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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: House of Commons; House of Lords; Household Words; Houssaye; Houston; Houtman

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Household words - Houtman.

210 km bei Stratford in Connecticut in den Long Island Sound. Kleinere Schiffe gelangen auf ihm bis nach Derby, 16 km oberhalb der Mündung.

Household Words (engl., spr. haus'hōld-, "Alltagsworte"), aus Shakespeares "Heinrich V." (IV, 3) entnommener Ausdruck, von Dickens zum Titel eines litterarischen Unterhaltungsblattes gewählt, das weite Verbreitung fand.

House of Commons und House of Lords (engl., abgekürzt H. C. und H. L.), "Haus der Gemeinen" (Unterhaus) und "Haus der Lords" (Oberhaus), die beiden Häuser des britischen Parlaments; s. Großbritannien, S. 776 f.

Houssaye (spr. ūssä), Arsène, franz. Schriftsteller, geb. 28. März 1815 zu Bruyères bei Laon, kam frühzeitig nach Paris und debütierte hier 1836 als Schriftsteller mit zwei Romanen: "La couronne de bluets" und "La pécheresse". Die Freundschaft J. Janins und Th. Gautiers und namentlich die Arbeitsgemeinschaft, in welche er mit Sandeau trat, brachten ihn auf der betretenen Laufbahn bald vorwärts. Im November 1849 unter dem Einfluß der Rachel von der Comédie française zu ihrem Administrator gewählt, erwarb er sich auf diesem Posten, den er bis 1856 bekleidete, um die ökonomischen Verhältnisse dieser Bühne wie um ihre künstlerische Thätigkeit namhafte Verdienste, übernahm sodann den für ihn geschaffenen Posten eines Generalinspektors der Museen der Provinz und wurde 1858 zum Offizier der Ehrenlegion befördert. Seit 1861 hatte er Anteil an der "Presse" und war an der Redaktion derselben beteiligt. Seine Schriften sind ebenso zahlreich wie verschieden. Von seinen etwas süßlichen und frivolen, aber vielgelesenen Romanen erwähnen wir: "Les onze maîtresses délaissées" (1840), "La vertu de Rosine" (1844), "Les trois sœurs" (1847), "Philosophes et comédiennes" (1850), "Les filles d'Ève" (1852), "Le repentir de Marion" (1854), "Le violon de Franjolé" (1856), "Les revenants" (1859) etc. sowie aus neuester Zeit: "La belle Raffaëlla" (1874), "Les mille et une nuits parisiennes" (1875, 4 Bde.), "Histoire étrange d'une fille du monde" (1876), "Alice" (1877), "L'éventail brisé" (1879, 2 Bde.), "Mademoiselle Rosa" (1882), "La comédienne" (1884) u. a. Seine Gedichte erschienen unter den Titeln: "Les sentiers perdus" (1841), "La poésie dans les bois" (1845), "Poëmes antiques" (1855), "La symphonie de vingt ans" (1861) und wurden gesammelt als "Œuvres poétiques" (1858) herausgegeben. Für das Theater schrieb er einige kleinere Stücke, wie: "Les caprices de la marquise" (1844), "La comédie à la fenêtre" (1852), "Les comédiennes" (1857). Als Kunstkritiker bewährte er sich in zahlreichen Berichten und Essays sowie in seiner "Histoire de la peinture flamande et hollandaise" (1844-47), die ihm jedoch eine Anklage A. Michiels' (s. d.) wegen Plagiats zuzog, welche H. mit "Un martyr littéraire" beantwortete. Außerdem sind von seinen historischen, kritischen und humoristischen Werken zu nennen: "Galerie de portraits du XVIII. siècle" (1846 u. öfter, 4 Tle.); "L'histoire du quarante et unième fauteuil de l'Académie française" (1855 u. öfter, eine Satire auf die Akademie); "Les femmes comme elles sont" (1857); "Le roi Voltaire" (1858); "Histoire de l'art français au XVIII. siècle" (1860); "Les femmes du temps passé" (1862); "Les Charmettes: Rousseau et Mad. de Warens" (1863); "Le palais pompéien de l'avenue Montaigne" (1865); "Molière, sa femme et sa fille" (1880). Zuletzt veröffentlichte er: "Les confessions d'A. H. Souvenirs d'un demi-siècle" (1885, 4 Bde.). Von seinen Werken gibt es mehrere Gesamtausgaben. H. erfreut sich durch sein Vermögen, seine Gastfreundlichkeit und seine vielfachen, bis in die höchsten Kreise der Aristokratie reichenden Beziehungen einer gewissermaßen privilegierten sozialen Stellung in Paris; die Maskenbälle, welche er unter dem Kaiserreich in seinem von Kunstschätzen strotzenden Hotel gab, waren als ein Stelldichein des sogen. Tout Paris weltberühmt. - Sein Sohn Henri, geb. 24. Febr. 1848 zu Paris, hat sich als Schriftsteller auf dem Gebiet der Kunst- und Altertumswissenschaft vorteilhaft bekannt gemacht. Er schrieb: "Histoire d'Apellès, études sur l'art grec" (1866); "Histoire d'Alcibiade et de la République athénienne depuis la mort de Périclès jusqu'à l'avénement des trente tyrans" (1873, 2 Bde.); "Le premier siège de Paris en 52 av. J.-C." (1876); "Athènes, Rome, Paris" (1878) und "L'art français depuis dix ans" (1882). H. ist ständiger Mitarbeiter am "Journal des Débats", an der "Revue des Deux Mondes", am "Artiste" etc.

Houston (spr. huhstön), Stadt im nordamerikan. Staate Texas, am schiffbaren Buffalo-Bayou, 33 km oberhalb seiner Mündung in die Galvestonbai gelegen und von Waldungen und Wiesen umgeben, hat ein Rathaus mit Markthalle, eine Freimaurerhalle, mehrere höhere Schulen, Maschinen- und Wagenbaustätten, Eisen- und Messinggießereien, Sägemühlen etc., lebhaften Handel und (1880) 16,513 Einw., unter welchen viele Deutsche. Die Stadt bildet das große Eisenbahnzentrum des Südwestens, von dem Linien nach fast allen Teilen des Staats auslaufen, und steht außerdem durch Dampfschiffe mit Galveston in Verbindung. H. wurde 1836 gegründet und zu Ehren des ersten Präsidenten von Texas benannt.

Houston (spr. huhstön), Samuel, erster Präsident der Republik Texas, geb. 2. März 1793 zu Rockbridge-Cor in Virginia, kam zu einem Krämer in die Lehre, entfloh aber derselben und lebte fünf Jahre unter den Creek-Indianern. Er errichtete dann eine Schule für die Kinder der Hinterwäldler, schloß sich 1813 unter General Jackson der amerikanischen Südarmee an und focht rühmlich gegen die Engländer, besonders in der Schlacht am Horse-Shoe. In Jacksons Auftrag schloß er 1817 einen Friedensvertrag mit den Creek-Indianern ab, studierte darauf zu Nashville die Rechte und wurde ein renommierter Advokat. 1821 ward er zum Generalmajor der Miliz von Tennessee ernannt, dann 1823 und 1825 als Abgeordneter in den Kongreß und 1827 zum Gouverneur von Tennessee gewählt. Nach Niederlegung dieses Amtes lebte er wieder drei Jahre unter den Indianern und ging 1833 nach Texas. Als die Provinz 1836 gegen die mexikanische Regierung die Fahne des Aufstandes erhob, wurde H. mit dem Oberbefehl betraut, schlug die Mexikaner bei San Jacinto (April 1836), wurde, als sich Texas für einen unabhängigen Freistaat erklärte, 1. Sept. 1836 auf zwei Jahre zum Präsidenten gewählt und bekleidete 1841-44 diesen Posten abermals. Seit 1845 war er ununterbrochen Senator im Staatenkongreß zu Washington. 1852 stand er als demokratischer Kandidat auf der Liste für die Präsidentenwahl, unterlag aber gegen Pierce. 1859 ward er wieder zum Gouverneur des Staats erwählt. Er starb 23. Juli 1863 in Austin. Nach ihm ist die Stadt H. (s. oben) benannt.

Houtman (spr. haut-), Cornelis de, Begründer des holländischen Handelsverkehrs mit Ostindien, auch Cornelius von Gouda genannt, geboren um die Mitte des 16. Jahrh. in Gouda, betrieb den Kauf