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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Jacobsen; Jacobson

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Jacobsen - Jacobson.

"Delectus epigrammatum graecorum" (Gotha 1826), von Älians "De natura animalium" (Jena 1832, 2 Bde.). Von seinen Übersetzungen sind zu nennen: die des Vellejus (Leipz. 1793), der "Atheniensischen Briefe" (a. d. Engl. mit Anmerkungen, das. 1799-1800, 2 Bde.), einer Auswahl griechischer Epigramme unter dem Titel: "Tempe" (das. 1803, 2 Bde.), der "Staatsreden, nebst der Rede für die Krone des Demosthenes" (das. 1805, 2. Aufl. 1833); Beiträge zu Osianders und Schwads sowie zu Klotz' Übersetzungswerken. Außerdem lieferte er Beiträge zu der "Bibliothek der alten Litteratur und Kunst", zu den als Nachträge zu Sulzers "Theorie der schönen Wissenschaften" erschienenen "Charakteren der vornehmsten Dichter aller Nationen" (Leipz. 1793-1803, 7 Bde.), zu Wielands "Attischem Museum", das er mit Wieland und Hottinger herausgab (Zür. 1802-1810), zu Wolfs "Litterarischen Analekten" etc., endlich "Beiträge zur ältern Litteratur oder Merkwürdigkeiten der öffentlichen Bibliothek zu Gotha", mit Ukert (Leipz. 1835-43, 3 Bde.). Seine "Vermischten Schriften", von denen der 7. Band die Selbstbiographie J.' unter dem Titel: "Personalien" (2. Aufl. 1848) enthält, erschienen Gotha und Leipzig 1823-1844, 8 Bde.; dazu als 9. Band "J.' Briefwechsel mit Franz Göller" (hrsg. von Düntzer, das. 1862). Vielfach aufgelegt und nachgeahmt ward sein "Elementarbuch der griechischen Sprache" (Jena 1805 ff., 4 Bde.). Seine belletristischen Schriften, unter denen "Allwin und Theodor", "Rosaliens Nachlaß", "Feierabende in Mainau", "Die beiden Marien" etc. am bekanntesten sind, zeichnen sich durch lebendige Schilderung der Charaktere und Situationen aus. Sie erschienen gesammelt unter den Titeln: "Auswahl aus den Papieren eines Unbekannten" (Leipz. 1818-22, 3 Bde.); "Ährenlese aus dem Tagebuch des Pfarrers zu Mainau" (das. 1823-25, 2 Bde.); "Schule für Frauen" (das. 1827-29, 7 Bde.); "Erzählungen" (das. 1824-37, 7 Bde.); "Schriften für die Jugend" (das. 1842-44, 3 Bde.). Aus seinem Nachlaß veröffentlichte Wüstemann "Hellas" (Berl. 1852), eine Ausarbeitung der 1808-1809 dem Kronprinzen Ludwig von Bayern gehaltenen Vorträge. Vgl. Wüstemann, Fr. Jacobsi laudatio (Gotha 1847).

2) Paul Emil, Maler, Sohn des vorigen, geb. 1803 zu Gotha, erhielt seine künstlerische Bildung auf der Münchener Akademie und machte sich zuerst durch einen Karton: Merkur, den Argus überlistend, bekannt. Im J. 1824 begab er sich nach Rom, wo er durch eine Auferweckung des Lazarus Aufsehen erregte. 1836 malte er eine Reihe Geschichtsbilder im Schloß zu Hannover. Seine Meisterschaft in der Wiedergabe des Nackten und der Modellierung bekundete er besonders in der Darstellung eines Sklavenmarktes sowie in dem schlafenden und dem wachenden nackten Knaben. Graziöse Darstellungen des weiblichen Körpers sind die Griechin bei der Toilette und die zitherspielende Türkin. Ausgezeichnet durch Lichteffekt ist sein Bild aus "Tausendundeiner Nacht", die Scheherezade in dem Augenblick darstellend, wo das Licht zuerst das Gemach erhellt. Auch als Bildnismaler war J. hervorragend; von ihm selbst lithographiert sind die Porträte Goethes, Bretschneiders, Rosts, Dörings, seines Vaters u. a. Er starb 6. Jan. 1866 in Gotha.

3) Jakob Albert Michael, belg. Maler, geb. 19. Mai 1812 zu Antwerpen, konnte sich, anfangs für die Buchdruckerei bestimmt, erst später der Kunst ganz widmen und bildete sich hauptsächlich durch Galeriestudien. Mit Schiffen belebte Marinen und über Felsen wild dahinbrausende Wasserfälle gelangen ihm besonders. 1847 machte er eine Studienreise nach Deutschland, nachdem er schon früher den Orient, Ägypten, Konstantinopel und Norwegen besucht hatte. In Deutschland befinden sich von ihm in der Berliner Nationalgalerie: griechische See, von 1848; in der Neuen Pinakothek zu München: der Schiffbruch des Schiffs Floridian an der Küste von Essex 28. Febr. 1848, ein Sonnenaufgang im Archipel, von 1852, und die Ansicht eines Teils des Seehafens bei Konstantinopel. Er starb 9. Dez. 1879 in Antwerpen.

Jacobsen, 1) Sophus, Maler, geb. 7. Sept. 1833 zu Frederikshald in Norwegen, lebt seit 1853 in Düsseldorf, wo er bis 1855 Schüler von Gude war. Verschiedene Studienreisen in Norwegen, Italien und Deutschland lieferten ihm Motive zu trefflichen Bildern, die sich überall Beifall erwarben. Zuerst behandelte er mit Vorliebe die Gegenden seiner Heimat in Tages- oder Mondscheinbeleuchtung, dann wandte er sich mehr den Herbst- und Winterlandschaften im deutschen Charakter zu. In allen erfreut die Wahrheit der Stimmung und eine echt künstlerische, breite und doch gediegene Darstellungsweise. Seine Gemälde finden meist in Amerika und in seiner Heimat Absatz.

2) Jens Peter, dän. Schriftsteller, geb. 7. April 1847 zu Thisted in Jütland, studierte Botanik und gewann die Preismedaille der Universität für eine Abhandlung über Tangarten. Er wurde ein fleißiger Mitarbeiter der "Neuen dänischen Monatsschrift" und übersetzte Darwins Hauptwerke: "Über den Ursprung der Arten" und "Die Abstammung des Menschen". Darauf sich mehr der Belletristik zuwendend, veröffentlichte er die Novellen: "Mogens" (1872) und "Et Skudd i Taagen" ("Ein Schuß im Nebel", 1875), welche scharfe Beobachtungsgabe und einen Blick für das menschliche Seelenleben verraten. Diese Fähigkeiten entfaltete er in glänzendster Weise in dem kulturgeschichtlichen Roman "Fru Marie Grubbe" (1876, 3. Aufl. 1882), einem meisterhaften Charakterbild der Gesellschaftsklassen Dänemarks im 17. Jahrhundert. Sein letztes Werk war der Roman "Niels Lyhne" (1880, 2. Aufl. 1885), der Ausdruck der modernen negativen Weltanschauung, aber an Schärfe der Charakteristik seinem Vorgänger nicht nachstehend. J. hat wiederholt Deutschland und Italien besucht; er starb 30. April 1885. Eine Sammlung seiner Gedichte erschien 1887.

Jacobson, 1) Heinrich Friedrich, kirchenrechtlicher Schriftsteller, geb. 8. Juni 1804 zu Marienwerder, studierte in Königsberg, Göttingen und Berlin und habilitierte sich zu Königsberg, wo er 1831 eine außerordentliche, 1836 eine ordentliche Professur der Rechte erhielt. Seine schriftstellerische Thätigkeit wandte sich fast ausschließlich dem Kirchenrecht zu, indem er sich bemühte, die theologische und die juristische Seite dieser Disziplin zu verbinden und auf historischer Grundlage ein System des gemeinen und preußischen Kirchenrechts aufzubauen. Wir erwähnen von ihm die "Kirchenrechtlichen Versuche" (Königsb. 1831-33, 2 Bde.) und die "Geschichte der Quellen des Kirchenrechts des preußischen Staats" (das. 1837-44, 3 Bde.), welche Vorarbeit in seinem Hauptwerk: "Das evangelische Kirchenrecht des preußischen Staats und seiner Provinzen" (Halle 1864-1866, 2 Abtlgn.), ihren Abschluß fand. Auch an den kirchlichen Bewegungen der Zeit, so an der Frage über die gemischten Ehen (1835), über die Kniebeugung der Protestanten in Bayern (1844), über die Ruppsche Angelegenheit (1846), beteiligte er sich in