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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Huehuetenango; Huejutla; Huelva; Huercal-Overa; Huerta; Huesca

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Huehuetenango - Huesca.

Huehuetenango, Binnendepartement im zentralamerikan. Staat Guatemala, mit (1886) 124,475 Einw. Die gleichnamige Hauptstadt liegt auf einer von Bergen umgebenen Hochebene. Dabei Ruinen der alten Indianerstadt.

Huejutla (spr. -chutla), Stadt im mexikan. Staat Hidalgo, im N., nahe der Grenze von Veracruz, mit (1880) 19,664 Einw. im Munizipium.

Huelva (spr. uéllwa), span. Provinz in der Landschaft Andalusien, grenzt im N. an die Provinz Badajoz, im O. an Sevilla und Cadiz, im S. an den Atlantischen Ozean (Golf von Cadiz), im W. an Portugal und hat ein Areal von 10,138 qkm (184,1 QM.). Hinsichtlich ihrer Bodenbeschaffenheit zerfällt die Provinz in zwei Teile: das romantische, malerische Gebirgsland mit 2/3 und das sanft hügelige Küstenland mit 1/3 des Areals. Das nördliche Bergland gehört dem marianischen Gebirgssystem und den von demselben nach S. zu sich abdachenden Terrassen an; der Hauptzug ist die Sierra de Aracena (bis 1641 m). Die Küstenebene ist im SO. (Las Arenas Gordas) wüst und öde. Die wichtigsten Flüsse sind: der Guadiana, Grenzfluß gegen Portugal, und sein Nebenfluß Chanza, welcher ebenfalls mit einem großen Teil seines Laufs die Provinz von Portugal scheidet, dann die Küstenflüsse Odiel und Rio Tinto. Die Bevölkerung belief sich 1878 auf 210,447 Einw. (1884 auf 221,000 geschätzt), d. h. 20 pro Quadratkilometer, und weist, entsprechend dem allseitigen lebhaften Fortschritt, welchen die Provinz in kultureller und produktiver Beziehung zeigt, eine rasche Zunahme auf. Die Erwerbsquellen sind sehr vielseitige und lohnende. Der Hauptreichtum der Provinz besteht in erster Reihe in unerschöpflichen Schwefelkieslagern am Südabhang der Sierra Aracena, von welchen die zu Rio Tinto und Tharsis die bedeutendsten sind, dann in Braunstein und Eisenerz. Die Ausfuhr an Bergwerksprodukten, hauptsächlich an kupferhaltigem Schwefelkies, beträgt über 500,000 metr. Ton. Auch der Ackerbau macht befriedigende Fortschritte und liefert Weizen, Gerste, Hafer, Mais und Bohnen. Außerdem sind der Weinbau (über 30 Mill. Lit.), die Ölproduktion (12½ Mill. Lit.), der Fischfang, namentlich auf Sardinen u. Thunfische, wovon bedeutende Quantitäten gesalzen und geräuchert ausgeführt werden, sowie Fischthran (Hauptort Isla Cristina), die Austernzucht und die Schiffahrt von Bedeutung. Die Industrie ist dagegen nicht nennenswert. Ausfuhrartikel sind außer den Erzen: Zement, Kupfer, Wein, Früchte, Kork; die Einfuhr umfaßt namentlich Steinkohlen und Koks, Eisen und Stahl, Maschinen, Bauholz, Zement und Spiritus. Die Provinz besitzt einige Häfen, wie den der Provinzialhauptstadt, dann Palos, Moguer und Ayamonte. An Kommunikationsmitteln enthält die Provinz die von Sevilla nach der Stadt H. führende Eisenbahn, von welcher drei Linien nach den Minendistrikten auslaufen. Eine Bahn nach Estremadura ist im Bau. Die Provinz umfaßt sechs Gerichtsbezirke (darunter Ayamonte, Cerro, Moguer, Palma).

Die gleichnamige Hauptstadt (das phönikische Onuba und das römische Oroba) liegt auf einer Halbinsel zwischen den Mündungsbuchten der Flüsse Odiel und Rio Tinto, die sich unterhalb derselben vereinigen, hat eine ehemalige Moschee mit Minaret, jetzt Kirche San Pedro, eine höhere Unterrichtsanstalt (academia), ein Theater und zählt (1878) 13,125 Einw., deren Haupterwerbszweige Espartoflechterei und Fischfang sind. Die Stadt treibt außerdem lebhaften Küstenhandel und ist der Hauptausfuhrplatz der Erze und Weine der Provinz. Sie ist in lebhafter Entwickelung begriffen und vergrößert sich durch zahlreiche Neubauten sowie durch das Zuströmen von Arbeit suchenden Personen. Die als Hafen dienende Bai hat eine Länge von 18 km, eine durchschnittliche Breite von ¾ km und eine Tiefe von 9 m bei Ebbe. Die Barre, von leichtem Sand, erlaubt Schiffen von 6 m Tiefgang bei hoher Flut Eingang. Der Hafen hat durch den Bau der Bahn von Sevilla nach H. dann der Rio-Tintobahn sehr gewonnen und dürfte durch den Ausbau der Eisenbahn nach Estremadura weitern Aufschwung nehmen. Er ist in neuerer Zeit wesentlich verbessert, unter anderm mit einer neuen eisernen Ladebrücke versehen worden. Eingelaufen sind, abgesehen von der Küstenfahrt, 1885: 716 Schiffe mit 418,190 Ton., meist Dampfschiffe; ausgelaufen sind 707 Schiffe mit 493,802 Ton. Der Wert der Ausfuhr (60 Mill. Mk.) ist bedeutend größer als der der Einfuhr (6½ Mill. Mk.). H. ist Sitz eines Gouverneurs sowie eines deutschen Konsuls. Gegenüber von H. liegt das Kloster Santa Maria della Rabida, welches 1491 Kolumbus eine Zuflucht bot, jetzt Eigentum des Herzogs von Montpensier, mit prächtiger Aussicht.

Huercal-Overa, Bezirksstadt in der span. Provinz Almeria, mit (1878) 15,219 Einw.

Huerta (spr. uérta), im südlichen Spanien eine künstlich bewässerte, gut angebaute Gegend, besonders die nächste gartenreiche Umgebung der Städte.

Huerta (spr. uérta), Vicente Garcia de la, span. Dichter und Kritiker, geb. 1730 zu Zafra in Estremadura, studierte zu Salamanca und ging dann nach Madrid, wo er sich zuerst durch mehrere gelungene Übersetzungen und einige Originalgedichte bekannt machte. Er trat als heftiger Gegner des französischen Klassizismus auf, erwies sich jedoch in seinen eignen Werken wenig konsequent. Sein Trauerspiel "Raquel" (1778; auch in Ochoas "Teatro español", Bd. 5, Par. 1838), welches die Liebe des Königs Alfons VIII. zur schönen Jüdin Rahel behandelt und noch heute von den Spaniern geschätzt wird, zog ihm eine kurze Verbannung nach Oran zu. Wieder zurückberufen, ward er Oberbeamter der königlichen Bibliothek, Mitglied der spanischen Akademie und andrer gelehrter Gesellschaften. Er starb 12. März 1787 in Madrid. Seine Poesien, teils lyrischer, teils dramatischer Gattung, zeichnen sich durch poetischen Gehalt und besonders durch guten Versbau aus. Durch sein "Teatro español" (Madr. 1785-86, 17 Bde.), eine Auswahl älterer spanischer Dramen, strebte er den Geschmack des Publikums für das alte Nationaldrama wieder zu wecken. Die "Elektra" des Sophokles bearbeitete er unter dem Titel: "Agamemnon vengado". Huertas Dichtungen sind gesammelt in "Obras poeticas" (Madr. 1778-79, 2 Bde.; auch abgedruckt in der "Biblioteca de autores españoles", Bd. 61). Außerdem hat man von ihm eine "Biblioteca militar española" (Madr. 1760).

Huesca (spr. uéska), span. Provinz in der Landschaft Aragonien, grenzt gegen N. an Frankreich, im O. an die Provinz Lerida, im S. und W. an Saragossa, im NW. an Navarra und hat ein Areal von 15,149 qkm (275,1 QM.). Das Land ist sehr gebirgig und umfaßt im N. den Hauptzug der Zentralpyrenäen vom Pic d'Anie über den Montperdu bis zum Pic d'Anethou der Maladettagruppe und das durch die südlichen Vorberge der Pyrenäen (darunter die Sierra de la Peña, Sierra de Guara) gebildete aragonische Hochland. Ebenes Land findet sich hauptsächlich nur an den wasserreichen Flüssen, von welchen die Zuflüsse des Segre: Cinca (mit Esera und Alcanadre), No-^[folgende Seite]