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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ilissos; Ilithyia; Ilĭum; Ilja von Murom; Ilkeston; Ilkley; Ill; Ill.; Illampu; Illāno; Illapel; Illāta; Illation; Illava; Ille

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Ilissos - Ille.

Reihe, darunter noch ein Fragment aus der Sammlung Borgia in Neapel, eins in Berlin und das sogen. Farnesische Heraklesrelief in Villa Albani zu Rom. Man nimmt jetzt allgemein an, daß sie alle die gleiche Schulbestimmung hatten und in Augusteischer Zeit, aber unter Benutzung alexandrinischen Wissens entstanden sind. Eine Erklärung nebst Publikation aller Exemplare verdanken wir Otto Jahn ("Griechische Bilderchroniken", Bonn 1873).

Ilissos, kleiner, meist wasserarmer, die Ebene von Athen durchströmender Fluß, vom Hymettos kommend, fließt unmittelbar südlich an den Mauern Athens vorbei und vereinigt sich dann mit dem Kephisos.

Ilithyia, Göttin, s. Eileithyia.

Ilĭum, Stadt, s. Troja.

Ilja von Murom (Ilja Muromez), ein Hauptheld der russischen Volkspoesie, insbesondere der epischen Volkslieder (Bylinen), welche sich an den Fürsten Wladimir d. Gr. von Kiew (980-1015) knüpfen, noch heute der Lieblingsheld des russischen Volkes. In der Stadt Muroma geboren, saß I. bis zum 30. Jahr an Händen und Füßen gelähmt, ward dann von drei Pilgern, die bei ihm vorsprachen, geheilt und erhielt von ihnen einen Trunk Met, der ihn mit Riesenkraft erfüllte. Mit Roß und Waffen, die er sich selbst geschmiedet, ausgerüstet, begibt er sich nach dem Hofe von Kiew, verrichtet in der Folge zahllose, oft ans Wunderbare streifende Heldenthaten, immer unbesiegbar und ungeschwächt, dabei edel und großmütig, nur zum Schutz der Witwen und Waisen, des Glaubens und Landes kämpfend, bis er endlich im 350. Lebensjahr, eben mit dem Bau einer Kirche beschäftigt, von Engeln vom Roß gehoben und ins Höhlenkloster zu Kiew getragen wird, wo er seinen Geist aufgibt. Nach andrer Version wurde er nebst seinem Gefolge in Stein verwandelt, weil er nach einem Sieg über die Tataren vermessen geprahlt hatte, er könne auch eine himmlische Macht schlagen. Die Gelehrten finden in der Iljasage Nachklänge uralter Göttermythen. Vgl. Miller, Ilja von Muromez und die Helden von Kiew (russ., Petersb. 1870); Wollner, Untersuchungen über die Volksepik der Großrussen (Leipz. 1879).

Ilkeston (spr. illkĕstön), Fabrikstadt im östlichen Derbyshire (England), am Erewash, mit Strumpfwaren- und Seidenfabrikation, Spitzenklöppelei und (1881) 14,122 Einw. In der Nähe Kohlengruben und Eisenwerke.

Ilkley (spr. illkli), Stadt im West-Riding der engl. Grafschaft Yorkshire, am Wharfe, mit zahlreichen Kaltwasserheilanstalten (seit 1856) und (1881) 4736 Einw. Etwa 10 km oberhalb liegen die Ruinen der Bolton Priory.

Ill, 1) rechter Nebenfluß des Rheins, in Vorarlberg, entspringt am Fermont in den Silvretta-Alpen, fließt nach NW., den Nordabhang des Rätikon begleitend, durch das Montafuner ^[heute: Montafoner] Thal und mündet unterhalb Feldkirch nach 60 km langem Lauf. - 2) Linker Nebenfluß des Rheins, im Elsaß, entspringt auf einer Vorhöhe des Jura, bei Pfirt, südwestlich von Basel, fließt dem Rhein parallel nach N., anfangs (bis Kolmar) in raschem, dann in ruhigem Lauf durch niedrige Wiesengründe und erhält überaus zahlreiche Zuflüsse von den Vogesen, wie die Doller, Thur, Lauch, Fecht, Leber, Gießen, Andlau und Breusch. Unterhalb Straßburg wird der Fluß durch herantretende Höhen zum Rhein gedrängt, in den er 15 km unterhalb der Stadt, nicht weit vom Flecken Wanzenau, mündet. Die I., deren Länge 205 km beträgt, ist für Verkehr, Ansiedelung und Industrie der wichtigste Fluß des Elsaß, schiffbar auf 98 km von Ladhof bei Kolmar ab. An ihr, nicht am Rhein, liegen die bedeutenden Städte der Landschaft (Mülhausen, Kolmar, Schlettstadt, Straßburg); auch ist sie der Ausgangspunkt von zwei wichtigen Kanälen, dem Rhein-Rhône- (s. d.) und dem Rhein-Marnekanal (s. d.), von denen jener die I. wenig oberhalb, dieser dieselbe unterhalb Straßburg erreicht.

Ill., Abkürzung für Illinois (Staat).

Ill., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für J. K. W. Illiger (s. d.).

Illampu, Berg, s. Sorata.

Illāno, ein Volk aus der Philippineninsel Magindanao, dessen Gebiet das Land im N. und NO. der großen Illanobai umfaßt. Es ist den übrigen Völkern der Insel wie den Einwohnern von Sulu nahe verwandt und im Bildungszustand wie in Sitten und Lebensweise ganz ähnlich, hat sich von der Herrschaft des Sultans von Magindanao ebenso wie von spanischen Einflüssen frei gehalten und bildet eine Art Konföderation, die aus einer großen Zahl kleiner, unter Sultanen und Radschas stehender Staaten zusammengesetzt ist. Hauptbeschäftigung der I. ist der Seeraub; jährlich überziehen sie allein oder in Verbindung mit den Suluern die Meeresteile zwischen den indischen Inseln, Schiffe kapernd und Menschen raubend, die sie in der Heimat als Sklaven brauchen.

Illapel, Departementshauptstadt im südamerikan. Staat Chile, Provinz Coquimbo, unfern des Rio de Choapa, mit (1875) 6403 Einw.

Illāta (lat., Illaten), das "Eingebrachte", namentlich das Vermögen, welches die Frau dem Mann zubringt (s. Güterrecht der Ehegatten); daher Illatenforderung, die Zurückforderung des Eingebrachten seitens einer Ehefrau im Konkurs oder nach dem Tode des Mannes. Vgl. Invecta et illata.

Illation (lat.), Einbringung; in der Logik s. v. w. Schlußfolgerung; illativ, folgernd; Illativsätze, Folgerungssätze.

Illava, Markt im ungar. Komitat Trentschin, Station der Bahnlinie Preßburg-Sillein, liegt an der Waag im romantischen Waagthal, hat eine große Strafanstalt (ehemals Kloster und gräflich Königseggsches Schloß) und ein Bezirksgericht. Gegenüber, jenseit des Flusses, erhebt sich an der mährischen Grenze aus der Kette der Kleinen Karpathen die imposante Felsenmasse des Löwensteins, an dessen Fuß das Dorf Pruszkau mit 1114 Einw., altem Franziskanerkloster, Schloß und Park liegt.

Ille (spr. ihl), Flüßchen im franz. Departement Ille-et-Vilaine, nimmt seinen Ursprung aus dem Teich von Boulet, fließt in südlicher Richtung und mündet bei Rennes rechts in die Vilaine, nach einem Laufe von 45 km. Der 85 km lange Ille-Rancekanal verbindet diese beiden Flüsse und folgt ihrem Laufe von der Mündung der I. in die Vilaine bis zur Mündung der Rance in das Meer (La Manche).

Ille (spr. ihl), Stadt im franz. Departement Ostpyrenäen, Arrondissement Prades, am rechten Ufer der Têt und an der Eisenbahn von Perpignan nach Prades, hat Ringmauern und Türme, eine Kirche aus dem 14. Jahrh. mit Marmorbekleidung, (1876) 3222 Einw., Seidenzucht und Obst-, besonders Pfirsichbau. I. war ehemals Festung, widerstand 1598 den Franzosen, ward aber 1640 von Condé und 1793 von den Spaniern eingenommen.

Ille, Eduard, Maler, geb. 17. Mai 1823 zu München, trat in die Akademie der Künste zu Mün-^[folgende Seite]