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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Horreur - Horsford.

Horreur (franz., spr. orrör), Schauder, Abscheu; auch etwas Abscheuliches; Greuel.

Horribel (lat.), schauderhaft, schrecklich.

Horribile dictu (lat.), furchtbar zu sagen; horribile visu, schrecklich anzusehen.

Horribilicribrifax, Titel und Name der Hauptperson eines Lustspiels von Andr. Gryphius (s. d.); allgemeiner s. v. w. Bramarbas.

Horrid (lat.), starrend, rauh, struppig, ungeschlacht; Horridität, Rauheit, Struppigkeit etc.

Hörrohr, s. Hörmaschinen.

Horror (lat.), Schauder, Schrecken, Abscheu.

Horror Vacui (lat., "Scheu vor dem Leeren"), s. Barometer, S. 384.

Horsa, sagenhafter Bruder Hengists (s. d.).

Hörsaal, s. Auditorium.

Horschelt, Theodor, Maler, geb. 16. März 1829 zu München, ward 1846 Schüler des Professors Rhomberg, verließ denselben aber schon nach kurzer Frist und zeichnete viel, aber ohne Anleitung, nach der landschaftlichen Natur, nebenher Szenen aus dem Krieg im Kaukasus entwerfend. Dann eignete sich H. unter der Leitung des Professors Anschütz Korrektheit der Zeichnung und Schärfe der Umrisse an. Nach seinem Abgang von der Akademie war H. nie mehr eigentlicher Schüler eines Malers, wenn er auch im Atelier Albrecht und Franz Adams und Jul. Langes mancherlei wertvolle künstlerische Anregung erhielt. Damals (1850) stellte er im Kunstverein einen Wildschützen aus. Bald danach zeichnete er auch treffliche Illustrationen zu Charles Boners Werk "Chamois hunting in the mountains of Bavaria" und mancherlei Entwürfe von Kriegsszenen aus dem Kaukasus. Darstellungen aus dem Kriegsleben beschäftigten seine Phantasie derartig, daß er beschloß, sich denselben ganz zu widmen, wozu er seine Vorstudien im Marstall zu Stuttgart an Pferden begann. Von dort ging H. 1853 über Paris mit Hackländer und Baurat Leins nach Spanien, das größtenteils zu Pferde durchzogen ward, und dann nach Oran. Hier trennten sich seine Gefährten von ihm, und er ritt über Miliana und Medea nach Algier. Nach seiner Rückkehr nach München 1854 malte er die Rast der Araber in der Wüste für den König von Württemberg, dann das maurische Lager bei Algier. Dadurch ward ihm die längst geplante Reise in den Kaukasus ermöglicht, wo er sich bald nach seinem Eintreffen 1858 der Expedition gegen die Lesghier anschloß. Im nächsten Jahr machte er die Expeditionen in die Tschetschina und gegen Schamils Hauptquartier mit, wobei er sich wiederholt dem feindlichen Feuer aussetzte, was ihm den Stanislaus- und den St. Annen-Orden mit den Schwertern eintrug. Das Jahr 1860 brachte H. im Feld zu und bereiste dann im Gefolge des Prinzen Albrecht von Preußen die Ufer des Kaspisees und Armenien, um 1863 über Moskau und Petersburg nach München zurückzukehren. Seine nun ausgeführten Werke verhalfen ihm rasch zu verdienter Anerkennung. Es waren zwei Ölbilder: Schamil, gefangen dem Oberstkommandierenden Fürsten Barjatinskij vorgeführt, und Erstürmung der Verschanzung auf dem Berge Gunib, ferner eine Reihe ausgezeichneter Aquarelle und Kreidezeichnungen, von Jos. Albert photographiert. H. vereinigte eine seltene Begabung mit unerschöpflicher Produktionskraft, hohe technische Vollendung mit größter Freiheit des Vortrags und überraschende Kühnheit der Komposition mit außerordentlicher Originalität. H. starb 3. April 1871 in München. Vgl. Holland, Theodor H. (Münch. 1871).

Hors de combat (franz., spr. or d'kongbá), kampfunfähig.

Hors d'oeuvre ^[d'œuvre] (franz., spr. or döwr), Bei-, Nebenwerk, Nebensache, beiläufige Bemerkung; Anbau, vorspringender Teil eines Gebäudes. Besonders wird der Ausdruck in der höhern Kochkunst gebraucht als Bezeichnung für leichte, appetitreizende Gerichte, welche als Einleitung zu einem Diner unmittelbar nach der Suppe gereicht werden, so z. B. Kroquetten, Pastetchen, Koquillen, geröstete und gebackene Austern etc. Die kalten H., wie Kaviar, Sardellen, Pickles, Delikateßheringe etc., pflegen neuerdings vor der Suppe gereicht zu werden.

Horse-guards (engl., spr. hórs-gards, "Garde zu Pferde"), das 3. Garde-Kavallerieregiment der englischen Armee, zu den "householdtroops" gehörend; wird der auffallenden Farbe seiner Uniform wegen gewöhnlich the Blues ("die Blauen") oder "Royal Blues" genannt; es ist ein Kürassierregiment in Stärke von 27 Offizieren, 64 Unteroffizieren und Trompetern und 343 Reitern.

Hörsel, Fluß in Thüringen, entspringt an der Nordseite des Thüringer Waldes (im Herzogtum Gotha) als Leine, die sich mit dem Schilfwasser aus dem Friedrichroder Grund und bei Hörselgau mit dem aus dem Reinhardsbrunner Thal kommenden Badewasser vereinigt und nun den Namen H. annimmt. Der Fluß begleitet den Nordwestabhang des Gebirges, nimmt aus demselben die Laucha, Emse und den Erbstrom auf, empfängt unterhalb Eisenach rechts die gleich starke Nesse und mündet nach 60 km langem Lauf oberhalb Kreuzburg in die Werra. Aus der Leine führt der Leinekanal über Gotha zur Nesse.

Hörselberge, ein Zug kahler, schroffer Muschelkalkberge in Thüringen, der sich östlich von Eisenach längs des rechten Ufers der Hörsel in südöstlicher Richtung bis zum Dorf Sättelstedt wie eine Mauer hinzieht und durch einen Einschnitt in den Großen Hörselberg (485 m) und den westlich gelegenen Kleinen Hörselberg (434 m) zerfällt. Ersterer, der nach N. zu sich sanft verflacht, gegen S. aber, dem Thüringer Wald gegenüber, in schroffen, abenteuerlichen Formen abgekantet erscheint, gewährt eine schöne Aussicht und ist interessant, weil sich an ihn die Sagen von der wilden Jagd, vom Tannhäuser und vom Venusberg knüpfen. Den Eingang zu letzterm bildet das Hörselloch, aus dem der Sage nach Gesänge und seltsame Stimmen hervordringen. Es ist eine Felsspalte von 1 m Höhe und 0,5 m Breite, welche in eine sehr niedrige, gegen 22 m lange und 47-125 cm breite Höhle führt, in deren Innerm Polack, der sie untersuchte, das chorgesangähnliche Summen von Millionen kleiner Mücken vernahm, eine Erscheinung, welche das meiste zur Entstehung der Sage beigetragen haben dürfte.

Horsens, Stadt im dän. Amt Aarhus (Jütland), am Horsensfjord, wo die Bygholmså einmündet, und an der Eisenbahn Vamdrup-Frederikshavn, mit lateinischer Schule und (1880) 12,654 Einw. 1884 liefen 1466 Schiffe mit einer Ladung von 52,575 Ton. ein und aus. H. ist Sitz eines deutschen Konsuls. In H. wurde Bering, der Entdecker der Beringsstraße, geboren.

Horsf., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Thomas Horsfield, geb. 1773 zu Bethlehem in Pennsylvanien, lebte lange in Java, starb als Arzt 1859 in London (javanische Zoologie und Botanik).

Horsford, Eben Norton, technischer Chemiker, geb. 27. Juli 1818 zu Moscow (New York), fungierte