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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Indikolit - Indischer Archipel.

apparat, welcher die Bewegung des Maschinenkolbens in bequemster Weise mittels Schnüre und Rollen auf die Papiertrommel überträgt.

Bei einem Indikatordiagramm (Fig. 2) entsprechen die einzelnen Höhen oder Ordinaten dem jedesmaligen Dampfdruck, die zugehörigen Abscissen den vom Maschinenkolben zurückgelegten Wegen und der Flächeninhalt, der aus den in Atmosphären ausgedrückten Ordinaten und den auf den Maschinenkolbenhub reduzierten, in Metern ausgedrückten Abscissen entweder nach der Simpsonschen Regel zu berechnen, oder mit Hilfe eines Planimeters zu ermitteln ist, der von dem Dampf in der Maschine geleisteten Arbeit, deren absolutes Maß man erhält, wenn man den Flächeninhalt des Diagramms noch mit dem in Quadratzentimetern ausgedrückten Querschnitt des Maschinencylinders multipliziert. Die so erhaltene Arbeit heißt die indizierte Leistung der Maschine im Gegensatz zu der sogen. effektiven oder gebremsten Leistung, welche man mit Hilfe von Bremsdynamometern (s. Dynamometer) an der Schwungradwelle ermittelt. Erstere ist stets größer als letztere, weil in jener die zur Überwindung der Nebenhindernisse (Reibung des Kolbens, der Stopfbüchse etc.) erforderliche Arbeit eingeschlossen ist. Man muß also bei der Beurteilung einer Maschinenleistung wohl unterscheiden, ob sie in indizierten oder in gebremsten Pferdekräften ausgedrückt ist.

Der I. ist nicht nur das wichtigste Instrument zur Ermittelung der Größe der Arbeitsleistung von allen mit eingeschlossenen Gasen oder Flüssigkeiten arbeitenden Maschinen, sondern auch das einzige, welches mit Hilfe der Diagramme einen genauen Einblick in die Spannungsverhältnisse im Maschinencylinder gestattet und dadurch eine Kontrolle für die richtige Dampfverteilung bietet. Vgl. Völckers-Ziebarth, Der I. (2. Aufl., Berl. 1878); Rosenkranz, Der I. (4. Aufl., das. 1884); Pichler, Der I. und sein Diagramm (Wien 1880); Riedler, Dampfmaschinen (im Bericht über die Pariser Weltausstellung, Wien 1878).

In der analytischen Chemie beim Titrierverfahren versteht man unter I. eine Substanz, welche der zu titrierenden Flüssigkeit zugesetzt wird, um durch eine ausfallende Reaktion (meist eine lebhafte Farbenveränderung) das Ende der Operation anzuzeigen. So setzt man beim Titrieren von Chlor etwas Chromsäuresalz als I. zu und erhält auf Zusatz von salpetersaurem Silber zunächst den weißen Niederschlag von Chlorsilber, bis das Chlor vollständig gefällt ist. Durch den nächsten Tropfen der Silberlösung wird dann aber rotes chromsaures Silber gefällt und dadurch das Ende der Operation scharf markiert. Vgl. Analyse, S. 527.

^[Abb.: Fig. 2. Diagramm des Indikators.]

Indikolit, s. Turmalin.

Indiktion (lat.), Ansage, Ankündigung; auch s. v. w. kirchliches Aufgebot; Römerzinszahl (s. Indiktionenzirkel).

Indiktionenzirkel, der Cyklus der Indiktionen oder der sogen. Römerzinszahlen, 15 Jahre umfassend. Der Name bezieht sich nach der gewöhnlichen Annahme auf die alljährlich verkündete kaiserliche Verfügung (indictio) über die Höhe der Steuer, die auf einer 15jährigen Grundsteuerperiode beruhte und nun selbst den Namen Indiktion erhielt. Als Zeitbestimmung ist dieser Cyklus seit 312 n. Chr. im Gebrauch, so daß, wenn man den I. auf frühere Zeit zurückführen will, das erste Jahr unsrer Zeitrechnung das vierte eines Indiktionenzirkels ist. Man muß daher zu der betreffenden Jahreszahl der christlichen Zeitrechnung 3 addieren, um durch Division mit 15 den Rest zu finden, der die diesem Jahr gehörige Zahl im I., Römerzinszahl oder Indiktion, angibt. Bleibt kein Rest, so ist 15 die Indiktion. Diese wurde das ganze Mittelalter hindurch in allen Urkunden der gewöhnlichen Jahreszahl hinzugefügt; nur unterscheidet sich die Indiktionsrechnung ihrem jährlichen Anfang nach in drei Arten: die griechische oder byzantinische (indictio graeca oder constantinopolitana), welche mit 1. Sept. beginnt und noch gegenwärtig in der griechischen Kirche üblich ist, die kaiserliche (caesarea), welche mit 25. Sept. beginnt, erst bei Beda (gest. 735) vorkommt und durch ihn verbreitet wurde, und die römische oder päpstliche (romana oder pontificalis), welche mit 1. Jan. 313 beginnt, seit dem 13. Jahrh. vorzugsweise in der päpstlichen Kanzlei gebraucht wurde und im spätern Mittelalter die gebräuchlichste Art im Abendland ist. Auch in neuerer Zeit kommt sie noch in Urkunden und Notariatsinstrumenten vor, angeblich um Fälschungen vorzubeugen, und wird deshalb im Kalender angegeben.

Indirekt (lat.), nicht geradezu, mittelbar.

Indirekter Schuß, ein Schuß gegen verdeckte Ziele, deren Deckung zu einer besondern Kombination von Geschützladung und Elevation zwingt damit das Geschoß unter dem kleinsten Einfallwinkel über dieselbe hinweggehe. Er kommt zur Anwendung beim Beschießen traversierter Wallgänge (rikoschettieren), indirekten Breschieren und Demolieren aus kurzen Kanonen und Mörsern und gewinnt immer mehr die Hauptrolle im heutigen Festungskrieg gegenüber dem direkten Schuß (s. d.).

Indirekte Steuern, s. Steuern.

Indische Eiche, s. Tectona.

Indische Feige, s. Opuntia.

Indische Litteratur, s. Sanskrit.

Indische Philosophie, s. Indische Religion etc.

Indischer Archipel (Malaiischer Archipel), allgemeiner Name für die zwischen Asien und Australien liegende Inselflur mit einem Flächenraum von 2,003,229 qkm (36,362 QM.), welche wieder in drei Abteilungen zerfällt: 1) die äußere (östliche) Reihe an der Nordost- und Ostgrenze, bestehend aus den Molukken mit den Banda-, Amboina- und Ternateinseln und aus den Philippinen; 2) die innere (westliche) Reihe an der Süd- und Südwestgrenze, gebildet von den Andamanen und Nikobaren, den Großen Sundainseln Sumatra und Java und den Kleinen Sundainseln im O. von Java; 3) die mittlere Gruppe, welche die Großen Sundainseln Borneo und Celebes nebst zahlreichen kleinen Inseln umfaßt. Der Äquator durchschneidet die Westreihe in Sumatra, die Mittelgruppe in Borneo und Cele-^[folgende Seite]