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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Iowa City; Iowa River; Ipeh; Ipek; Ipekakuanha; Iphigenie; Iphĭkles; Iphiklos; Iphikrătes

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Iowa City - Iphikrates.

Doll.; die Staatsschuld war im Dezember 1884 nur 245,435 Doll. An Staats- u. Gemeindesteuern wurden 1880: 11,061,605 Doll. erhoben. Als Staatsanstalten bestehen 2 Irrenanstalten, eine Anstalt für Geistesschwache, eine Blindenanstalt, eine Taubstummenanstalt, eine Besserungsanstalt und 2 Zuchthäuser. Hauptstadt des Staats ist seit 1854 Des Moines. - I. hat seinen Namen vom Fluß I. und ist einer der Staaten, welche aus dem 1803 von Frankreich an die Union verkauften Territorium gebildet wurden. Der französische Kanadier Dubuque hatte 1776 die erste Ansiedelung daselbst gemacht. Bis 1823 war dann das Gebiet ein Teil des großen Missouriterritoriums, erhielt 1838 eine eigne Territorialregierung und wurde 1846 als Staat in die Union aufgenommen.

Iowa City (spr. ēīowa ssitti), Stadt im nordamerikan. Staat Iowa, auf hohem Bluff am schiffbaren Iowafluß, 1839-54 Hauptstadt des Staats, hat Papier-, Öl- und Kornmühlen und Maschinenbau, ist Sitz der staatlichen Universität (im alten Kapitol, mit Bibliothek von 14,000 Bänden) und hat (1885) 6748 Einw.

Iowa River (spr. ēīowa riwwer), Fluß im nordamerik. Staat Iowa, der sich nach einem Laufe von 480 km (wovon nur 130 km schiffbar) in den Mississippi ergießt. Etwa 48 km oberhalb seiner Mündung tritt in ihn der weit mächtigere, aus Norden kommende Red Cedar River ein, der aber infolge seiner Wasserfälle sich wenig für die Schiffahrt eignet.

Ipeh, Münze, s. Dong.

Ipek (Petsch), Hauptort eines Liwa im europäisch-türk. Wilajet Kossowo, an der Bistritza (Nebenfluß des Weißen Drin), mit Obst-, Tabak- und Maulbeerpflanzungen, Seidenbereitung und ca. 7000 Einw., meist griechischen und mohammedanischen Serben. I. war Residenz der serbischen Patriarchen.

Ipekakuanha, s. Cephaëlis.

Iphigenie (Iphigeneia, bei Homer Iphianassa), nach der gewöhnlichen griechischen Sage Tochter des Agamemnon und der Klytämnestra. Als die Griechen im Hafen von Aulis durch eine Windstille, welche die durch Agamemnon erzürnte Artemis gesandt hatte, von der Fahrt nach Troja abgehalten wurden, erklärte der Seher Kalchas, nur durch Opferung Iphigeniens könne der Zorn der Göttin versöhnt werden. Nach langem Sträuben ließ sich Agamemnon durch Menelaos endlich bestimmen, die Jungfrau unter dem Vorgeben, sie solle mit Achilleus vermählt werden, ins Lager kommen zu lassen. Als sie jedoch zum Opfer dargebracht werden sollte, ward sie von Artemis in einer Wolke nach Taurien (Halbinsel Krim) entrückt, wo sie der Göttin als Priesterin dienen mußte. An ihrer Stelle ward eine Hirschkuh geopfert, welche Artemis gesandt. Dies der Mythus, wie er den dramatischen Behandlungen zu Grunde liegt. Während I. als Priesterin der taurischen Artemis diente, wo nach altbarbarischem Gebrauch alle ankommenden Fremdlinge den Göttern geopfert werden mußten, kam ihr Bruder Orestes, der auf Geheiß des Orakels den Vorsatz gefaßt hatte, das Bild der Artemis nach Attika zu entführen, mit Pylades zum Tempel und sollte geopfert werden. I. entdeckte in ihm ihren Bruder und entfloh mit ihm und dem Bilde der Göttin, nachdem Orestes den König Thoas ermordet hatte. Währenddessen hatte Orests Schwester Elektra in Erfahrung gebracht, er sei von der taurischen Priesterin ermordet worden. In Delphi mit I. zusammentreffend, war sie im Begriff, diese zu blenden, ward aber durch Orests Dazwischenkunft daran gehindert. Die Geschwister kehrten sodann sämtlich nach Mykenä zurück. Nach Pausanias soll Iphigeniens Grab und Heroon in Megara gewesen, und nach andern Sagen soll sie selbst gar nicht gestorben, sondern von Artemis zur Hekate gemacht oder mit ewiger Jugend begabt und unter dem Namen Oreilochia mit Achilleus auf der Insel Leuke vermählt worden sein. Die Sage von I. bei den Tauriern und ihrem von dort nach Griechenland gebrachten Kult ist nachhomerischen Ursprungs. Ursprünglich ist I. wohl nichts als ein Epitheton der Artemis (s. d.) selbst, und aus diesem Epitheton hat sich, wie oft, eine Priesterin der Göttin herausgebildet. Die Sage bezeichnet den Übergang vom Menschenopfer zur Hierodulie. Der Stoff ward besonders von den Tragikern ausgebeutet und von Äschylos, Sophokles und Euripides in Verbindung mit der Sage von Orestes behandelt; die beiden "Iphigenien" des letztern Dichters ("I. in Aulis" und "I. in Taurien") sind noch erhalten. Eine Erneuerung des antiken Stoffes im Geist moderner Anschauung ist Goethes "I. auf Tauris". Vgl. O. Jahn, Goethes I. auf Tauris und die antike Tragödie (in "Aus der Altertumswissenschaft", Bonn 1868); v. Wilamowitz, Die beiden Elektren (im "Hermes", Bd. 18, S. 214 ff.). Auch Racine schrieb ein Trauerspiel "I." Einen Abschluß der Iphigeniensage versuchte H. Allmers in seinem Drama "Elektra" (Oldenb. 1872). Von Gemälden, welche die Opferung der I. behandelten, war besonders das des Timanthes berühmt. Auch auf einem pompejanischen Wandgemälde, aus der Casa del poeto tragico, findet sich dieselbe, wie man vermutet im Anschluß an jenes Werk, dargestellt. Ihre Schicksale in Aulis, Taurien und in der Heimat sind in Vasenbildern, Reliefs und vereinzelt auch auf Gemmen behandelt. Vgl. Overbeck, Die Bildwerke zum thebischen und troischen Heldenkreis (Stuttg. 1857). Auf musikalischem Gebiet sind die klassischen Opern: "I. in Aulis" u. "I. in Tauris" von Gluck namhaft zu machen.

Iphĭkles, in der griech. Mythologie Sohn des Amphitryon und der Alkmene, Halbbruder des Herakles, war Teilnehmer an der kanonischen Jagd und an mehreren Unternehmungen des Herakles. Als er dem letztern im Kampf gegen Augeias beistand, ward er verwundet und nach Pheneos gebracht, wo er starb und nachher als Heros verehrt ward.

Iphiklos, in der griech. Sage Sohn des Phylakos von Phylake in Thessalien, Vater des Podarkes und Protesilaos, war Teilnehmer am Argonautenzug und an den Leichenspielen des Pelias, wo er im Wettlauf den Sieg davontrug. Über die Heilung seiner Krankheit s. Melampus.

Iphikrătes, berühmter Feldherr der Athener, ward trotz seiner niedern Herkunft als 20jähriger Jüngling zum Befehlshaber über die für den korinthischen Krieg gegen Sparta (395-387) angeworbenen Truppen ernannt und erhob diese bald zu einer gefürchteten Macht. Er bildete eine neue Truppengattung, die Peltasten, welche, mit kleinem, rundem Schild, leinenem Panzer, Gamaschen (Iphikratiden) statt Beinschienen, langer Lanze und großem Schwert bewaffnet und durch Zucht und Übung zu taktischer Geschicklichkeit ausgebildet, sowohl im kleinen Krieg verwendbar als der spartanischen Phalanx gewachsen waren. Über die letztere errang er auch, nachdem er 391 Lechäon gegen Agesilaos nicht hatte behaupten können, 390 bei Sikyon einen wichtigen Sieg, indem er 600 Spartaner vernichtete. Er besetzte Akrokorinth und beherrschte den Isthmus, bis ihn die Athener in seinem Streit mit Argos im Stiche ließen. Er legte nun den Oberbefehl in Korinth nieder und ging mit 1200 Peltasten nach dem Hellespont,