Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kalifornien

391

Kalifornien (Unionsstaat).

endete die Herrschaft der Abbassiden im 509. Jahr ihres Bestehens, im 656. der Hedschra.

Die kleinern Kalifate.

Ägypten war eine der ersten Provinzen des arabischen Reichs, welche sich von demselben losrissen. Den ersten Versuch machte der Statthalter Achmed, der von dem Kalifen für wichtige Dienste mit großer Macht bekleidet wurde und dieselbe so auszudehnen wußte, daß er nur noch dem Namen nach unter arabischer Oberherrschaft stand (877). Die Schlacht bei Fostat (904) brachte zwar Ägypten nochmals unter das arabische Kalifat, aber schon die Dynastie der Ikschiden, von Abu Bekr Mohammed Ikschid gestiftet, behauptete sich von 934 bis 968 wieder selbständig auf dem ägyptischen Thron. Die immer mehr zunehmende Schwäche dieser Familie machte es den Fatimiden, die bereits im westlichen Nordafrika ein unabhängiges Reich beherrschten, leicht, auch Ägypten und Syrien in ihre Gewalt zu bringen. Moez Eddin Allah nahm zuerst 972 den Kalifentitel an, erbaute Kairo und machte dieses zur Hauptstadt seines Reichs. Unter seinen meist unbedeutenden Nachfolgern geriet die Herrschaft in die Hand der Wesire, unter welchen besonders Bedr el Dschemali Afdal zu nennen ist, welcher das seit einiger Zeit von den Seldschukken beherrschte Syrien dem ägyptischen Reich einverleiben wollte, um 1095. Schon hatte er Jerusalem erobert, als das erste Heer der Kreuzfahrer erschien, Jerusalem nahm, den Wesir bei Askalon schlug und zur Flucht nach Ägypten nötigte. Unter den folgenden K. nahmen die Wesire sogar den Sultanstitel an und führten untereinander Fehden. Ein energisches Regiment begründete erst Saladin, welcher sich allein 1170 der Herrschaft bemächtigte und den Titel Sultan von Ägypten annahm. Er machte der Herrschaft der Fatimiden ein Ende und begründete die Dynastie der Ejubiden, welche 1250 von den Mamelucken gestürzt wurde. Bei der Eroberung Ägyptens durch die Türken 1517 wurde der letzte der dortigen K. nach Konstantinopel geführt, durfte aber (doch ohne alle Macht) nach Ägypten zurückkehren, wo er 1538 starb. Die türkischen Sultane nahmen hierauf den Kalifentitel an und behaupteten denselben, obwohl wenig geachtet und besonders von den Persern und Marokkanern nicht anerkannt, mit der geistlichen Oberherrschaft über die Moslems bis auf die Gegenwart. In Spanien (s. d.) bestand das Kalifat der Omejjaden mit der Hauptstadt Cordova bis 1031 und gelangte zu großer Blüte; der letzte Kalif, Hischam III., wurde 1031 durch einen Aufstand in Cordova gestürzt, und das Reich zerfiel dann in einzelne Emirate oder Königreiche, die sich durch unaufhörliche Kriege schwächten und schließlich den Christen erlagen.

Vgl. Marigny, Histoire des Arabes sous les gouvernements des Chalifes (Par. 1750; deutsch von Lessing, Berl. 1753, 3 Bde.); Hammer-Purgstall, Gemäldesaal der Lebensbeschreibungen großer moslimischer Herrscher (Darmst. 1837-39, 6 Bde.); Weil, Geschichte der K. (Mannh. 1846-62, 5 Bde.; die zuverlässigste Behandlung der Geschichte des Kalifats); v. Kremer, Kulturgeschichte des Orients unter den K. (Wien 1874-77, 2 Bde.); A. Müller, Der Islam im Morgen- und Abendland (Berl. 1886, 2 Bde.).

Kalifornien (California, abgekürzt Cal.), das ganze an der Westküste Nordamerikas gelegene und ursprünglich teilweise zu Mexiko gehörige Gebiet vom Kap San Lucas bis zum 42.° nördl. Br., seit 1848 in zwei Teile geschieden, von denen Oberkalifornien einer der Vereinigten Staaten Nordamerikas ist und Niederkalifornien der mexikanischen Republik angehört.

1) Der Unionsstaat Oberkalifornien.

Oberkalifornien, einer der Unionsstaaten von Nordamerika, zwischen 32° 35' - 42° nördl. Br. und 114° 10'-124° 25' westl. L. v. Gr., grenzt nördlich an Oregon, östlich an Nevada und Arizona, südlich an Mexiko (Niederkalifornien), westlich an den Stillen Ozean und hat ein Areal von 408,737 qkm (7492 QM.). S. Karte "Vereinigte Staaten, westliche Hälfte". Das Land zerfällt naturgemäß in drei große Abteilungen: 1) das Thal des Sacramento und des San Joaquin mit allen Seitenthälern; 2) das Küstengebiet; 3) das jenseit der Sierra Nevada gelegene Binnenland. Die erste dieser Abteilungen hat eine Länge von 594 km und ist bis 185 km breit. Den nördlichen Teil derselben durchfließen der am Fuß des schneegekrönten Shasta (4401 m) entspringende Sacramentofluß, der sich unter etwa 40° nördl. Br. mit dem aus S. in entgegengesetzter Richtung strömenden San Joaquin vereinigt, eine Art von Delta bildet und westlich durch die Suisun- und San Pablobai in die große Bai von San Francisco eintritt. Letztere steht durch die "goldene Pforte" mit dem Stillen Ozean in Verbindung. Das Thal des Sacramento ist fast durchaus fruchtbares Prärienland, im Thal des Joaquin kommen jedoch ausgedehnte unfruchtbare Strecken und Sumpfflächen vor. Der Schilfsee Tulare steht mit demselben nur nach starkem Regenfall in Verbindung. Ein gewaltiger Gebirgszug, die Sierra Nevada, trennt diese Thäler von dem Binnenland. Ihr höchster Punkt ist Mount Whitney, 4404 m hoch. Die westlichen Abhänge der Sierra sind teilweise bewaldet, die leicht zugänglichen Thäler derselben ungemein fruchtbar. Die über dieselben führenden Pässe sind unschwer zu ersteigen und verhältnismäßig niedrig (Truckeepaß 2146 m hoch). Die zweite Region umfaßt den Westabhang der sogen. Coast Range (Küstenkette), welche sich beim Shasta von der Sierra Nevada abzweigt, durch die Bai von San Francisco in zwei Hälften geteilt wird und sich in südöstlicher Richtung als San Bernardinokette und Schokoladegebirge bis zum untern Colorado fortsetzt. Die höchsten Punkte im N. sind die Berge Balley und Helena, bez. 1938 und 1324 m hoch, im S. Monte Diablo, 1175 m, San Gabriel, 1980 m, und San Bernardino, 2590 m hoch. Die Thäler sind teilweise sehr fruchtbar, und namentlich im S. gedeihen in ihnen subtropische Früchte. Die Küste ist größtenteils Steil- und Klippenküste und arm an guten Häfen. Abgesehen von der Bai von San Francisco (s. d.), welche allerdings einen der herrlichsten Häfen der Welt bildet, verdienen nur die Humboldtbai, Drakebai und die Baien von Monterey und San Diego Erwähnung. Unfern der Küste liegen einige unfruchtbare Inseln, unter welchen Santa Rosa, Cruz und Catalina die bedeutendsten sind. Das jenseit der Sierra Nevada liegende kalifornische Binnenland ist größtenteils öde und regenlos und geht im S. in die Mohavewüste über. Seine Gewässer verlieren sich fast alle in Seen ohne Abfluß nach dem Meer. Der Ostabhang der Sierra Nevada ist indes bewaldet, und es kommen auch fruchtbare Thäler vor, wie z. B. dasjenige des Owensflusses, der sich in den Owenssee (s. d.) ergießt. Im N. ist die mittlere Erhebung 1700 m, im S. aber kaum 900 m, und es kommt hier eine merkwürdige Depression vor, in der mehrere Seen liegen, und die im Death Valley (s. d.) bis unter dem Meeresspiegel herabsinkt. Auch an der Südgrenze liegt ein großes Gebiet bis 30 m unter dem Meeresspiegel, und schon