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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Juba - Jublains.

wurde 16. Sept. 1871 zum Präsidenten auf vier Jahre proklamiert. Indes nun brachen gefährliche Aufstände aus, und J. starb noch vor Niederwerfung derselben 18. Juli 1872 am Schlagfluß. Am 23. Juli fand sein imposantes Begräbnis statt; der Kongreß beschloß für ihn besondere Ehrenbezeigungen.

Juba, afrikan. Fluß, s. Dschubb.

Juba, König von Numidien, Sohn Hiempsals II., eines Urenkels des Masinissa, stand im Kampf zwischen Cäsar und Pompejus auf der Seite des letztern, der seinen von Marius verjagten Vater wieder eingesetzt hatte. Als Cäsars Legat Gajus Scribonius Curio 49 v. Chr. mit 2 Legionen und 500 Reitern in Afrika gelandet war, wurde er von J. in einen Hinterhalt gelockt und mit dem größten Teil seiner Truppen niedergemacht. Nach der Niederlage der Pompejaner bei Thapsos (46) suchte er sich durch die Flucht zu retten, machte aber, da ihn weder Cato in Utica noch die Stadt Zama, wo er seine Familie und seine Schätze untergebracht hatte, aufnahm, seinem Leben freiwillig ein Ende. Sein Land ward von Cäsar größtenteils in eine römische Provinz verwandelt. - Sein Sohn Juba II. ward nach dem Sturz seines Vaters von Cäsar nach Rom gebracht und daselbst erzogen, später von Oktavian wieder mit einem Teil seines väterlichen Reichs belehnt und mit Kleopatra Selene, der Tochter des Marcus Antonius und der Kleopatra, vermählt. Er hatte sich in Rom eine gründliche wissenschaftliche Bildung erworben und zeichnete sich als Schriftsteller in verschiedenen Fächern, namentlich denen der Geographie und Geschichte, aus. Die Fragmente seiner Schriften sind in Müllers "Fragmenta histor. graecorum" (Bd. 3, Par. 1849) abgedruckt.

Jubaea H. B. K., Gattung aus der Familie der Palmen, mit der einzigen Art J. spectabilis H. B. K. (Cocos chilensis Mol., Coquito). Diese zierliche Palme mit hohem, dickem, von Blattstielresten schuppigem Stamm, gefiederten Blättern, monözischen, dunkelgelben Blüten und einsamiger, fast ovaler Frucht ist die südlichste Palme der Westküste Amerikas und wird nicht nur in Chile, sondern auch in andern Gegenden Südamerikas kultiviert. Aus den gefällten Stämmen gewinnt man einen Saft, welcher, zu Sirup eingekocht, als Palmenhonig einen Handelsartikel bildet. Die Früchte dienen zur Verfertigung von Konfitüren, die kugelförmigen Samen den Kindern als Spielzeug, die muldenförmigen Scheiden als Kinderwiegen, die Blätter zu Flechtwerk. Man kultiviert diese Palme mit großem Erfolg in unsern Gewächshäusern. S. Tafel "Palmen II".

Jubal, nach 1. Mos. 4, 21 der Erfinder der Musik, Stammvater aller Tonkünstler.

Jubarte, s. Finnfisch.

Jubbulpore, s. Dschabalpur.

Jubeljahr (lat. Annus jubilaei oder Jubilaeum, eigentlich Jobeljahr, vom hebr. jobel, Art Horn oder Posaune; in Luthers Übersetzung [3. Mos. 25, 8 ff.] Halljahr, Erlaßjahr), bei den Hebräern nach siebenmal sieben Sabbatjahren (s. d.) jedes 50. Jahr, welches am 10. Tag des Tischri (am Versöhnungstag) mittels Posaunen durch ganz Palästina verkündigt ward. Während desselben mußte alle Feldarbeit ruhen, auch wurden die hebräischen Knechte ohne Unterschied frei; veräußerte Grundstücke (Häuser in ummauerten Städten und dem Heiligtum gelobte Äcker ausgenommen) kamen ohne Kaufschilling wieder an den ursprünglichen Besitzer oder seine rechtmäßigen Erben zurück, und alle Schulden wurden erlassen. Der Hauptzweck dieser Einrichtung war, die von Moses beabsichtigte Gleichheit unter den Güterbesitzern zu erhalten: das J. sollte gewissermaßen eine Wiedergeburt des ganzen Staats bewerkstelligen. Vor dem Exil scheint jedoch das J. nicht beobachtet worden zu sein, obwohl sich eine Spur desselben Jes. 61, 1 f. findet. - Das J. (Jubiläumsjahr, Ablaßjahr) in der katholischen Kirche ist eine Erfindung des Papstes Bonifacius VIII., welche der päpstlichen Kasse von Zeit zu Zeit wieder aufhelfen sollte. Dasselbe ward 1300 zum erstenmal gefeiert und sollte sich bloß alle 100 Jahre wiederholen. Der Erfolg war jedoch so glänzend, daß schon Clemens VI. 1343 die Wiederkehr des Jubeljahrs nach je 50 Jahren verordnete und Papst Urban VI. 1389 sogar die Jubeljahrsperiode auf 33 Jahre herabsetzte, weil Jesus 33 Jahre auf Erden gelebt habe. In rascher Folge wurden 1400, 1423 und 1450 Jubeljahre gefeiert, bis Papst Paul II. 1470 unabänderlich festsetzte, daß das J. alle 25 Jahre gefeiert werden sollte. Zugleich wurden gewisse Kirchen in verschiedenen Ländern, wie Schottland, Kastilien etc., zu Stellvertreterinnen der Peterskirche in Rom bestimmt, und allen, welche sie besuchten, ward ebenso vollkommener Ablaß bewilligt wie denjenigen, welche 14 Tage lang ihre Andacht in der Peterskirche verrichteten. 1875 fand das 22. J. statt. Die Feier beginnt am Christabend. Der Papst läßt die bisher vermauerte heilige Pforte (Jubelpforte, goldene Pforte) des heil. Petrus unter mannigfachen Zeremonien öffnen, und Papst und Klerus ziehen in prächtiger Prozession ein. Am 24. Dez. des folgenden Jahrs werden die Pforten unter ähnlichen Zeremonien wieder vermauert. Unabhängig von diesen Jubeljahren bewilligten manche Päpste auch ein J. bei ihrer Besitznahme des päpstlichen Stuhls, wie es z. B. Leo XII. 1826 that. Auch Leo XIII. veranstaltete zur ersten Jahresfeier seiner Erhebung auf den heiligen Stuhl ein allgemeines Jubiläum mit der Verheißung völliger Sündenvergebung. Vgl. Paulus, Geschichtliche Prüfung des Jubeljahrablasses (Heidelb. 1825); Nöthen, Geschichte aller Jubeljahre der katholischen Kirche (Regensb. 1875).

Jubiläen, Buch der (auch Kleine Genesis genannt), eine mit Ausschmückungen in der Manier der Haggada (s. d.) versehene Reproduktion von 1. Mos. 1 bis 2. Mos. 12, welche, genau in das Schema der Jubelperioden (s. Sabbatjahr) eingegliedert, im letzten vorchristlichen Jahrhundert hebräisch geschrieben wurde, aber nur in äthiopischer und lateinischer Übersetzung sich erhalten hat. Vgl. Rönsch, Das Buch der J. oder die Kleine Genesis (Leipz. 1874).

Jubilate (lat., "jubelt"), Name des dritten Sonntags nach Ostern, nach Ps. 66, 1.

Jubiläum (lat.), Jubelfeier, Fest zur freudigen Erinnerung an ein Ereignis nach Ablauf von 25, 50, 100 etc. Jahren. Jubilar, einer, auf den sich ein solches J. bezieht.

Jubiläumshammer, s. Hammer, S. 57.

Jubilieren (lat.), jubeln, jauchzen.

Jubilus (Jubilation, lat.), im Kirchengesang des frühen Mittelalters s. v. w. Neume, eine längere melodische Phrase auf einem Vokal (Koloratur).

Jubis (franz., spr. schübis oder -bi, Kistenrosinen), getrocknete Trauben aus der Provence.

Jublains (spr. schübläng), Dorf im franz. Departement Mayenne, Arrondissement Mayenne, mit ansehnlichen Ruinen eines Castrum, eines Theaters, Tempels und andern Resten der gallorömischen Stadt Nöodunum und (1881) 425 Einw.