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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Jobber; Jobeljahr; Jobsiade; Jobst; Joch; Jochacker; Jochbaum; Jochbein; Jöcher; Jochmus; Joci causa; Jockey; Jocosa; Jocrisse

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Jobber - Jocrisse.

pheten Elisa zum Kampf gegen die Syrer, welche das Reich Israel wiederholt bedrängten, ermutigt, eroberte er das ostjordanische Gebiet zurück.

Jobber (spr. dsch-, Stock-J., von job, kleines lukratives Geschäft, Geschäftchen), engl. Bezeichnung desjenigen, der in Staatspapieren oder Aktien spekuliert, besonders wenn er dem Differenzgeschäft, der sogen. Agiotage oder dem Börsenspiel (stock-jobbing) obliegt. In einem gewissen Gegensatz dazu steht die Bezeichnung als Dealer (Händler), der zwar ebenso wie der J. kauft, um zu verkaufen, aber sein effektives Kapital dabei beschäftigt und zeitweise angelegt läßt. J. und Dealer stehen im Gegensatz zum Broker (Makler), der nicht für eigne Rechnung, sondern nur im fremden Auftrag Papiere kauft und verkauft. In Deutschland wird der Ausdruck J. nur im schlechten, verächtlichen Sinn zur Bezeichnung eines waghalsigen Börsenspielers im Gegensatz zum soliden Geschäftsmann gebraucht.

Jobeljahr, s. Jubeljahr.

Jobsiade, komisches Epos, s. Kortum.

Jobst, männlicher Name, s. Jodokus. ^[richtig: Jodocus.]

Joch, eine Reihe eingerammter, oberwärts mittels horizontal liegender Balken (Jochträger) verbundener Pfähle, z. B. Brückenjoch, Schleusenjoch; auch der Raum zwischen zwei Brückenjochen (s. Brücke, S. 497). In der Landwirtschaft heißt J. ein hölzernes Geschirr zum Anspannen der Zugochsen; daher ein J. Ochsen, s. v. w. ein Paar Ochsen. Auch bezeichnet das Wort so viel Ackerland, als mit zwei Ochsen in einem Tage gepflügt werden kann; daher s. v. w. Juchert (s. d.). J., das österreichische Flächenmaß, = 0,5764 Hektar. Vgl. Jugum. Gebirgsjoch heißt ein Bergrücken, der sich zwischen zwei größern Thälern hinzieht; die einzelnen Joche laufen in einem größern J. (Mitteljoch) zusammen. In der Botanik bezeichnet man mit J. (jugum) die einzelnen Blättchenpaare fiederförmig zusammengesetzter Blätter (s. Blatt, S. 1015), auch die vorspringenden Riefen auf dem Rücken der beiden Teilfrüchtchen der Umbelliferen (s. d.); in der Nautik eine kurze, nach beiden Seiten vom Steuer abstehende Ruderpinne (besonders bei Gigs gebräuchlich), an deren Enden mit Leder oder Segeltuch benähte kurze Taue befestigt sind, von denen der Bootssteuermann je eins in jeder Hand hält.

Jochacker, s. Juchert und Joch.

Jochbaum, s. v. w. Hainbuche, s. Hornbaum.

Jochbein, s. Schädel.

Jöcher, Christian Gottlieb, Gelehrter, geb. 25. Juli 1694 zu Leipzig, studierte seit 1712 daselbst erst Medizin, dann Philosophie, wurde 1730 ordentlicher Professor an der philosophischen Fakultät, 1742 Universitätsbibliothekar; starb 10. Mai 1758. Seine Schriften sind teils philosophische, teils Sammelwerke. Unter letztern nimmt den ersten Rang ein das "Allgemeine Gelehrtenlexikon" (Leipz. 1750, 4 Bde.), vermehrt von Dunkel (1755-60), von Adelung (1784-87), neu herausgegeben und fortgesetzt von Rotermund (Brem. 1810-22, 6 Bde.). Früher hatte J. das Menckensche "Kompendiöse Gelehrtenlexikon" in 2. und in 3. Auflage (1725 u. 1733) herausgegeben. J. war auch langjähriger Redakteur der Leipziger "Acta eruditorum". Eifriger Wolfianer, beherrschte er nicht bloß das Gebiet der theoretischen Philosophie, sondern war auch als Dozent ein vortrefflicher Redner.

Jochmus, August Giacomo J., Freiherr von Cotignola, deutscher Reichsminister, geb. 27. Febr. 1808 zu Hamburg, widmete sich anfangs dem Handelsstand und, da ihm dieser nicht zusagte, sodann zu Paris den militärischen Fachwissenschaften. 1827 ging er nach Griechenland und fand eine Anstellung als Hauptmann und Adjutant des Generals Church, sodann nach König Ottos Ankunft 1832 im Kriegsministerium. Durch die Ränke der nationalen Partei gegen die Deutschen vertrieben, begab er sich 1835 nach England, wo er sich der Fremdenlegion, welche der Königin Isabella zu Hilfe gesandt wurde, anschloß. In Spanien aber trat er bald definitiv in die Dienste der Christinos über und stieg in deren Reihen 1837 zum Brigadegeneral, sodann unter Espartero zum Generalstabschef der sogen. Nordarmee. Nach Beendigung des Bürgerkriegs (Ende 1838) begab er sich nach England und wurde von Palmerston nach Konstantinopel gesandt, um im Einvernehmen mit Lord Ponsonby den Feldzugsplan für den bevorstehenden Krieg in Syrien zu entwerfen. Im Juli 1840 begab er sich nach Syrien. Von der Pforte zum Divisionsgeneral und Pascha von zwei Roßschweifen (Ferik-Pascha), vom Admiral Stopford zum Chef des Generalstabs der vereinigten türkisch-englisch-österreichischen Streitkräfte ernannt, war er im November 1840 bei der Einnahme von Akka thätig. Im Dezember d. J. übernahm er den Oberbefehl über das türkische Operationsheer, den er bis Ende des Feldzugs (Februar 1841) führte. Er war darauf im Kriegsministerium zu Konstantinopel beschäftigt, bis ihn die Märzbewegungen von 1848 zur Rückkehr nach Deutschland veranlaßten. Der Erzherzog Johann als Reichsverweser verlieh ihm 17. März 1849 nach Gagerns Rücktritt aus dem Reichsministerium das Portefeuille des Auswärtigen und der Marine. Nach Auflösung des Reichsministeriums und dem Rücktritt des Erzherzogs Johann (Dezember 1849) zog er sich in den Privatstand zurück. Im Mai 1859 von der österreichischen Regierung zur Verwendung im Krieg bestimmt, trat er nicht mehr in Thätigkeit. Nach dem Frieden von Villafranca erhob ihn der Kaiser Franz Joseph in den Freiherrenstand. Ebenso ward er 1866 erst zum Feldmarschallleutnant ernannt, als der Krieg zu Ende war. 1853-55 und 1870-71 machte er Reisen um die Welt und zog sich dann nach Bamberg zurück, wo er 14. Sept. 1881 starb. Außer einigen Denkschriften geographisch-politischen Inhalts veröffentlichte er die Schrift "Der syrische Krieg und der Verfall des Osmanenreichs seit 1840" (Frankf. 1856). Seine "Gesammelten Schriften" (darunter die größere Ausgabe der erwähnten Schrift in englischer Sprache, 2 Bde., und der Briefwechsel des Erzherzogs Johann von Österreich) gab Thomas heraus (Berl. 1883-1884, Bd. 1-4).

Joci causa (lat.), des Scherzes halber.

Jockey (engl., spr. dschöcke), Diminutiv von Jock, s. v. w. John), Reitknecht, der die Pferde bei den Wettrennen reitet; dann jeder Liebhaber von Pferderennen, besonders Mitglied eines zu diesem Zweck gebildeten Vereins (Jockeyklub); auch s. v. w. Roßkamm oder Pferdehändler und daher gleichbedeutend mit Betrüger, Preller. Die Jockeys werden vor und nach dem Rennen gewogen, weil sie ein vorschriftsmäßiges Gewicht haben müssen: sind sie zu leicht, so wird das fehlende Gewicht durch Bleiplatten, welche in die Satteldeckentaschen geschoben werden, ausgeglichen.

Jocosa (lat.), scherzhafte Dinge, Possen.

Jocrisse (franz., spr. schokríß), lustige Figur der franz. Straßenkomödie, meist einen tölpischen Bedienten aus der Provinz vorstellend, der einen Taschenspieler etc. begleitet und das Publikum durch seine Possen ergötzt; auch eine komische Figur des Theaters,