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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ingoldsby; Ingolstadt; Ingots; Ingouville; Ingrediens; Ingremiation; Ingres

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Ingoldsby - Ingres.

ger Belagerung im September durch die Generale Outram und Havelock entsetzt, vereinigte er sich im November mit der Hauptmacht unter General Colin Campbell, machte die Schlacht bei Khanpur 28. Nov. mit und blieb sodann als Kommandant dieser Stadt zurück, während jener die Operationen wider Lakhnau von neuem aufnahm. Im Februar 1858 brachte I. den Insurgenten des Gwaliorkontingents bei Kalpi eine entscheidende Niederlage bei. Noch in demselben Jahr erhielt er den Bathorden und wurde bald darauf zum Oberbefehlshaber der englischen Truppen auf den Ionischen Inseln und zum Generalmajor ernannt, starb aber schon 27. Sept. 1862 in Homburg.

Ingoldsby, Thomas, Pseudonym des engl. Schriftstellers R. H. Barham (s. d.).

Ingolstadt, unmittelbare Stadt und Festung ersten Ranges im bayr. Regierungsbezirk Oberbayern, liegt links an der Donau und an den Linien München-Hof, Neuoffingen-I. und Regensburg-Hochzoll der Bayrischen Staatsbahn, 365 m ü. M. Die Hauptgebäude sind das alte und sogen. neue Schloß, letzteres am Ausfluß der einen Teil der Stadt durchfließenden Schutter in die Donau (beide Schlösser ehemals Residenzen der Herzöge von Bayern-I., jetzt zu militärischen Zwecken verwendet); die große gotische Frauenkirche (1425 gegründet), worin zwei bayrische Herzöge, Stephan und Ludwig der Höckerige, ruhen und noch mehrere interessante Grabmäler (Eck etc.) sich befinden; ferner das 1555 gestiftete ehemalige Jesuitenkollegium (wovon nur noch der östliche Flügel vorhanden ist), die neue evang. Kirche, das Kriegsspital, das neue Zeughaus, das neue Zivilkrankenhaus, das Theater, das neue Waisenhaus, das Bürgerspital und das Gebäude der ehemaligen Universität. Letztere wurde 1472 von Herzog Ludwig dem Reichen gestiftet, war bald ein Hauptsitz jesuitischer Theologie und zählte gegen Ende des 16. Jahrh. 4000 Studenten. 1800 wurde sie nach Landshut und 1826 nach München verlegt. Reuchlin, Aventin, Celtes, Locher, Rhegius und andre namhafte Männer gehörten zu ihren Lehrern (vgl. Prantl, Geschichte der Ludwig Maximilians-Universität etc., Münch. 1872). Unter den Festungswerken treten besonders die starken Brückenköpfe, die aus Quadern aufgeführten Montalembertschen Türme am rechten Ufer der Donau und das Reduit Tilly hervor. Die Zahl der Einwohner beläuft sich (1885) mit Garnison (Festungsgouvernement, Kommando der 4. Infanteriebrigade, 2 Füsilierbataillone Nr. 10, 1 Inf.-Reg. Nr. 13, 1 Bat. Fußartillerie, 1 Bat. Pioniere und eine Eisenbahnkompanie) auf 16,390 Seelen, meist Katholiken. Die Industrie beschränkt sich auf Bierbrauerei, Geschützgießerei und Pulverfabrikation. I. hat ein Amtsgericht, eine Real- u. eine Lateinschule. - I. existierte schon um 806 n. Chr. Besonders entwickelte es sich im 13. Jahrh. und war bereits Stadt, als es 1255 bei der Landesteilung an Oberbayern kam. Von 1392 bis 1445 war es die Residenz der Herzöge von Bayern-I., fiel dann an Bayern-Landshut, dessen Herzog Ludwig der Reiche 1472 daselbst eine Universität eröffnete, die schon 1459 durch eine Bulle des Papstes Pius II. errichtet war. 1503 an Bayern-München gekommen, erhielt die Stadt seit 1539 Festungswerke, die schon 1546 gegen den Schmalkaldischen Bund und später im Dreißigjährigen Krieg öfters mit Glück erprobt wurden. So belagerte 1632 Gustav Adolf I. vergeblich, während Tilly drinnen an seiner Fußwunde lag und starb. Die Österreicher besetzten die Festung zweimal (1703 und 1742), und Moreau, welcher drei Monate davor gelegen, ließ sie 1800 schleifen. Seit 1827 sind die Festungswerke durch König Ludwig I. wiederhergestellt, und I. ist dadurch in eine Festung ersten Ranges umgewandelt worden, die gegenwärtig noch bedeutend verstärkt wird. Vgl. Gerstner, Geschichte der Stadt I. (Münch. 1853); Kleemann, Geschichte der Festung I. bis zum Jahr 1815 (das. 1883).

^[Abb.: Wappen von Ingolstadt.]

Ingots (engl., spr. ínngotts), die durch den Bessemerprozeß erhaltenen Stahlblöcke.

Ingouville (spr. ängguwil), ehemals selbständiger Ort, seit 1854 mit dem Stadtgebiet von Le Havre (s. d.) vereinigt.

Ingrediens (lat., Ingredienz), Zuthat, Bestandteil einer Mischung (besonders einer Arznei).

Ingremiation (neulat.), die Aufnahme in eine Körperschaft (gremium), besonders geistliche.

Ingres (spr. änghr'), Jean Auguste Dominique, franz. Maler, geb. 15. Sept. 1781 zu Montauban, kam 1796 in das Atelier Davids, wo er schon 1801 den römischen Preis errang. Er konnte jedoch erst 1806 nach Rom gehen, wo er bis 1820 blieb. Nachdem er sich noch vier Jahre in Florenz aufgehalten, kehrte er nach Paris zurück, wo er 1826 Mitglied des Instituts wurde. Ohne von der Davidschen Richtung, deren energievollster Vertreter er war, abzuweichen, hatte er in Italien seine Studien vornehmlich auf Raffael und die antiken Wand- und Vasenmalereien gerichtet, die seinen Stil beeinflußten und ihn namentlich in seiner Abneigung gegen die Farbe bestärkten. Im J. 1834 zu H. Vernets Nachfolger im Direktorium der französischen Akademie zu Rom ernannt, hielt er sich hier abermals bis 1841 auf und lebte seitdem in Paris, wo er 13. Jan. 1867 starb. Seine vorzüglichsten Bilder sind: Bonaparte als Erster Konsul (1804); Napoleon auf dem Thron (1806, im Invalidenhotel zu Paris); Ödipus und die Sphinx (Louvre, Hauptwerk); Vergil, dem Augustus und der Octavia die Äneide vorlesend; Pietro Aretino und Karls V. Abgesandter, mit dem Gegenstück: Pietro Aretino und Tintoretto; Don Pedro von Toledo, den Degen Heinrichs IV. küssend; eine Odaliske (1814); Philipp V. und der Marschall von Berwick; Heinrich IV. und seine Kinder, mit dem Gegenstück: der Tod Leonardo da Vincis; Angelika und Rüdiger (1819, im Louvre); Christus, dem Petrus die Himmelsschlüssel übergebend; Gelübde Ludwigs XIII. (Kathedrale zu Montauban); Homers Apotheose (Plafondgemälde im Louvre); die Marter des heil. Symphorian (1834, Kathedrale zu Autun); die Madonna mit der Hostie; Stratonike (Hauptwerk); Cherubini, von der Muse gekrönt; die Geburt der Venus; Jesus unter den Schriftgelehrten (1853, Museum zu Montauban); die Quelle, eine nackte weibliche Figur, begonnen 1814, vollendet erst 1856 (im Louvre, epochemachend für die Darstellung des Nackten in der französischen Malerei). Hierzu kommen noch 25 lebensgroße Heiligenfiguren, kolorierte Kartons für die Glasmalereien der heil. Ferdinandskapelle zu Paris und der Gruftkapelle in Dreux, gegen 20 Bildnisse und eine große Bleistiftzeichnung, die Apotheose Homers (1865 nach seinem Bild, aber vielfach verändert, vollendet). I.' Werke blieben lange wenig beachtet. Während die frühern sich ganz in der pseudo-klassizistischen Richtung Davids halten, sind seine beiden spätern