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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Holz

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Holz (chemische Zusammensetzung, spezifisches Gewicht).

nender Zersetzung, wie bei der Silberpappel. Durch die anatomische Struktur läßt sich das H. der einzelnen Baumarten oft noch an den kleinsten Splittern unterscheiden. Das H. der Nadelbäume (Koniferen) weicht von demjenigen der Laubhölzer (Fig. 7) darin ab, daß es keine Gefäße besitzt, auf dem Querschnitt (Fig. 8) also aus lauter gleich weiten Zellen besteht; dieses sind Tracheiden, welche durch ihre außerordentlich großen, behöften Tüpfel (Fig. 4 t), die nur auf den in der Richtung des Stammradius stehenden Längswänden vorhanden sind, bei allen Koniferen sich auszeichnen. Sogar das versteinerte H. fossiler Nadelhölzer ist an diesen Strukturverhältnissen noch zu erkennen. Alle Laubbäume zeigen dagegen in ihrem H. außer dem den Hauptbestandteil ausmachenden engen Elementarorgan die vielmal größern Durchschnitte der mehr einzeln stehenden Gefäße (Fig. 7). Die weitere mikroskopische Unterscheidbarkeit der einzelnen Laubholzarten beruht außer auf der Weite der Gefäße und auf Eigentümlichkeiten der Verdickungen ihrer Wände vornehmlich auf dem Vorkommen und der Verteilung der oben angeführten Zellenformen des Holzes.

Chemische Zusammensetzung, spezifisches Gewicht etc.

Die chemische Grundlage des Holzes ist die Cellulose C6H10O5 ^[C_{6}H_{10}O_{5}] (mit 44,4 Proz. Kohlenstoff) und eine kohlenstoffreichere Substanz, welche beim Verholzungsprozeß die ursprünglichen zarten Wandungen der Zellen und Gefäße verdickt. Diese Substanz (Lignin, Sklerogen) besteht wahrscheinlich aus mehreren chemischen Verbindungen, die aber noch nicht sicher unterschieden wurden. Außerdem enthält H. Eiweißkörper, Stärke, Dextrin, Zucker, Gerbsäure, Farbstoffe, Harze, ätherische Öle, Mineralstoffe, Wasser etc. Die Elementarzusammensetzung der verschiedenen Holzarten weicht wenig voneinander ab. 100 Teile aschenfrei gedachtes H. enthalten etwa:

Arten Kohlenstoff Wasserstoff Sauerstoff und etwas Stickstoff

Proz. Proz. Proz.

Ulme 50,19 6,43 43,38

Lärche 50,11 6,31 43,58

Tanne 49,95 6,41 43,64

Kiefer 49,94 6,25 43,81

Ahorn 49,80 6,31 43,89

Pappel 49,70 6,31 43,99

Fichte 49,59 6,38 44,03

Eiche 49,43 6,07 44,50

Linde 49,41 6,86 43,73

Esche 49,36 6,08 44,56

Knackweide 48,84 6,36 44,80

Birke 48,60 6,38 45,02

Buche 48,53 6,30 45,17

Als mittlere Zusammensetzung aschenfrei gedachter Hölzer kann man annehmen:

Arten Kohlenstoff Wasserstoff Sauerstoff u. Stickstoff

Proz. Proz. Proz.

Laubholz 49,59 6,22 44,18

Nadelholz 50,49 6,25 43,25

Beide Holzarten 49,87 6,21 43,89

Der Stickstoffgehalt des Holzes beträgt 0,5-1,5 Proz.; der Aschengehalt beträgt bei

^[Liste]

Roßkastanie 2,8 Proz.

Nußbaum 2,5 Proz.

Sauerkirsche 1,4 Proz.

Apfelbaum 1,1 Proz.

Buche 0,5 Proz.

Eiche 0,5 Proz.

Lärche 0,27 Proz.

Kiefer 0,26 Proz.

Birke 0,26 Proz.

Tanne 0,24 Proz.

Waldkirsche 0,24 Proz.

Fichte 0,21 Proz.

er ist also bei wild wachsenden Bäumen bedeutend geringer als bei den in Gartenkultur befindlichen (vgl. Asche). Die Rinde mancher Bäume speichert bisweilen unglaubliche Mengen Mineralbestandteile auf, besonders Kieselsäure. Der Wassergehalt der Hölzer zeigt nach Standort, Jahreszeit etc. sehr bedeutende Schwankungen. Die folgende Tabelle gibt in der ersten Kolumne einen aus zwölf Monatsbeobachtungen berechneten Jahresdurchschnitt, in der zweiten Kolumne in einzelnen Fällen beobachtete Extreme. Danach enthalten 100 Teile frisches H.:

Arten Jahresdurchschnitt Extreme

Proz. Proz.

Kiefer 61 15-64

Fichte 56 11-57

Linde 52 36-57

Schwarzpappel 52 43-61

Lärche 50 17-60

Erle 50 33-58

Roßkastanie 48 37-52

Birke 47 24-53

Apfelbaum 43 34-52

Salweide 42 30-49

Buche 39 20-43

Ahorn 39 27-49

Hainbuche 37 22-41

Eiche 35 22-39

Zwetsche 34 19-39

Ulme 34 24-44

Robinie 29 12-38

Esche 27 14-34

Der Durchschnitt von 8 weichen Laubhölzern berechnet sich auf 49 Proz., von 16 harten Laubhölzern auf 37, von 5 Nadelhölzern auf 59, von 30 verschiedenen Hölzern auf 49 Proz. Bei diesen Bestimmungen wurde das Wasser nicht vollständig, sondern nur bis auf einen gut lufttrocknen Zustand entfernt. Altes H., im geheizten Zimmer aufbewahrt, enthält oft noch 17 Proz. Wasser, und im allgemeinen finden sich in lufttrocknem H. 15-20 Proz. Wasser. Bei den im allgemeinen wasserreichen Nadelhölzern sinkt der Wassergehalt zuzeiten auf ein Minimum, welches kaum noch das Fortbestehen der Funktionen des Baums sichern zu können scheint, eine Thatsache, welche die Praxis zu verwerten vermag.

Das spezifische Gewicht des grünen Holzes gibt über die Konstitution des Holzes selbst wenig Aufschluß; man erfährt nur, daß das betreffende H. viel oder wenig Luft eingeschlossen enthält, aber nicht, ob das, was nicht Luft ist, aus Wasser oder aus fester Holzsubstanz besteht. Ordnet man die Hölzer nach den zwischen den Grenzzahlen liegenden Mittelzahlen, so erhält man für das spezifische Gewicht folgende Tabelle:

^[Liste]

Eiche 0,93-1,28

Apfelbaum 0,95-1,26

Hainbuche 0,92-1,25

Zwetsche 0,87-1,17

Buche 0,90-1,12

Tanne 0,77-1,23

Ulme 0,73-1,18

Birke 0,80-1,09

Ahorn 0,87-1,05

Esche 0,70-1,14

Roßkastanie 0,76-1,04

Schwarzpappel 0,73-1,07

Robinie 0,75-1,00

Salweide 0,73-0,97

Erle 0,63-1,01

Lärche 0,52-1,00

Linde 0,61-0,87

Fichte 0,40-1,07

Kiefer 0,38-1,03

Das spezifische Gewicht des trocknen Holzes ist nur abhängig von dem spezifischen Gewicht des festen Holzgewebes und dem Gesamtvolumen der Hohlräume in diesem Gewebe. Da aber das spezifische Gewicht der Holzsubstanz selbst nur zwischen 1,13 (Linde) und 1,29 (Buche) schwankt, so gibt das spezifische Gewicht des trocknen Holzes zugleich ein Bild von der Porosität desselben. Die folgende Tabelle enthält die spezifischen Gewichte von bei 60° gut getrocknetem H., geordnet nach den Mittelzahlen. Man sieht, daß infolge der angedeuteten Verhältnisse die verschiedenen Holzarten nun wesentlich anders aufeinander folgen als in der vorigen Tabelle.