Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Javea; Javellesche Lauge; Jawer; Jaworow; Jaworzno; Jaxártes; Jaxt; Jay; Jazént; Jazeran; Jazlowiec; Jazma; Jazýgen

182

Javea - Jazygen.

schließt, edierte P. van den Broek, das. 1868). Eine Prosa-Umarbeitung des kawischen "Râmâyana" unter dem Titel: "Rama" sowie auch des "Ardjuna-Sasra" und des "Brata-yuda" lieferte Winter (Amsterd. 1845). Angeblich aus dem Kawi entlehnt ist "Manik-Maya", ein Gedicht kosmogonischen und mythologischen Inhalts (hrsg. von de Hollander, Batav. 1852). Unter den ursprünglich javanischen Werken sind hervorzuheben die "Babads", umfangreiche Chroniken, die meist in gebundener Rede abgefaßt sind. Bis jetzt sind nur einzelne im Druck erschienen, nämlich: "Babad Padjadjaran", "Babad Demak", "Babad Padjang", "Babad Mataram" (Surakarta 1870-75) und "Babad tanah Djawi", in Prosa (hrsg. von Meinsma, Haag 1874). Werke, die zu der Gattung historischer Romane gerechnet werden können, sind: "Damar Wulan" (Samarang 1873; in einem Prosaauszug von Winter, Batav. 1857); ferner der legendenartige "Adji-Saka" (in prosaischer, kürzerer Fassung hrsg. von Gaal und J. ^[Taco - ?] Roorda, Amsterd. 1844); "Geschichte des Angling-Darma" (hrsg. von Winter, Batav. 1853). Eine Art historischen Romans auf der Grundlage muselmanischer Überlieferung ist die in Prosa abgefaßte Geschichte von Moses und König Pharao, der "Radja Pirangon" (hrsg. von J. Roorda, Haag 1844). Mit der dramatischen Litteratur hat es eine eigne Bewandtnis. Der Stoff der theatralischen Aufführungen (Wayang), die verschiedener Art sind, bald den sogen. chinesischen Schattenspielen gleichen, bald Maskenspiele, seltener wirkliche Schauspiele sind, ist alten epischen Dichtungen, indischen und einheimischen, entlehnt. Die äußerst zahlreichen Texte zu diesen Wayang leben größtenteils nur im Gedächtnis derer, die sie vortragen und darstellen (dalang), fort. Von den schriftlich aufgezeichneten sind herausgegeben: der Wayang "Pregiwa" (von Willens, Batav. 1846); "Palasara" und "Pandu" (beide von Roorda, Haag 1869); die Texte der sechs Schauspiele aus dem Wayang "Purwa" (hrsg. von te Mechelen u. Wreede in den "Verhandelingen van het Batav. Genootschap", Teil 43 u. 44); "Abiasa" (hrsg. von Humme, Haag 1878). Fast ebenso beliebt wie der Waygang ^[richtig: Wayang] ist bei den Javanern die Tierfabel; zu dieser letzten Gattung gehört das witzige Gedicht von dem "Kantjil" (hrsg. von P. van den Broek, Haag 1878). Noch größer ist die Zahl von aufgeschriebenen verkürzten Darstellungen der Stoffe jener Wayang in erzählender Form, von denen auch mehrere gedruckt sind, unter andern die Geschichte des "Raden Pandji" (hrsg. von Roorda, Haag 1869) und "Drie-en-twintig schetsen van Wayangstukken (Lakons)" (hrsg. von te Mechelen, Batav. 1879). Unter den javanischen Geistesprodukten der neuesten Zeit ist rühmlich hervorzuheben die Reisebeschreibung von Purwa Lelana ("Lampahlampahannipun Raden Mas Arya Purwa Lelana", Batav. 1865). Von den einheimischen Gesetzbüchern (Angger) sind mehrere von Roorda (Amsterd. 1844) und Keyser (Haag 1853) herausgegeben worden. Viel Verdienst um das Studium der javanischen Sprache und Litteratur haben sich in Java selbst Winter, Wilkens und te Mechelen erworben; in Europa wird dasselbe besonders in Holland betrieben. Als Hauptforscher sind zu nennen T. Roorda, A. B. Cohen Stuart, de Hollander Meinsma, P. van den Broek; außerdem der Franzose Favre, der Deutsche Rost.

Javea (spr. chhawea), Stadt in der span. Provinz Alicante, an einer kleinen Bai des Mittelmeers, in welche hier der Küstenfluß J. mündet, hat alte Mauern und Türme und (1878) 6331 Einw., welche Export von Rosinen, Wein und Mandeln und Fischerei betreiben.

Javellesche Lauge, s. Eau de Javelle.

Jawer (pers.), Adjutant in der türk. Armee mit dem Rang eines Majors oder Hauptmanns.

Jaworow, Stadt im westlichen Galizien, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, mit 2 Vorstädten, einem Basilianer-Nonnenkloster, gutem Getreidebau, Bierbrauerei und (1880) 9159 Einw. Die Stadt war einst der Lieblingsaufenthalt Johann Sobieskis, der hier die Glückwünsche des Papstes und der Republik Venedig wegen des bei Wien erfochtenen Siegs über die Türken empfing. Hier ließ sich auch Peter d. Gr. auf der Durchreise mit Katharina I. trauen.

Jaworzno, Dorf in Galizien, Bezirkshauptmannschaft Chrzanow, hat eine Glashütte und (1880) 5131 Einw. In der Umgebung Steinkohlenbergbau (Jahresausbeute bei J. über 3, bei Siersza über ½ Mill. metr. Ztr.), Galmeigruben und Zinkhütten (zu Niedzieliska und Siersza mit einer Produktion von 15,000 metr. Ztr. metallischem Zink und 20,000 metr. Ztr. Zinkweiß).

Jaxártes, im Altertum Name des Flusses Sir Darja (s. d.) in Turkistan.

Jaxt, Fluß, s. Jagst.

Jay (spr. schä), Antoine, franz. Schriftsteller, geb. 20. Okt. 1770 zu Guitres (Gironde), studierte die Rechte, wurde Advokat und unternahm 1795 eine Reise in die Vereinigten Staaten. Nach seiner Rückkehr 1802 übernahm er den Unterricht der Kinder des Ministers Fouché. Seine Lösung der von der französischen Akademie 1806 aufgegebenen Preisaufgabe: "Tableau littéraire du XVIII. siècle" erhielt 1810 die Hälfte des zuerkannten Preises und sein "Éloge de Montaigne" 1812 das Accessit. In diesem Jahr war er Hauptredakteur des "Journal de Paris", auch gab er den "Glaneur" oder "Essais de Nicolas Freeman" heraus. 1813 erhielt er die Professur der Geschichte am Athenäum, und während der Hundert Tage war er für das Departement der Gironde Mitglied der Deputiertenkammer. Nach der zweiten Restauration gab er seine "Histoire du ministère du cardinal Richelieu" (1815, 2 Bde.) heraus und nahm seitdem neben Etienne teil an der Redaktion des "Constitutionnel" und der von ihm 1818 gegründeten "Minerve". Die liberale Tendenz der von ihm, Jouy, Arnauld und Norvins vertretenen "Biographie des contemporains" zog ihm und Jouy eine Gefängnisstrafe in Ste.-Pélagie zu. Während der Dauer derselben verfaßten sie: "Les hermites en prison, ou consolations de Sainte-Pélagie" (1823, 2 Bde.). Noch sind zu erwähnen seine "OEuvres ^[Œuvres] littéraires" (1831, 4 Bde.). Nach der Julirevolution wurde J. zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der französischen Akademie gewählt. Er starb 9. April 1854 in Chambreville.

Jazént (lat., "liegend"), herrenlos, verlassen.

Jazeran (Jaseran, franz., spr. schas'rang), eine Art Panzerhemd, s. Rüstung.

Jazlowiec (spr. jaslówjetz), Marktflecken in Galizien, Bezirkshauptmannschaft Buczacz, hat ein Bezirksgericht, ein Nonnenkloster mit Erziehungsanstalt, eine Kaltwasserheilanstalt, alte Befestigungswerke und (1880) 3166 Einw.

Jazma (türk.), dünnes, grell gefärbtes Kopftuch der Orientalen, wurde früher namentlich in Brussa fabriziert; jetzt meist österreichisches Fabrikat.

Jazýgen, im Altertum ein sarmatischer (slawischer) Volksstamm, der, am Nordufer der Palus Maeotis