Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Jellinek; Jelling; Jellit; Jelna; Jelschau; Jemappes; Jemba; Jemen; Jemtland; Jena

190

Jellinek - Jena.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Jellachich de Bužim'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 2)

chat gegen die Ungarn. Im Winterfeldzug von 1848 bis 1849 leitete er die Bewegungen, welche zur Besetzung von Raab, Pest und Ofen führten. Im März 1849 zum Feldzeugmeister ernannt und beauftragt, seine Truppen mit der zusammengeschmolzenen Südarmee zu vereinigen und die Operationen im Süden zu leiten, drängte er zwar die Ungarn unter Bem über die Römerschanze und den Franzenskanal zurück und besetzte die Bacska, sah aber seinen Angriff auf die überlegene ungarische Armee bei Hegyes 14. Juli 1849 mit Verlust zurückgeschlagen und sich zum Rückzug gezwungen. Nach Beendigung des Kampfes kehrte er nach Agram zurück; wo er seitdem die Würde des Bans und Zivil- und Militärgouverneurs von Kroatien und Slawonien bekleidete. Im Februar 1853 erhielt er den Oberbefehl über das wegen der Unruhen in Montenegro an der untern Donau zusammengezogene Heer und ward im April 1854 in den erblichen Grafenstand erhoben. In tiefe Gemütsverstimmung verfallen, starb er 20. Mai 1859 in Agram. Auch als Dichter hat er sich bekannt gemacht. Seine »Gedichte«, darunter viele Soldatenlieder, erschienen Wien 1851.

Jellinek, 1) Adolf, jüd. Gelehrter, geb. 26. Juni 1821 zu Drslowitz bei Ungarisch-Brod in Mähren, widmete sich auf der Prager Universität und seit 1842 in Leipzig orientalischen, talmudischen und philosophischen Studien und ward 1845 Prediger bei der israelitischen Gemeinde daselbst, ging 1856 als Prediger nach Wien, woselbst er auch als Präsident des Beth ha Midrasch, einer Lehranstalt für talmudische Wissenschaft, wirkt. Er gehört der Partei des gemäßigten Fortschritts im Judentum an und zählt zu den bedeutendsten israelitischen Gelehrten und Kanzelrednern der Gegenwart. Außer Predigten veröffentlichte er: »Sefat Chachamim, oder Erklärung der in den Talmuden etc. vorkommenden persischen und arabischen Wörter« (Leipz. 1846, Nachtrag 1847); eine Einleitung zu Bachjas »Chobot-ha-Lebabot« (das. 1846); Ausgaben der religiösen Gedichte Salomo Ibn Gabirols, des Wörterbuchs »Maarich« von Menachem Lasano (das. 1853) etc.; als Früchte seiner kabbalistischen Studien außer der Übersetzung von Francks Werk über die Kabbala (das. 1844): »Beiträge zur Geschichte der Kabbala« (das. 1851-52, 2 Hefte), »Moses ben Schem-Tod de Leon etc.« (das. 1851) und eine »Auswahl kabbalistischer Mystik« (das. 1852). Vgl. Jost, Adolf J. und die Kabbala (Leipz. 1852). Besondere Verdienste erwarb sich J. um die Herausgabe älterer Midraschim in der Sammlung »Beth-ha-Midrasch« (Leipz. u. Wien 1853-78, Bd. 1-6).

2) Hermann, Bruder des vorigen, bekannt durch seine Beteiligung an der Wiener Oktoberrevolution, geb. 22. Jan. 1823 zu Drslowitz, widmete sich ebenfalls theologischen Studien, wandte sich aber bald in Prag und seit 1842 in Leipzig der Philosophie zu. Hier 1847 wegen seiner Beteiligung an politischen und kirchlichen Parteikämpfen, dann auch aus Berlin ausgewiesen, wandte er sich beim Ausbruch der Märzrevolution nach Wien, wo er eine »Kritische Geschichte der Wiener Revolution« (Wien 1848) schrieb. Obwohl er nach dem Ausbruch der Oktoberrevolution sich nicht direkt am Widerstand gegen die Truppen beteiligt hatte, ward er dennoch vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt und 23. Nov. 1848 mit Becher standrechtlich erschossen. Von seinen Schriften sind »Die religiösen Zustände der Gegenwart oder Kritik der Religion der Liebe« (Zerbst 1847), »Uriel Acostas Leben und Lehre« (das. 1847) und »Kritisch-philosophische Schriften« (Leipz. 1849) zu nennen. ↔

Jelling, dän. Dorf in Jütland, Amt Veile, mit einem Schullehrerseminar, war einst ein Königshof und enthält noch jetzt (bei der Kirche) zwei berühmte Runensteine, einen von König Gorm dem Alten (s. d.) über seine Gemahlin Thyra und einen von Harald Blauzahn zu Ehren jener beiden, seiner Eltern. Gorm und Thyra haben an beiden Seiten der alten Kirche großartige Grabhügel, welche in diesem Jahrhundert geöffnet und untersucht worden sind.

Jellit, s. Granat.

Jelna, Kreisstadt im ruß. Gouvernement Smolensk, an der Desna, mit 3 Kirchen, einer Kreditbank, Tuchfabrikation und (1881) 5458 Einw. In der Umgegend Eisengruben. Die Bewohner des Kreises sind meistens Weißrussen.

Jelschau, s. Jolsva.

Jemappes (spr. schömapp), Fabrikort in der belg. Provinz Hennegau, Arrondissement Mons, an der Haine und der Eisenbahn Brüssel-Valenciennes, mit Industrieschule, Kohlengruben, Steingutfabriken, Glashütten, chemischen Fabriken u. (1885) 11,322 Einw. Hier 6. Nov. 1792 Sieg der Franzosen unter Dumouriez und dem damaligen General Egalité (nachmals König Ludwig Philipp) über die Österreicher unter dem Herzog Albrecht von Sachsen-Teschen und General Clerfait. Der Herzog von Sachsen-Teschen hatte mehrere Detachements entsenden müssen, nahm daher mit den ihm verbliebenen, noch aus 26,000 Mann bestehenden Truppen eine feste Höhenstellung bei J., um die versprochenen Verstärkungen zu erwarten, und wurde hier am Morgen des 6. Nov. von den Franzosen, welche gegen 50,000 Mann stark waren, heftig angegriffen. Der Kampf hatte mehrere Stunden ohne Entscheidung nur in einer fortwährenden Kanonade bestanden, als Dumouriez gegen Mittag den Befehl zum Angriff gab. Während er selbst die Redouten des linken, Thouvenot die des rechten Flügels erstürmte, nahm Ludwig Philipp im Zentrum das Dorf J. Die Österreicher zogen sich mit einem Verlust von 7000 Mann und 8 Kanonen über Mons zurück. Die Sieger hatten 4000 Mann eingebüßt. Infolge dieser Schlacht fiel das ganze österreichisch-belgische Land mit Brüssel und Lüttich in die Gewalt der Franzosen.

Jemba, Fluß, s. Emba.

Jemen, Landschaft, s. Arabien, S. 722.

Jemtland (Jämtland), Landschaft im Innern des nördlichen Schweden, welche mit der südlicher gelegenen Landschaft Herjeådalen (s. d.) und dem Kirchspiel Ytterhogdal (von Helsingland) das Jemtlands- oder Östersundslän, 52,218,7 qkm (948,4 QM.) groß mit (Ende 1884) 90,631 Einw., bildet. Dieses grenzt im W. an Norwegen, im N. an Westerbotten, im O. an Westernorrland und Gefleborg und im S. an Kopparberg. Es umfaßt das Gebiet des obern Ljusneelf, des Indalself und des Storsees und ist abwechselnd mit Bergen, Thälern, Seen und Flüssen, großen Wäldern und kleinen fruchtbaren Kulturstrecken bedeckt. Das ziemlich rauhe Klima hat sich in neuerer Zeit etwas gemildert, was man der Austrocknung vieler Sümpfe zuschreibt. Ackerbau und Viehzucht (ausgezeichnete Pferdezucht) sind die Hauptbeschäftigungen; demnächst betreibt man Handel, besonders mit Leder, Waldwirtschaft, Weberei, Bergbau auf Kupfer, Blei und Bergkristall, Jagd und Fischerei in den zahlreichen Landseen. Neuerdings wird J. von der Eisenbahn Stockholm-Drontheim durchschnitten. Die einzige Stadt Jemtlands ist Östersund.

Jena, Stadt im Großherzogtum Sachsen-Weimar, Verwaltungsbezirk Apolda, liegt, rings von hohen,