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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Hyänenhund; Hyas; Hyazinthe; Hyazinthenkrankheit; Hybla; Hybridisch; Hydarthros; Hydáspes; Hydatiden; Hydatopyrogene

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Hyänenhund - Hydatopyrogene.

unschönen Ohren, schief stehenden Augen, krummen Vorderfüßen, kürzern Hinterfüßen, an allen Füßen vier Zehen mit nicht zurückziehbaren Krallen, buschig behaartem, kurzem Schwanz u. langem, lockerm, rauhem Pelz. Die Hyänen nähern sich in der Gestalt den Hunden und erscheinen gewissermaßen als Zerrbilder derselben, sie sind abstoßend häßlich, besitzen eine kreischende, gräßlich lachende Stimme, verbreiten einen übeln Geruch, gehen des Nachts auf Raub aus, dringen bis in die Ortschaften, fliehen aber vor jedem Angriff und wagen sich nur an Schafe, Ziegen, junge Schweine, fressen aber am liebsten Aas und graben in Südostafrika die nur leicht verscharrten Leichen der Hottentoten aus. Den Reisezügen durch Steppen und Wüsten folgen Hyänen, um sich etwaniger Leichen und der Abfallstoffe zu bemächtigen; auch auf Schlachtplätzen und Kothaufen der Dorfbewohner suchen sie ihre Nahrung. Sie finden sich in Süd- und Westasien bis zum Altai, sind aber am häufigsten in Afrika. Die H. wirft in einer selbstgegrabenen Röhre oder in einer Höhle 3-4 Junge, welche sie nur in der ersten Jugend verteidigt. Jung eingefangene Hyänen lassen sich leicht zähmen. Man verfolgt die H. wegen des Schadens, welchen sie an den Herden anrichtet, schießt, fängt sie in Fallen oder Gruben oder fängt sie lebendig mit einem Teppich, den man über sie wirft, um sie darin zu verwickeln und dann zu fesseln. Bei den Beduinen der Wüste gilt die Waffe für entehrt, welche gegen eine H. benutzt wurde. Die gefleckte H. (Tigerwolf, H. crocuta Zimm., s. Tafel "Raubtiere II"), 1,25 m lang, am Widerrist 80 cm hoch, ist sehr kräftig gebaut, mit dunkel weißlichgrauem, braun geflecktem Pelz, bewohnt Süd- und Ostafrika bis 17° nördl. Br., ist ungleich stärker als die andern Arten und verdrängt, wo sie häufig vorkommt, die gestreifte H. Von Hunger gequält, ist sie sehr kühn, schleppt Kinder fort und soll selbst ermattete oder schlafende Erwachsene angreifen. An Dummheit, Böswilligkeit und Häßlichkeit übertrifft sie weit die gestreifte H. Durch die Peitsche ist sie bis zu einem gewissen Grad zähmbar. Sie pflanzt sich auch in der Gefangenschaft fort. Der Strandwolf (H. brunnea Thunb.), bedeutend kleiner, einfarbig braun, mit langer, rauher Rückenmähne, lebt in Südafrika, besonders von Aas, welches vom Meer ausgeworfen wird, fällt aber, vom Hunger getrieben, auch Herden an. Die gestreifte H. (H. striata Zimm.), 1 m lang, gelblich weißgrau mit schwarzen Querstreifen, rauh- und ziemlich langhaarig, mit großen, ganz nackten Ohren, findet sich quer durch ganz Afrika, in Vorderasien und Indien, ist an menschenleeren Orten sehr häufig, lebt fast ausschließlich von Aas, ist ungemein feig, kommt aber doch in die Dörfer und dicht an die Lager heran. Sie greift niemals Menschen an, gräbt auch keine Leichen aus und ist leicht zähmbar. Die Hyänen sind in Afrika Gegenstand zahlreicher Sagen und Fabeleien; Zauberer sollen die Gestalt der gefleckten H. annehmen, um ihre verderblichen Wanderungen auszuführen. Fossile Hyänen finden sich im Pliocän und Diluvium, besonders in Höhlen (Höhlenhyäne, H. spelaea Goldf.), weitverbreitet in Europa; sie waren größer als die lebenden Arten, diesen aber im Zahnbau sehr ähnlich.

Hyänenhund (Steppenhund, gemalter Hund, Canis [Lycaon] pictus Desm.), Raubtier aus der Familie der Hunde (Canida) und der Gattung Hund (Canis L.), besitzt hyänenartigen Habitus, aber das Gebiß des Hundes, eine abgestutzte Schnauze, große, ovale, aufrechte, fast nackte Ohren, eine runde Pupille, mäßig hohe Beine, vorn und hinten vier Zehen und einen bis zur Ferse reichenden, nicht sehr buschigen Schwanz. Der H. wird 1 m lang, mit 40 cm langem Schwanz, 75 cm hoch und ist vielfach variierend, weiß, schwarz und ockergelb gezeichnet. Er findet sich über einen großen Teil Afrikas verbreitet, ist Tag- und Nachttier, jagt gewöhnlich in Meuten oder Rudeln von 30-40 Stück, besonders Antilopen, richtet aber auch in den Schafherden der Buren oft großen Schaden an, da er viel mehr mordet, als er verzehren kann, und soll auch den Menschen anfallen. Er erinnert vielfach an die Hyäne, verbreitet wie diese einen äußerst unangenehmen Geruch, ist aber klüger, munterer und leichter beweglich, erscheint dagegen bei der gemordeten Beute äußerst freßwütig, blutdürstig und unreinlich. Er frißt namentlich die Eingeweide und läßt das Muskelfleisch liegen. Das Weibchen wirft in selbstgegrabenen Höhlen bis zehn Junge, verläßt dieselben aber in Gefahr, ohne sie zu verteidigen. Gefangene Hyänenhunde sind äußerst beweglich, lebhaft und bissig und jedenfalls schwer zähmbar.

Hyas, s. Hyaden.

Hyazinthe, Pflanzengattung, s. Hyacinthus.

Hyazinthenkrankheit (Hyazinthenpest). Die Zwiebeln der Hyazinthen sind mehreren Krankheiten unterworfen. Bei der Ringelkrankheit gehen einzelne Schuppen im Innern der Zwiebel meist ganz in Zersetzung über, und der Querschnitt der Zwiebel zeigt daher ringförmige, braune Streifen; bei der Hautkrankheit vertrocknen oder verfaulen nur oberflächliche Schuppen. Nach Sorauer ist in den zerstörten Teilen das Mycelium des überall verbreiteten Penicillium glaucum vorhanden. Die Schwärze oder der Rußtau der Hyazinthen tritt besonders auf den schon im Vertrocknen begriffenen äußern Zwiebelschuppen als fester Überzug auf, der aus den Konidienträgern einer Pleospora-Art besteht. Endlich sind aus älterer Zeit durch Meyen zwei Hyazinthenkrankheiten bekannt, die derselbe als weißen und schwarzen Rotz bezeichnete. Ersterer beginnt vom Zwiebelhals aus und verbreitet sich zerstörend in das Innere der Zwiebel; wahrscheinlich ist das Mycelium einer Peziza-Art die Ursache. Der schwarze Rotz scheint nur durch das Auftreten schwarz gefärbter Sklerotien von der eben beschriebenen Krankheit verschieden zu sein. Zur Bekämpfung dieser Krankheiten ist die Zufuhr tierischen Düngers zu vermindern, der Boden möglichst zu wechseln und die Ernte erst nach vollständigem Absterben des Blatt- und Wurzelkörpers vorzunehmen. Vgl. Sorauer, Ringelkrankheit und Rußtau der Hyazinthen (Leipz. 1878).

Hybla, im Altertum Name mehrerer Städte auf Sizilien: 1) Groß-H., am südlichen Abhang des Ätna, ursprünglich Stadt der Sikuler, in fruchtbarer Gegend, zu Pausanias' Zeit verfallen; jetzt Paterno. -

2) H.-Megara, s. Megara 2).

Hybridisch (hibridisch, hibrid, lat.), von zweierlei Herkunft; hybridisches Geschöpf, s. v. w. Mischling, Blendling, Bastard; hybridische Pflanzen, Hybriden, s. v. w. Bastardpflanzen (s. d.); hybridisches Wort, aus zwei Sprachen zusammengesetztes Wort.

Hydarthros (griech.), Gelenkwassersucht, s. Gelenkentzündung.

Hydáspes, griech. Name des Dschilam, des westlichsten der fünf Ströme des Pandschab (s. d.).

Hydatiden, s. v. w. Blasenwürmer, s. Bandwürmer, S. 315.

Hydatopyrogene (griech.), nach der Ansicht einer Mehrzahl von Geologen Gesteine, welche im Gegensatz