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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Iselin; Isenacum; Isenburg; Isenhagen; Iseo; Iser; Isera; Iséran; Isère

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Iselin - Isère.

Iselin, Isaak, philosophischer Schriftsteller, geb. 17. März 1728 zu Basel als Sohn des als historischer und politischer Schriftsteller bekannten Jakob Christoph I. (gest. 1737 als Professor der Theologie in Basel), studierte in Göttingen die Rechte, ward 1754 in seiner Vaterstadt Mitglied des Großen Rats und Ratsschreiber; starb daselbst 15. Juni 1782. Nächst seiner "Geschichte der Menschheit" (Zürich 1764-70, 2 Bde.; 5. Aufl. 1786) sind zu erwähnen seine "Vermischten philosophischen Schriften" (das. 1770, 2 Bde.) und seine "Ephemeriden der Menschheit" (Basel 1776-82, 7 Bde.), die Becker bis 1786 fortsetzte. Seine "Pädagogischen Schriften nebst pädagogischem Briefwechsel" wurden von Göring (Langensalza 1884) herausgegeben. Vgl. v. Miaskowski, Isaak I. (Basel 1876).

Isenacum, neulat. Name für Eisenach.

Isenburg, Marktflecken im preuß. Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Neuwied, am Einfluß des Isenbachs in den Saynbach, hat Hopfenbau und Nagelschmieden und (1885) 642 kath. Einwohner. In der Nähe die geringen Reste des Schlosses I., Stammhauses des gleichnamigen Geschlechts.

Isenburg (Ysenburg), fürstliche und gräfliche Standesherrschaft, liegt teils indem preußischen Regierungsbezirk Kassel, teils in den großherzoglich hessischen Provinzen Starkenburg und Oberhessen, umfaßt 990 qkm mit etwa 58,000 Einw., wovon auf Preußen 250 qkm (mit den Ämtern Birstein, Langenselbold, Wächtersbach und Meerholz) kommen, und zerfällt in die Besitzungen des Fürsten von I.-Birstein (470 qkm, mit den Residenzen Birstein und Offenbach), der Fürsten von I.-Büdingen (250 qkm, mit der Residenz Büdingen) und I.-Wächtersbach (138 qkm, mit der Residenz Wächtersbach) und des Grafen von I.-Meerholz (110 qkm, mit der Residenz Meerholz). Das Stammhaus des Geschlechts von I. war Isenburg bei Koblenz; dasselbe wurde im 13. Jahrh. in einem Streite des Besitzers mit dem Erzbischof von Köln geschleift, später jedoch als Nieder-I. wieder aufgebaut. Als Ahnherr des Hauses erscheint um 1100 Rembold I., dessen Söhne die Linien Limburg, I. und Kempenich gründeten. Dieselben spalteten sich später mehrfach, jedoch starb die Linie Kempenich schon 1424 und die ältere Linie I. 1664 aus. Zu Ende des 15. Jahrh. war von der Linie Limburg nur der Zweig Büdingen übrig, der sich 1511 in die Linien Ronneburg und Birstein teilte. Erstere starb 1601 aus, letztere spaltete sich 1631 in die Zweige I.-Offenbach und I.-Büdingen, welche die Grafen Wolfgang Heinrich (gest. 1635) und Johann Ernst (gest. 1685) zu Stiftern hatten. Mit Wolfgang Heinrichs Enkel Johann Philipp starb 1718 die Hauptlinie Offenbach aus, doch begründete sein zweiter Enkel, Wilhelm Moritz (1711), die Linie I.-Birstein und dessen zweiter Sohn, Wilhelm Moritz (gest. 1772), die Linie I.-Philippseich. In I.-Birstein wurde Graf Wolfgang Ernst I., der Sohn des Stifters, 1744 in den Fürstenstand erhoben; sein Urenkel, der Fürst Karl Friedrich Ludwig Moritz (geb. 1766, gest. 1820), trat im Juli 1806 dem Rheinbund bei, warb für Napoleon ein Fremdenregiment und erhielt sodann die Souveränität nicht nur über die drei jüngern, damals gräflichen Linien, sondern auch über die Grafen von Schönborn-Hausenstamm und Lerchenfeld. Nach. Auflösung des Rheinbundes kam I. zunächst an Österreich und von diesem an das Großherzogtum Hessen, das es zum Teil durch Tausch an Kurhessen abtrat. Haupt dieser Linie ist der 1861 zur katholischen Konfession übergetretene Fürst Karl (geb. 29. Juli 1838), der seit 1865 mit einer toscanischen Prinzessin verheiratet ist. Die gräfliche Linie I.-Philippseich wird gegenwärtig durch Graf Ferdinand (geb. 15. Okt. 1841) repräsentiert. Die gräfliche Linie I.-Büdingen zerfiel 1685 in die Zweige I.-Büdingen in Büdingen, I.-Büdingen in Wächtersbach, I.-Büdingen in Meerholz und I.-Büdingen in Marienborn, von denen der letzte schon 1725 erlosch. Die erstgenannte Linie wurde 1840 unter Ernst Kasimir vom Großherzog von Hessen in den Fürstenstand erhoben; gegenwärtiger Fürst ist Bruno (geb. 14. Juni 1837). Der Zweig I.-Büdingen in Wächtersbach erhielt 1865 unter seinem gegenwärtigen Haupt Ferdinand (geb. 24. Okt. 1824) die fürstliche Würde. Haupt der gräflichen Linie I.-Büdingen in Meerholz ist Graf Karl (geb. 26. Okt. 1819), wie der vorher genannte erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses. Vgl. Simon, Geschichte des reichsständischen Hauses I. und Büdingen (Frankf. a. M. 1864-65, 3 Bde.).

Isenhagen, Dorf und Kreishauptort im preuß. Regierungsbezirk Lüneburg, hat eine evang. Kirche, ein Damenstift, ein Amtsgericht und (1885) 134 Einw.

Iseo (im Altertum Lacus Sebinus), See am Südfuß der Alpen, an der Grenze der ital. Provinzen Brescia und Bergamo, vom Fluß Oglio gebildet, in 197 m Höhe, 24 km lang, bis 5 km breit und 62 qkm groß, wird von einem Dampfboot befahren und ist sehr fischreich. Die Ufer sind lieblich; in der Mitte erhebt sich eine Insel mit zwei Fischerdörfern. Im südöstlichen Winkel liegt der Flecken I. mit (1881) 1981 Einw., Torflagern, Seidenindustrie, Hutmacherei, Töpferei, Gerberei, einem Hafen und Handel mit Holz, Steinen und Seide.

Iser (tschech. Jizera), rechter Nebenfluß der Elbe in Böhmen, entsteht aus der Vereinigung der Großen und Kleinen I., deren erstere am Ochsenkamm im Isergebirge, letztere am Hinterberg im Riesengebirge entspringt, und welche unter dem Kauligen Buchberg zusammenfließen, tritt, nachdem sie den Isergrund durchflossen, bei Turnau, 52 km von der Quelle, ins offene Land und mündet nach 125 km langem Lauf oberhalb Altbunzlau.

Isera, Ort bei Roveredo (s. d.).

Iséran (spr. -ang), Paß der Grafischen Alpen von 2769 m Höhe, welcher die Verbindung zwischen den französischen Thälern der Isère (La Tarentaise) und des Arc (La Maurienne) und Piemont (Thal des Orco) herstellt.

Isère (spr. isähr), linker Nebenfluß des Rhône, entspringt im franz. Departement Savoyen in der Nähe des Iséranpasses in einer Höhe von 2300 m, verfolgt in großen Krümmungen südwestliche Hauptrichtung, bildet im obern Laus das Thal La Tarentaise, tritt bei dem Fort Barreaux in das nach ihm benannte Departement ein, durchfließt oberhalb Grenoble das herrliche Thal Graisivaudan (s. d.) und mündet im Departement Drôme oberhalb Valence. Die I., welche von keinem Alpensee gereinigt wird, führt viel Schutt mit sich, hat schmutziges Wasser und ist 290 km lang, wovon 164 km schiffbar, doch nicht ohne Gefahr. Ihre Zuflüsse sind reißende Alpengewässer, wie der Arc, Breda, Drac (mit der Romanche). Das danach benannte franz. Departement I., aus einem Teil der Dauphiné gebildet, grenzt nördlich an das Departement Ain, durch den Rhône davon geschieden, östlich an Savoyen, südöstlich an das Departement Oberalpen, südwestlich an Drôme und westlich an die Departements Ardèche, Loire