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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Jack; Jackett; Jackmaschine; Jackson

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Jack - Jackson.

popolazione agricola in Lombardia" (Mail. 1856 u. öfter) trug dem Verfasser die Mitgliedschaft des Instituts in Mailand ein. In der Denkschrift "Über den Zustand des Veltlins" (1858) verurteilte er mit großer Schärfe die österreichischen Verwaltungsprinzipien. Auch gehörte er zu den Gründern der Zeitung "Perseveranza". Bei den Vorgängen in der Lombardei von 1859 ward I. wiederholt von dem Ministerium in Turin zu Rate gezogen und 1860 im Ministerium Cavour mit dem Portefeuille der öffentlichen Arbeiten betraut, das er jedoch schon 12. Juni 1861 an Boschi abtrat. Dasselbe Departement übernahm er in dem im September 1864 von Lamarmora gebildeten Kabinett und erwarb sich um die Entwickelung des Eisenbahn-, Post- und Telegraphenverkehrs in Italien bedeutende Verdienste; namentlich bemühte er sich sehr für das Projekt der Gotthardbahn. G. ist seit 1870 Mitglied des Senats. Von weitern Schriften sind zu nennen: "Due anni di politica italiana" (Mail. 1868); "Sulle opere publiche in Italia" (das. 1870); "Un po' di commento sul trattato di Berlino" (Rom 1878); "Sulla politica estera" (das. 1879); "I conservatori e la evoluzione naturale dei partiti politici in Italia" (das. 1879); "Frammenti dell' inchiesta agraria" (das. 1883) u. a.

Jack (engl., spr. dschäck), Verkleinerung von John, von ähnlichem Gebrauch wie unser "Hans", namentlich Spitzname der Matrosen (eigentlich J. tar, "Hans Teer", woraus irrtümlich "Teerjacke" entstanden); Old J., in der Matrosensprache die britische Flagge; J. of all trades, Mensch, der in allen Sätteln gerecht ist; J. Pudding, s. v. w. Hanswurst.

Jackett (engl. Jacket, franz. Jaquette), Jacke, Joppe; kam bei den Männern in der ersten Hälfte des 15. Jahrh. in Frankreich als kurzes, weites Überziehkleid mit Ärmeln auf, in England zu derselben Zeit als vorn offener Überrock, der bis zur Mitte der Oberschenkel reichte. In der modernen Tracht kurzer Rock ohne Taille und Schoß. Vgl. Hänslein.

Jackmaschine (spr. dschäck-), s. Spinnen.

Jackson (spr. dschäcks'n), 1). Hauptstadt des nordamerikan. Staats Mississippi, an dem nur für kleine Boote schiffbaren Pearl River, regelmäßig angelegt, mit schönem Staatenhaus, Gefängnis, Irrenhaus, Anstalten für Blinde und Taubstumme und (1880) 5204 Einw. Die Stadt fiel 14. Mai 1863 in die Hände des Generals Grant, nachdem derselbe den General G. Johnston besiegt hatte, und wurde fast ganz zerstört. - 2) Stadt im nordamerikan. Staat Michigan, am obern Grand River, hat ein Gefängnis, Maschinenbauwerkstätten, Manufakturen u. (1885) 19,136 Einw. In der Nähe Kohlengruben. - 3) Hauptort der Grafschaft Madison, im W. des nordamerikanischen Staats Tennessee, am Forked Deer River, in fruchtbarer Gegend, hat lebhaften Verkehr und (1880) 5377 Einw.

Jackson (spr. dschäcks'n), 1) Andrew, siebenter Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, geb. 15. März 1767 von irischen Eltern zu Waxsaw in Südcarolina, machte, 15 Jahre alt, den nordamerikanischen Freiheitskrieg mit, widmete sich sodann dem Studium der Rechtswissenschaft und trat schon 1786 in Salisbury als Anwalt auf. Er besaß nur eine mangelhafte Bildung, und auch sein sittliches Leben war nicht fleckenlos, doch war er kühn und thatkräftig. 1790 ließ er sich zu Nashville in Tennessee nieder und wurde daselbst zum Generalprokurator, 1797 zum Senator, 1799 zum Oberrichter von Tennessee und Milizgeneral gewählt, zog sich indessen 1806 auf sein Landgut zurück. Beim Ausbruch des Kriegs mit England 1812 ward er vom Kongreß zum Generalmajor und Oberbefehlshaber der Miliz ernannt. Er schlug 1813 einen Einfall der durch die Spanier in Pensacola unterstützten Krik-Indianer zurück und nahm Pensacola durch Überfall. Am 8. Jan. 1815 wehrte er einen Angriff der Engländer auf New Orleans durch einen glänzenden Sieg ab. In den Kämpfen gegen die Seminolen in Florida (1816-21) zeichnete er sich abermals rühmlich aus und erlangte als der "old Hickory" große Popularität. 1821 ward er Gouverneur von Florida und 1823 Senator für Tennessee. Schon 1824 stellte ihn die demokratische Partei als ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl auf; doch unterlag J. mit wenigen Stimmen dem Staatssekretär Adams und siegte erst bei der nächsten Wahl 1828. Am 4. März 1829 übernahm er das Amt des Präsidenten. Er bewies in der innern Verwaltung Mäßigung, während seine äußere Politik vor allem auf Erhaltung des Friedens und auf Ausbreitung und Hebung des amerikanischen Handels berechnet war. Doch stellte er den verhängnisvollen Grundsatz auf, daß mit jedem Präsidenten auch die ganze Verwaltung wechseln müsse, welche eine Domäne der bei der Präsidentenwahl siegreichen Partei sei, wodurch die Parteileidenschaft sowie Habsucht und Ehrgeiz in den Politikern entfesselt und das Gleichgewicht der Staatsgewalten erschüttert wurde. Besonders heftig entbrannten die Parteikämpfe seit 1831 bei den Verhandlungen über die Fortdauer der Bank, den neuen Zolltarif und über die mit den Indianern bestehenden Zwistigkeiten. Als mehrere Südstaaten gegen den neuen schutzzöllnerischen Tarif die Nullifikation beschlossen, beschwichtigte J. durch seine ebenso feste wie versöhnliche Haltung allmählich den Sturm, daher ward er 1832 abermals zum Präsidenten gewählt. Dem Kongreßbeschluß zu gunsten der Erneuerung des Vereinigte Staaten-Bankprivilegiums stellte er sein Veto entgegen, weil dies Vorrecht der Bank ein Monopol sei, welches eine Geldaristokratie begründe, und ließ die bei der Bank niedergelegten Staatsgelder zurückziehen. Allerdings schlug er durch seine Maßregel dem amerikanischen Handel empfindliche Wunden, und die dadurch veranlaßte Einstellung der Zahlungen in vielen Staaten war dem Kredit höchst nachteilig und führte die Krisis von 1837 herbei. Im März 1837 zog sich J. auf sein Landgut in Tennessee zurück und starb 8. Juni 1845. Vgl. Parton, Life of Andrew J. (New York 1859-60, 3 Bde.); v. Holst, Die Administration Andrew Jacksons (Düsseld. 1874); W. G. Sumner, Andrew J. (Boston 1882).

2) Thomas Jonathan, genannt Stonewall, General der Konföderierten in dem nordamerikanischen Bürgerkrieg, geb. 21. Jan. 1824 zu Clarksburg in Virginia, kam, früh elternlos, als Kadett nach West Point, trat 1846 als Offizier in die Artillerie und that sich in dem mexikanischen Krieg hervor; 1852 nahm er seinen Abschied, um an der militärischen Lehranstalt Lexington in Virginia die Professur der Mathematik zu übernehmen. Der Erhebung des Südens schloß er sich mit einer Begeisterung an, welche seinem sonst ernsten und verschlossenen, fast pedantischen Wesen fremd schien. Anscheinend unbeholfen, dabei ein orthodoxer Presbyterianer, war er im Krieg tollkühn, leistete in Märschen Unübertroffenes und wurde dennoch von seinen Truppen vergöttert. Im April 1861 organisierte er als Oberst ein Regiment und übernahm bald darauf als General den Befehl über das Beobachtungskorps bei Harper's Ferry. Die erste