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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Jacksonville; Jackstag; Jacmel; Jacob; Jacobi

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Jacksonville - Jacobi.

Schlacht bei Bull-Run (21. Juli 1861) entschied J. zu gunsten des Südens, indem er mit großer Kühnheit seine Brigade zur Unterstützung des hart bedrängten Generals Beauregard heranführte. Damals erwarb er sich den ehrenden Beinamen Stonewall ("Steinwall"). Gegen Ende 1861 zum Generalmajor befördert, behauptete er bis zum Frühling 1862 das wichtige Shenandoahthal. Durch den General Fremont ward er jedoch zum Rückzug genötigt, 8. Juni bei Croß Keys erreicht und geschlagen, aber nicht am Entkommen gehindert. In der siebentägigen Schlacht vor Richmond errang J. 27. Juni bei Gaines Mills gegen Porter den Sieg, ward aber in die Niederlage von Malvernhill 1. Juli hineingezogen. Im August 1862 führte er am Rapidan und Rappahannock die Vorhut Lees und entschied auch den zweiten Schlachttag von Bull-Run für den Süden. Während der Leeschen Expedition in Maryland nahm er, wieder der Führer der Avantgarde, 14. Sept. Harper's Ferry. Bei Antietam richtete sich der Hauptangriff wider seine Stellung, während er bei Fredericksburg den rechten Flügel führte, den Übergang Franklins über den Rappahannock vereitelte und dadurch eigentlich wieder den Sieg entschied. So bedeutende Leistungen trugen ihm die Ernennung zum Generalleutnant ein, der er 2. Mai 1863 bei Chancellorsville alle Ehre machte. Am Abend kehrte er mit seinem Stab von einer Rekognoszierung ins Lager zurück; ein südcarolinisches Regiment hielt die Ankommenden für Feinde, gab Feuer und verwundete J. zum Tod, welcher 10. Mai 1863 in Guinea's Station eintrat. Er war der populärste, gefeiertste General der Konföderierten. Vgl. Cooke, Stonewall J., a military biography (New York 1866); Dabney, Life of T. J. J. (das. 1866, 2 Bde., und Auszug in 1 Bd.).

3) John Adams, amerikan. Bildhauer, geb. 1825 zu Bath (Maine), erhielt seinen ersten Unterricht in der Kunst durch Johnston in Boston, begann darauf in Paris 1851 seine bildnerische Thätigkeit mit einigen Porträtbüsten und arbeitete in diesem Fach mit großem Erfolg, bis er 1828 nach New York ging und sich nun auch der idealen Bildnerei zuwandte. Als er 1860 mit der Anfertigung eines Denkmals für den Nordpolfahrer Kane beauftragt wurde, fand das Modell allgemeinen Beifall und wurde in Florenz, wo J. jetzt lebt, in Bronze ausgeführt. Dort modellierte er eine Gruppe: Eva und der tote Abel (Marmorausführung in Philadelphia), die von der amerikanischen Kritik als ein Meisterwerk gepriesen wurde. Dann folgten eine Statue des Herbstes, ein bogenspannender Amor, Amor auf einem Schwan, die schuldige Fee, außerdem zahlreiche Porträtbüsten und Medaillons. 1869 entstand die Statue eines lesenden Mädchens; 1873 stellte er in Wien eine Statue, Musidora (nach Thomsons "Jahreszeiten"), aus. 1874 wurde sein ehernes Kriegerdenkmal in Lynn (Massachusetts) enthüllt, das die Stadtgöttin darstellt mit einem Lorbeerkranz in der Hand, am Postament die Gestalten der Gerechtigkeit und des Kriegs.

4) Abraham Revers, Frauenarzt, geb. 17. Juni 1827 zu Philadelphia, war bis 1870 Arzt in Strondsburg im Staat Pennsylvanien, siedelte dann nach Chicago über und gründete dort ein berühmtes Frauenspital. Er schrieb: "Removal of large urethro-vesicle calculus" (1858); "Successful removal of both ovaries" (1866); "Non-ovarian menstruation" (1870); "Vesico-vaginal fistula" (1871); "Treatment of uterine fibroids by the use of ergotine" (1874).

Jacksonville (spr. dschäcks'nwill), 1) hübsche Stadt im nordamerikan. Staat Illinois, Grafschaft Morgan, 48 km westlich von Springfield, mit Irren-, Taubstummen- und Blindenanstalt, einem 1830 gegründeten College und andern höhern Schulen und (1880) 10,927 Einw. -

2) Bedeutendste Stadt im nordamerikan. Staat Florida, am St. Johnsfluß, 40 km oberhalb dessen Mündung, mit (1880) 7650 Einw. (darunter 3658 Farbige). J. hat Sägemühlen und lebhaften Holzhandel. Ausfuhr (1885) 35,809, Einfuhr 18,206 Doll.

Jackstag, Eisenstange an der obern vordern Seite längs der Raaen zur Befestigung der Segel.

Jacmel (spr. scháckmel), Stadt an der Südküste der Negerrepublik Haïti, mit gutem Hafen und 5000 Einw. Die Ausfuhr besteht namentlich aus Kaffee, Blauholz, Baumwolle, Orangenschalen und erreichte 1885 einen Wert von 1,038,960 Piaster, wogegen sich die Einfuhr auf 560,454 Piaster belief. Unter 125 eingelaufenen Schiffen waren 13 deutsche. J. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Jacob (spr. scha-), 1) Alexandre André, unter dem Namen Erdan bekannter franz. Schriftsteller, geb. 1826 zu Angle (Vienne) als der natürliche Sohn eines hohen Geistlichen, studierte auf dem Seminar St.-Sulpice in Paris, wandte sich aber bald der Schriftstellerlaufbahn zu. Ein heftiger Gegner der Klerikalen, schrieb er das Werk "La France mystique, ou tableau des excentricités religieuses de ce temps" (1855, 2 Bde.; 3. Ausg., Amsterd. 1860), das ihm eine Verurteilung zu Gefängnishaft zuzog. Er flüchtete nach der Schweiz, wo er in Chaux de Fonds eine Zeitung: "Le National Suisse", begründete, wandte sich zwei Jahre später nach Florenz und von da nach Rom, wo er als Korrespondent des "Siècle" und andrer Zeitungen thätig war. Er starb 24. Sept. 1878 in Frascati. Von seinen Schriften sind noch die "Petites lettres d'un républicain rose" (1848) zu nennen. -

2) "Bibliophile", Pseudonym für Jean Paul Lacroix (s. d.).

Jacobi (Jakobstag), s. Jakobi.

Jacobi, 1) Johann Georg, Dichter, geb. 2. Sept. 1740 zu Düsseldorf, widmete sich in Göttingen dem Studium der Theologie und Philologie, insbesondere auch der Lektüre englischer, italienischer und spanischer Schriftsteller, habilitierte sich 1765 zu Halle als Professor der Philosophie und Beredsamkeit und trat hier mit Gleim in ein inniges Freundschaftsverhältnis. Durch diesen erhielt er 1769 eine Stiftsstelle in Halberstadt. In Düsseldorf, wohin er sodann übersiedelte, gab er unter Gleims Mitwirkung seine "Iris" (1774-76, 8 Bde.), eine Zeitschrift für das schöne Geschlecht (mit Beiträgen von Goethe, F. H. Jacobi, Lenz, Heinse, Sophie La Roche u. a.), heraus. 1784 folgte er einem Ruf Josephs II. als Professor der schönen Wissenschaften nach Freiburg i. Br., wo er 4. Jan. 1814 starb. Eine von ihm selbst veranstaltete Ausgabe seiner sämtlichen Werke erschien Zürich 1807-13, 7 Bde. (neue Aufl. 1825, 4 Bde.), dazu als 8. Band: "Leben J. G. Jacobis, von einem seiner Freunde" (A. v. Ittner, das. 1822). J. hatte sich nach französischen Mustern, vornehmlich Gresset und Chaulieu, gebildet und erhob sich erst in seinen spätern Jahren in seinen Gedichten zu selbständigerer, männlich kräftiger Haltung. "Ungedruckte Briefe von und an J. G. J." veröffentlichte Martin (Straßb. 1874). Vgl. Rotteck, Gedächtnisrede auf J. (Freiburg 1814).

2) Friedrich Heinrich, Philosoph und Schriftsteller, Bruder des vorigen, geb. 25. Jan. 1743 zu Düsseldorf, widmete sich nach dem Willen seines Vaters dem Handelsstand. Von Kindheit an war er, wie er selbst an Merck schrieb, "Schwärmer, Phantast,