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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Izabal - Jablonowski.

thischer Urheber der magisch-aphrodisischen Verwendung des Vogels wird Iason angeführt, welchen Aphrodite lehrte, den nach vier Seiten auseinander gespannten Vogel unter Zaubersprüchen herumzudrehen, um dadurch Medeas Liebe zu gewinnen. Der Name I. ward dann auf magischen Liebesreiz überhaupt ausgedehnt. Die bildende Kunst eignete sich den Vogel I. als Symbol der Liebesverlockung an.

Izabal (Ysabel), Stadt im zentralamerikan. Staat Guatemala, am Südufer der Laguna Dolce, aus welcher der Rio Dolce abfließt, mit (1886) 3728 Einw. Der Ort ist nur für kleine Küstenfahrer zugänglich (s. Livingston).

Izalco, Indianerdorf im mittelamerikan. Staat Salvador, 400 m ü. M., 25 km nordöstlich von Sonsonate, am Fuß des Vulkans I., der sich 1798 bildete und 760 m über seine Umgebung emporragt.

Izamal, Stadt im mexikan. Staat Yucatan, 70 km östlich von Mérida, mit großen Jahrmärkten u. (1880) 4797 Einw. Dabei Ruinen einer altindianischen Stadt.

Izedismus (ized, vom pers. "Gott"), diejenige Abart des dualistischen Religionssystems der Perser, in welcher das böse Prinzip (s. Ahriman) für mächtiger als das gute angesehen und daher am meisten verehrt wurde.

Izsó (spr. ischó), Nikolaus, ungar. Bildhauer, geb. 1830 zu Horváti im Borsoder Komitat, studierte in Saros-Patak, ward Honved und trat nach der Katastrophe bei Világos, seiner Neigung folgend, bei dem Bildhauer Ferenczy in die Lehre, arbeitete dann bei Gasser in Wien und ging später nach München, wo er mit der Statuette des trauernden Schäfers seinen Ruf begründete. Nach Pest zurückgekehrt, erhielt er den Auftrag, die Statue zum Denkmal des Dichters Csokonay in Debreczin anzufertigen, welche Aufgabe er glücklich löste. Er führte verschiedene Porträtbüsten mit scharf ausgeprägter nationaler Charakteristik sowie eine Anzahl von Modellen zu Statuetten von nationalem Genre aus und hinterließ das nahezu fertige Modell zum Petöfi-Monument, das in Pest errichtet worden ist. I. starb 29. Mai 1875 in Pest.

Iztaccihuatl, Vulkan auf dem Hochland von Mexiko, 5205 m hoch, mit dem benachbarten Popocatepetl (5420 m) durch einen 3700 m hohen Sattel verbunden. Am Nordfuß desselben führt die Straße von Puebla nach Mexiko in 3100 m Höhe.

J (Jot).

Stichwörter, welche unter Jot vermißt werden, sind unter dem Vokal I nachzuschlagen.

J, j, lat. J, j (Jot, ungut Jod), der tönende Reibelaut, der entsteht, wenn man bei tönender Stimme den mittlern Teil der Zunge dem harten Gaumen nähert und durch diese Enge den Stimmton austreten läßt. Der entsprechende tonlose Reibelaut ist das ch in ich. Es gibt aber auch ein halbvokalisches, wie ein rasch gesprochenes i klingendes j, z. B. im englischen yes; auch in der süddeutschen Aussprache kommt es häufig vor. Die Griechen und Römer kannten den Konsonanten J nicht, wenn auch den letztern nicht entging, daß sie das j vor einem Vokal anders und zwar ähnlich wie einen Konsonanten aussprachen, wie auch mehrere, darunter besonders Cicero, z. B. maiius statt maius schrieben. Erst im 16. und 17. Jahrh. ward das j in lateinischen Büchern eingeführt und ging von da bald ins Hochdeutsche über, wo es nun die zehnte Stelle im Alphabet einnimmt. In den nordischen und slawischen Sprachen hat das j ebenfalls erst in neuerer Zeit Eingang gefunden. Die Engländer und Franzosen drücken den Laut des j durch y aus, dagegen wird j im Englischen etwa wie dsch, im Französischen und Portugiesischen wie ein sehr weiches sch ausgesprochen; im Spanischen fällt er mit der Aussprache des hier wie ein scharfes ch gesprochenen x zusammen, daher man viele Wörter, die man sonst mit x schrieb, jetzt mit j schreibt (z. B. Mejico statt Mexico). Die italienische Aussprache hat das j für lateinisches i nach Konsonanten, z. B. in fiume, lateinisch fiumen, in den Lautverbindungen ci und gi mit folgendem Vokal, wo es aber nur ganz schwach mitklingt, z. B. Brescia, maggiore (spr. brescha oder breschja, madschore oder madschjore); außerdem wird in der Schrift j (spr. i) zuweilen für das ii des Plurals gesetzt (z. B. collegj für collegii). Bei arabischen, türkischen, persischen, indischen und andern Wörtern wird häufig der Laut sch oder dsch von Franzosen und Engländern mit j wiedergegeben; Wörter dieser Art sind in diesem Buch unter Dsch oder Sch zu suchen.

[Abkürzungen.] In der Chemie ist J das Zeichen für Jod. - J. P. in England = Justice of the Peace, "Friedensrichter". Im übrigen steht in lateinischen Abkürzungen meist I an Stelle von J, z. B. I. C. statt J. C. (vgl. Artikel "I", S. 861).

Jabalpur, ind. Bezirk, s. Dschabalpur.

Jabbok (jetzt Wadi Zerka), linker Nebenfluß des Jordans in Palästina, entspringt westlich von Rabbath Ammon (Amân) und bildete die Grenze zwischen den Stämmen Gad und Manasse.

Jabes, eine Stadt Palästinas, in der Landschaft Gilead, deren Bewohner den Benjaminiten verschwägert waren und den Leichnam Sauls den Philistern entführten und begruben; jetzt Kefr Abil, am Wadi Jabis.

Jabetnik (russ.), Amtmann, in Rußland ehedem ein Beamter zur Verfolgung von Verbrechern; jetzt s. v. w. Denunziant, falscher Ankläger.

Jablochkowsche Kerzen, s. Elektrisches Licht, S. 522.

Jablonoi (Jablonowoi), Gebirgsrücken in Ostsibirien, der sich von der chinesischen Grenze in nordöstlicher Richtung mitten durch ganz Transbaikalien nach Jakutsk hineinzieht und zuletzt die Grenze gegen die Amurprovinz bildet. Es ist eine schmale Kette von mäßiger Höhe (1500 m), welche die Wasserscheide zwischen Amur und Lena bildet, in ihrem südlichern Teil jedoch von der Ingoda, die zum Amurgebiet gehört, durchbrochen wird. Der Erzreichtum des Gebirges hat neuerdings eine stärkere Bevölkerung angezogen.

Jablonowski, poln. Grafen- und Fürstenfamilie, die ihren Vornamen Pruß von den alten preußischen Herzögen, ihren Geschlechtsnamen dagegen von dem Flecken Jablonow in Großpolen ableitet. Die namhaftesten Sprößlinge derselben sind:

1) Stanislaus, geb. 1634, war einer der ersten Teilnehmer der gegen König Michael gerichteten Kon-^[folgende Seite]