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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Huf

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Huf (zoologisch).

tagne, England, Belgien, Holland und Italien (1840). Von seinen koloristisch überaus reizvollen Landschaften sind zu nennen: ein Gewitter am Abend (1831), Herbstabend (1838), Sonnenuntergang bei Herbstnebel, die Überschwemmung von St.-Cloud (1855, Hauptwerk), große Flut bei Honfleur, die schwarzen Felsen (1861), Gestade von Houlgatt (1863), Abend in den Alpen (1864), die Überschwemmung der Gave (1865), das Wäldchen beim Haag (1866). Er hat auch dekorative Gemälde (das Leben in der Normandie, in acht Bildern), Lithographien, Radierungen (Hauptblatt: die Quellen von Royat) und Illustrationen zu "Paul und Virginie" und der "Indischen Hütte" sehr fein und stimmungsvoll ausgeführt, H. starb 9. Jan. 1869 in Paris.

Huf (Ungula), bei mehreren Ordnungen der Säugetiere der hornartige Überzug des Endgliedes der Zehen, welcher dasselbe schuhartig einhüllt. Seinem Bau und seiner chemischen Beschaffenheit nach steht der H. dem Nagel und Horn sehr nahe, d. h. er bildet eine mächtige Schicht verhornter Oberhaut- oder Epidermiszellen (s. Horn und Haut) der Huftiere (s. d.). Der Knochen selbst, den der H. bei diesen Tieren kapselartig überzieht, das Hufbein, ist sehr klein und der H. eigentlich der Hauptteil des äußersten Gliedes. Den einwärts zwischen dem hornigen Teil und dem Knochen bleibenden Zwischenraum füllt ein weiches, an Nerven und Blutgefäßen sehr reiches Gewebe, die sogen. Fleischteile des Fußes, aus. Die Substanz des hornigen Hufs besteht aus einer Menge einzelner Fasern, die fest zusammenhängen und in schräger Richtung verlaufen. Sie sind am obern Ende hohl; in diese Höhlungen fügen sich feine, zottenförmige Fortsätze der das Horn absondernden Haut ein. Der hornige H. ist ganz unempfindlich und erzeugt sich, indem er sich unterwärts abnutzt, fortwährend von oben nach unten wachsend, immer wieder von neuem. Seine Farbe ist schwarz, weiß oder schwarz und weiß gestreift. Die schwarzen Hufe hält man für die dauerhaftesten. Am hornigen H. nennt man den äußern gewölbten Teil, der das Hufbein von bei: den Seiten und von vorn umgibt, die Hornwand. Die äußere Schicht der Wand besteht aus feinern, mehr elastischen Fasern, welche an unverletzten Hufen einen dichten Überzug (Glasur) bilden. Die innere Fläche zeigt eine große Anzahl dünner, schmaler Blättchen, Hornblättchen, die mit den feinen Rändern einwärts in die Zwischenräume gleicher Blättchen der Fleischwand treten. Der obere Rand der Hornwand, der Kronenrand (Fig. 1,1), bildet eine flache Rinne, in welcher die wulstförmige Fleischkrone liegt; die äußere Schicht des obern Randes bildet den Hornsaum. Der untere Rand der Hornwand, der Tragerand (Fig. 1,2 u. Fig. 2), ragt unten frei über die Hornsohle hervor, mit welcher er sich nach innen durch einen weißen hornigen Streifen, die weiße Linie, verbindet. Außerdem teilt man die Hornwand noch in zwei gleiche Hälften von oben nach unten, der Mittellinie des Körpers nach berechnet, nämlich in die schwächere innere und in die äußere Wand, jede aber wieder in die Zehenwand, den vordern längern Teil, wo sie am dicksten ist, die Seitenwand, den mittlern, an Länge und Dicke abnehmenden Teil, die Fersen- oder Trachtenwand, den hintersten, von oben nach unten kürzesten Teil, und die Eckstrebe oder den Teil, der an dem hintern Teil der Fersenwand vor- und einwärts zwischen die Hornsohle und den Hornstrahl hineintritt und an dem vordern Ende des letztern mit der erstern verschmilzt. Die Hornsohle oder der unterste Teil des Hufs spaltet sich in einen innern und einen äußern Ast, welche beide zwischen die Fersenwände und die Eckstreben eingeschoben sind, während vorwärts beide ineinander übergehen. Der Hornstrahl ist keilartig zwischen den beiden Eckstreben an der Sohle hineingeschoben. Auf der untern Fläche ist der Strahl durch eine in der Mitte der Länge nach laufende Furche, die mittlere Strahlfurche, in einen rechten und einen linken Schenkel geteilt, die jedoch vorn zusammenhängen; auf der obern Fläche verläuft ebenfalls eine Furche, die, von vorn seicht anfangend, aber tief eingehend, nach hinten sich in zwei Schenkel teilt, welche eine Erhabenheit, den Hahnenkamm, zwischen sich haben. Der fleischige Teil des Hufs zerfällt ebenfalls in Wand, Sohle und Strahl. Die Fleischwand ist eine Fortsetzung der Lederhaut, welche das Hufbein auf seiner gewölbten Fläche überdeckt. Man unterscheidet an ihr die Fleischkrone (Kronenwulst), die wie ein wulstiger Kranz am obern Teil des Hufs liegt und in die Furche des Kronenrundes aufgenommen wird. Über dem Kronenwulst befinden sich der etwas vertiefte, schmale Fleischsaum, der hinten in die Schenkel des Fleischstrahls übergeht, und die eigentliche Fleischwand, welche, die ganze äußere Fläche des Hufbeins bedeckend, unter der vorigen liegt und am Rande des Hufbeins sich mit der Fleischsohle, welche die untere Fläche des Hufbeins überzieht, verbindet. Der Fleischstrahl ist der über dem Hornstrahl liegende Teil der Huflederhaut. Die fleischigen Teile des Hufs werden auch im allgemeinen "das Leben" genannt. Der H. hat überhaupt eine rückwärts schräge Lage und ist an den Trachten niedriger als vorn an

^[Abb.: Fig. 1. 1 Krone des Hufs, 2 Tragerand desselben. Fig. 2. Huf, von unten gesehen.]