen Ende des Riesengebirges gegenüber, 910 m hoch.

Höchstes Gut (Summum bonum, Finis bonorum), dasjenige Gut, dem (mit Recht oder Unrecht) unbedingter Wert beigelegt, und welches um deswillen angestrebt wird. Dasselbe ist ein scheinbares, wenn der vermeintlich unbedingte Wert nur bedingt, dagegen das wahre, wenn er wirklich unbedingt ist. Jenes ist bei dem Nützlichen der Utilitaristen und bei dem Sinnlich-Angenehmen der Eudämonisten, dieses bei dem Schönen der Idealisten (Ästhetiker) und dem Guten der Moralisten (Ethiker) der Fall. Das Schöne überhaupt und das Gute als Willensschönes sind einander verwandt; jenes bildet den weitern, dieses den engern Begriff, da zwar das Gute stets schön, aber nicht alles Schöne gut sein muß. Realisierung des Schönen ist Kunst, die des Guten Sittlichkeit; jene findet im Kunstwerk, diese im Charakter Verwirklichung. Wirkung der Kunst ist Genuß, der Sittlich-^[folgende Seite]