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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Jahrbücher - Jakob.

net man bisweilen die Umlaufszeit des Frühlingspunktes in der Ekliptik, ungefähr 26,000 Jahre. Mondjahr ist die Zeit von zwölf synodischen Monaten, dasselbe ist um beiläufig 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr (s. Kalender). Das bürgerliche J. unterscheidet sich von dem Sonnenjahr dadurch, daß es eine ganze Zahl von Tagen hat; das von Julius Cäsar eingeführte bürgerliche J. wird das Julianische J. genannt. Vgl. Chronologie, Kalender und Kirchenjahr.

Jahrbücher, Bücher, in welchen allerlei Denkwürdigkeiten während des laufenden Jahrs aufgezeichnet werden; auch Bücher, worin geschichtliche Notizen aus früherer Zeit nach der Folgereihe der Jahre zusammengestellt sind (vgl. Annalen, Chronik, Fasti); endlich Titel periodisch erscheinender Schriften sowie der in annalistischer Form abgefaßten quellenmäßigen Bearbeitungen der deutschen Geschichte des Mittelalters ("J. der deutschen Geschichte"), welche die Historische Kommission in München herausgibt.

Jahresrente, s. Rente.

Jahresring, s. v. w. Holzring (s. Holz, S. 669).

Jahreszeiten, die vier Teile, in welche das tropische Jahr nach dem Stande der Sonne geteilt wird. Da die Ekliptik den Äquator zweimal schneidet, so befindet sich die Sonne auch jährlich zweimal im Äquator; dies geschieht am 20. oder 21. März und am 22. oder 23. Sept.: Frühlings- und Herbstanfang (Aequinoctium). Bei ihrer größten nördlichen Abweichung vom Äquator erreicht die Sonne am 21. oder 22. Juni den Wendekreis des Krebses (Sommersonnenwende, Solstitium aestivum), während sie bei ihrer größten südlichen Abweichung am 21. oder 22. Dez. bis zum Wendekreis des Steinbockes (Wintersonnenwende, Solstitium brumale) gelangt. Ihr Eintritt in den erstern bezeichnet auf der nördlichen Halbkugel den Anfang des Sommers, ihr Eintritt in den letztern ebendaselbst den Beginn des Winters. Auf der südlichen Halbkugel der Erde ist das Verhältnis umgekehrt. Schon Kopernikus erkannte, daß der Wechsel der J. dadurch bedingt wird, daß die Rotationsachse der Erdkugel gegen die Ebene der Erdbahn unter einem Winkel von 66° 32' geneigt ist und dabei eine immer sich gleich bleibende (sich selbst parallele) Stellung behält. Dadurch wird im Lauf eines Jahrs die verschiedene Länge des Tags sowie die verschiedene Mittagshöhe der Sonne und infolge dieser beiden Umstände auch die verschiedene Erwärmung der Erdoberfläche durch die Sonne hervorgebracht. Zur Zeit der Äquinoktien dauert der Tag 12 Stunden, und die Sonne erreicht im mittlern Deutschland eine Mittagshöhe von 40°. Zur Zeit des längsten Tags (auf der nördlichen Halbkugel am 21. Juni) dauert der Tag im mittlern Deutschland 16 Stunden, und die Sonne erreicht eine Mittagshöhe von 63½°, während zur Zeit des kürzesten Tags (auf der nördlichen Halbkugel am 21. Dez.) der Tag im mittlern Deutschland 8 Stunden dauert und die Sonne eine Mittagshöhe von nur 16½° erreicht. Vgl. Erde (besonders S. 745) und Lufttemperatur.

Jahrgebung (Großjährigkeitserklärung), die Erteilung der Venia aetatis (s. Alter, S. 420).

Jahrhundert, Zeitraum von 100 abgeschlossenen Jahren, wird nach einem großen geschichtlichen Ereignis bestimmt, z. B. die Jahrhunderte nach Christi Geburt, nach der Hedschra etc. (vgl. Ära). Jedes die Jahreszahl 100 führende Jahr ist das Schlußjahr eines Jahrhunderts oder ein Säkularjahr, und jede Jahrhundertsfeier fällt auf den ersten Tag der mit 1 neubeginnenden Jahreszahl. Vgl. Säkularfeier.

Jahrmarkt, s. Markt.

Jahr und Tag, mittelalterlicher Rechtsbegriff, dadurch entstanden, daß man der Jahresfrist noch eine nach der lokalen Praxis bald größere, bald kleinere Anzahl von Tagen beifügte. In Sachsen wurde dem Jahr die sogen. sächsische Frist hinzugefügt, welche 6 Wochen und 3 Tage betrug, indem sie aus der Verdreifachung der ursprünglichen Gerichtsfrist von 14 Tagen erwachsen war. J. ist also in den Ländern sächsischen Rechts eine Frist von 1 Jahr, 6 Wochen und 3 Tagen.

Jahrvogel, s. Nashornvogel.

Jahrzeit (Jahrgedächtnis), bei den Israeliten Bezeichnung für den Sterbetag der Eltern, an dessen Wiederkehr zur Erinnerung an dieselben ein Licht (Jahrzeitlicht) angezündet, in der Synagoge beim Gottesdienst von den Söhnen das Kaddisch (s. d.) gesprochen wird und die Gräber besucht werden.

Jahveh, s. Jehovah.

Jaïk, Fluß, s. Ural.

Jailagebirge, Gebirge in der Krim (s. d.).

Jaintia Hills, s. Khassia- u. Dschaintiaberge.

Jais (franz., spr. schäh, auch Jayet), s. Gagat.

Jaiwa, linker Nebenfluß der Kama im russ. Gouvernement Perm, mündet nach 260 km langem Lauf unterhalb Solikamsk. An seinen Ufern finden sich viele Gruben mit Kupfersanderz.

Jajce (spr. jaitze), befestigte Bezirksstadt in Bosnien (Kreis Travnik), liegt malerisch an der Pliva, die mitten in der Stadt bei ihrer Mündung in den Vrbas einen 25 m hohen Wasserfall bildet. J., einer der interessantesten Orte Bosniens, ist terrassenförmig gebaut, hat ein altes Schloß, 8 Moscheen, (1885) 3706 mohammedanische und kath. Einwohner, ein Bezirksgericht und war einst Residenz der serbischen Könige.

Jak, s. v. w. Yak.

Jakarandaholz, s. Jacaranda.

Jakholz (Jacqueiraholz, Jakwood, fälschlich auch Orangeholz, Kuthul), das Holz von Artocarpus integrifolia, mit groben, krummen Fasern, ist frisch gelb, später braunrötlich, mahagoniähnlich, wird als Möbel- oder Bauholz, auch zu Bürstenrücken viel verarbeitet.

Jako, s. Papageien.

Jakob (hebr., "Fersenhalter", auch Israel genannt), Stammvater der Israeliten, zweiter Sohn Isaaks und der Rebekka, jüngerer Zwillingsbruder Esaus, durch seine zwölf Söhne Stammvater des israelitischen Volkes. In dem bekannten Bilde, das die biblische Geschichte von J. entwirft, wird zunächst der sanfte, ängstliche und vorsichtig berechnende Hirt dem männlich trotzigen, leichtblütigen, biedern Jägersmann entgegengestellt, d. h. der isralitische ^[richtig: israelitische] Volkscharakter dem edomitischen. Wie aber das ältere Volk von dem später in Ägypten herangewachsenen überholt wurde, so hat der Nachgeborne den Esau um sein Erstgeburtsrecht gebracht. Auch die folgende Geschichte Jakobs ist ganz so gehalten, daß man leicht erkennt, wie der sich entwickelnde Volkscharakter mit seinen schönen und unschönen Zügen sich in diesem Bild als Persönlichkeit erfaßt und gleichsam im Spiegel betrachtet hat, daher auch der Name des Volkes selbst (Israel) schon auf J. übertragen und motiviert wird. Vgl. Bernstein, Ursprung der Sagen von Abraham, Isaak und J. (Berl. 1871).

Jakob (J. von Nisibis), Heiliger, angeblich Neffe des St. Gregorius, lebte erst als Einsiedler, ward dann in seiner Vaterstadt Nisibis Bischof und vertrat