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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kanalinseln; Kanalisation

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Kanalinseln - Kanalisation.

l'utilisation des eaux", 1. Session 1878-79 (Par. 1879); Große, Über den Nutzen der Schiffahrtskanäle (Berl. 1868); "Denkschrift, betreffend die im preußischen Staat vorhandenen Wasserstraßen, deren Verbesserungen und Vermehrungen" (mit einer Karte, offiziell, 2. Aufl., das. 1877); Dünkelberg, Schiffahrtkanäle und ihre Bedeutung für die Landesmelioration (Bonn 1877); Mosler, Die Wasserstraßen in den Vereinigten Staaten von Amerika in ihrer kommerziellen und industriellen Bedeutung (Berl. 1877); Richter, Die Entwickelung der Verkehrsgrundlagen, Eisenbahnen, Flüsse, K. und Landstraßen (2. Aufl., das. 1878); Sax, Die Verkehrsmittel, Bd. 1 (Wien 1878); Meyer, Über eine neue Methode der Anlage und des Betriebes geneigter Ebenen für Schiffstransporte. Ein Beitrag zur Kanalfrage (Berl. 1877); Bellingrath, Studien über Bau und Betriebsweise eines deutschen Kanalnetzes (mit Atlas, das. 1879); v. Weber, Studie über die Wasserstraßen Englands (amtlicher Bericht, das. 1880); Derselbe, Die Wasserstraßen Nordeuropas (Leipz. 1881); Derselbe, Studie über die Wasserstraßen Schwedens (Berl. 1880); "Denkschrift über den Ausbau der Wasserstraßen in Österreich" (Wien 1884); Meitzen, Die Frage des Kanalbaues in Preußen (Berl. 1885); die Protokolle des internationalen Kongresses für Binnenschiffahrt zu Brüssel vom 24. Mai bis 22. Juni 1885. Über die verschiedenen Kanalprojekte hat sich eine reiche Litteratur angesammelt.

Kanalinseln (Normännische Inseln), Inselgruppe in der sogen. Normännischen Bai des Kanals, der einzige Rest der Normandie, welcher sich noch heute im Besitz Englands befindet. Die Gruppe besteht aus den Inseln Jersey, Guernsey, Alderney und mehreren kleinern Inseln, hat ein Areal von 195 qkm (3,5 QM.) und (1881) 88,806 Einw. Von der Oberfläche sind 48,6 Proz. Ackerland, 17,2 Proz. Weide; an Vieh zählte man 1885: 3872 Pferde, 19,797 Rinder, 1020 Schafe und 9913 Schweine. Berühmt ist die Milchwirtschaft, und streng wird die Reinheit der Rasse der den Inseln eigentümlichen kleinern Kühe überwacht. Die Inseln besitzen (1886) 297 Seeschiffe von 30,288 Ton. Gehalt und 314 Fischerboote. Im J. 1885 liefen 1592 Schiffe von 131,541 T. ein; Ausfuhr nach den britischen Inseln 809,878 Pfd. Sterl., Einfuhr 708,692 Pfd. Sterl. - Zahlreiche Altertümer beweisen, daß die K. einst im Besitz der Römer waren. Als die Sachsen sich in England festsetzten, flüchteten viele der vertriebenen Briten nach der Bretagne und den K. Durch Sampson, den Bischof von St. Davids in Wales, wurden sie 556 zum Christentum bekehrt. Karl der Einfältige verlieh 912 mit der Normandie auch diese Inseln dem normännischen Abenteurer Rollo, und Wilhelm, der siebente Herzog der Normandie, vereinigte sie zuerst mit England unter Einer Krone. Frankreich trat dieselben 1360 förmlich an England ab, welches gleichzeitig auf den festländischen Teil der Normandie verzichtete. Die Reformation fand durch vertriebene Hugenotten Eingang. Die Inselbewohner erfreuen sich ihrer alten Rechte; sie haben stets treulich zu England gehalten und die wiederholten Angriffe der Franzosen erfolgreich zurückgewiesen. Näheres s. die einzelnen Inseln. S. Karte "Frankreich".

Kanalisation, eine systematische Anordnung unterirdischer Wasserabzüge, durch welche die verunreinigten Flüssigkeiten aus Städten entfernt werden. Schon in den ältesten Zeiten wurden zur Reinhaltung von Städten Anlagen dieser Art (Kloaken) gemacht, dann aber hat die Angelegenheit jahrhundertelang geruht, und erst in den letzten Jahrzehnten, nachdem das Bedürfnis einer bessern Reinigung der Städte auf das dringendste in den Vordergrund getreten, ist es der Ingenieurwissenschaft mehr als früher gelungen, die geeigneten Mittel aufzufinden und zu vervollkommnen. Wo, wie in großen Städten, viele Menschen eng zusammenwohnen, wird der Grund und Boden im Lauf der Zeit mehr und mehr verunreinigt. Unreinigkeiten organischer Natur, welche der Fäulnis unterworfen sind, dringen teils mit dem Regen, teils mit dem ausgegossenen unreinen Wasser, teils aus durchlässigen Abtrittsgruben in den Erdboden. Die Brunnen, aus welchen die Städte ihren Wasserbedarf schöpfen, und welche jahrelang gutes Wasser geliefert hatten, enthalten später verunreinigtes, zuletzt ungesundes und für den menschlichen Genuß nicht mehr brauchbares Wasser. Hierdurch gezwungen, müssen alte Städte vielfach frisches Wasser aus entfernten Quellen herholen, und sie versehen sich zu diesem Zweck mit Wasserleitungen, die meistens so eingerichtet sind, daß in allen Geschossen der Wohnungen das Wasser nach Bedarf gezapft werden kann. Es ist dies ein bedeutender Schritt zur Herbeiführung besserer Gesundheitszustände. Der Wasserverbrauch vermehrte sich mit der leichtern Zugänglichkeit sehr schnell, so daß man auf jeden Einwohner täglich bald 0,125-0,155 cbm Wasser rechnen mußte, und abgesehen von gesünderm Wasser wurde auch die Reinlichkeit in den Häusern wesentlich gefördert. Anderseits konnte die größere Menge verunreinigten Wassers auf den bisherigen Abflußwegen nicht schnell genug aus der Stadt entfernt werden. Ungenügende Rinnsteine wurden überfüllt und stagnierten; das faulige Wasser drang reichlicher in die Erde, verunreinigte den Untergrund und machte die Keller feucht, und nicht nur in den Straßen, sondern auch in den Häusern wurde die Luft stinkend und ungesund. Wo die Abflüsse durch offene und bedeckte Rinnsteine in die anliegenden Wasserläufe gelangten, wurden auch diese unrein, verbreiteten üble Ausdünstungen und machten das Wohnen in solchen Städten unangenehm und ungesund. Eine regelmäßige und unschädliche Entfernung dieser vermehrten Wassermengen ist daher eine notwendige Folge und Ergänzung der Wasserleitungsanlagen, und es wird eine systematische Anordnung unterirdischer Wasserabzüge in allen Städten, welche mit Wasserleitung versehen werben, zu einem unabweisbaren Bedürfnis. In der Regel muß die Leistungsfähigkeit solcher unterirdischen Abzüge so bemessen werden, daß sie auch das auf die Straßen, Dächer und Höfe fallende Regenwasser aufnehmen und ohne Aufenthalt abführen können. Da nun die Menge des Regenwassers zeitweise viel mehr als zehnfach die des Gebrauchswassers übersteigt, so gibt hauptsächlich das Regenwasser das Maß für die den Abzügen zu gebende Größe an. Man pflegt die Stärke eines Regens durch die Höhe auszudrücken, in welcher das herabgefallene Wasser den Erdboden bedecken würde, und rechnet im nördlichen Europa, daß die Kanäle außer dem Gebrauchswasser in einer Stunde etwa 7 mm Regenwasser durch ihr eignes Gefälle abführen sollen. Dies entspricht einem Regenfall von 13 mm Höhe in der Stunde, da durchschnittlich die Hälfte des Regenwassers teils verdunstet, teils in die Erde zieht, ohne in die Kanäle zu gelangen. Sollten die Kanäle auch für außergewöhnliche Gewitterregen ausreichend groß gemacht werden, so würden sie viel zu kostspielig sein. Um solche Regengüsse unschädlich abzuführen, muß jedes Kanalsystem hinreichend mit sogen. Regenauslassen versehen werden. Dieselben sind, wie